Die kalte Polarluft Anfang Februar führte zum Absterben einiger Knospen im Weinanbaugebiet Saale-Unstrut. So können Sie feststellen, ob ihre Weinberge betroffen sind. 
Die kalte Polarluft Anfang Februar führte zum Absterben einiger Knospen im Weinanbaugebiet Saale-Unstrut. So können Sie feststellen, ob ihre Weinberge betroffen sind. 

Frostschäden in Saale-Unstrut

Im Weinbaugebiet Saale-Unstrut herrschte von Dezember bis Ende Januar eine milde Witterung. Die Temperaturen stiegen sogar an einigen Tagen in den zweistelligen positiven Bereich. Dann floss kalte Polarluft ein und führte zwischen dem 2. und 15. Februar zu starken Frösten. Demnach herrschten am 10. Februar Temperaturen um die minus 22°C. Ähnlich war der Temperaturverlauf im Bereich Mansfelder Seen, hier ergaben sich sogar Knospenschädigungen von bis zu 40 Prozent.

Am tiefsten sanken die Temperaturen in Thüringen. Andreas Claus vom Weingut Bad Sulza berichtete von durchschnittlich minus 24° C, bei Auerstedt wurden gar minus 28° C gemessen. Knospenschnitte ergaben, je nach Lage, Ausfälle bis 80 Prozent.

Für Erfrierungen an Knospen und Holz liegen die kritischen Werte je nach Rebsorte zwischen minus 17° C und minus 20° C. Erst nach Abklingen der Frostperiode sollten genaue Untersuchungen durchgeführt werden. Dazu müssen aus statistischen Gründen mindestens zehn Ruten gleichmäßig über die Fläche verteilt entnommen werden.

gesunde Knospe
gesunde Knospe
tote Knospe
tote Knospe

Pro Rute werden sechs Knospen im unteren bis mittleren Triebbereich durch einen Längsschnitt halbiert. Ein scharfes Messer, besser noch eine Rasierklinge ist dazu geeignet. Die Anlagen des Triebes (ein Hauptauge, maximal zwei Nebenaugen) können entweder noch grün und lebend oder dunkelbraun bis schwarz und somit erfroren sein. Eine aufwändige, aber genauere Methode ist die Anfertigung von Einaugenstecklingen. Diese werden durch eine angebohrte Schaumstoffplatte in Wasser (Schwimmmethode) bei Zimmertemperatur aufbewahrt. Der Austrieb beginnt nach circa 14 Tagen. Da ein Augenausfall bis zu ca. 30 Prozent auch unter normalen Bedingungen erreicht werden kann, sind erst ab hier Ertragsausfälle möglich. (jk)

Schlagworte

Ausgabe 19/2021

Titel DDW 19/2021

Themen der Ausgabe

Agrarbericht

Die Ertragslage deutscher Weinbaubetriebe

Verpackungen

Die Geschenksaison naht – was die Präsentkartonhersteller anbieten

Oenologie

Pinot-Noir-Weine: An- und Ausbau in Deutschland und Frankreich im Vergleich