Kontrolle im Morgengrauen (Screenshot: ICQRF-Report 2021)
Kontrolle im Morgengrauen (Screenshot: ICQRF-Report 2021)

Wein für über 7 Mill. Euro beschlagnahmt

In Italien wurden im vergangenen Jahr 148 Weine und weinhaltige Produkte im Wert von etwa 7,4 Mill. Euro beschlagnahmt, 1.849 Verwarnungen und 2.183 verwaltungsrechtliche Sanktionen ausgesprochen sowie 34 Strafanzeigen gestellt. Das geht aus dem Jahresbericht des ICQRF (Inspektorat für Betrugsbekämpfung und Qualitätskontrolle von Agrarerzeugnissen und Lebensmitteln) hervor, den das italienische Ministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Forstwirtschaft veröffentlicht hat.

Der größte Anteil (etwa ein Drittel) der 2021 durchgeführten Kontrollen entfiel dabei auf den Bereich »Weinprodukte«. Hier wurden 20.509 Produkte und 9.563 Hersteller kontrolliert.

Bei Kontrollen in Bezug auf geschützte Herkunftsbezeichnungen wurden bei 9,7 Prozent der 9.085 kontrollierten Unternehmen und 13,4 Prozent der 8.647 kontrollierten Produkte Verstöße registriert (20 Strafanzeigen, 1.105 verwaltungsrechtliche Sanktionen, 101 Beschlagnahmungen, und 754 Verwarnungen). 

Nur in 30 Fällen ging es hierbei um unrechtmäßige Aneignung von geschützten Bezeichnungen, ansonsten ging es um dokumentarische Ungenaugkeiten oder Fehler bei der Etikettierung. Bei den meisten Fällen von GU-Verstößen wurde im Ausland unrechtmäßigerweise der Begriff Prosecco verwendet, bzw. andere Begriffe mit täuschender Ähnlichkeit – dies trifft beispielsweise auch den kroatischen Dessertwein Prošek, der seit 2013 aufgrund der Namensähnlichkeit zu Prosecco nicht mehr vermarktet werden darf. In Deutschland und Österreich gab es vier Fälle der unrechtmäßigen Verwendung der geschützten Ursprungsbezeichnung Cerasuolo d‘Abruzzo. 

Italien verfügt – laut dem Bericht des Ministeriums – seit 2017 als einziges Land der Welt über ein elektronisches Weinregister, in welchem die Markteilnehmer der Weinhandelskette (Erzeuger, Zwischenhändler, Exporteure etc.) alle Warenbewegungen und Verarbeitungsvorgänge online registrieren müssen. VM

Schlagworte

Ausgabe 13/2022

WEINWIRTSCHAFT 13/2022

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