Die AOC Entre-deux-Mers umfasst bald neben Weiss- auch Rotwein
Die AOC Entre-deux-Mers umfasst bald neben Weiss- auch Rotwein

Rote AOC für Entre-deux-Mers

Die Beantragung der Appellation Bordeaux für eine AOC Entre-deux-Mers von Rotweinen, kommt ihrem Ziel ein Stück näher. Für die Klassifizierung, die bis dato ausschließlich Weißweinen vorbehalten war, hat das für die Genehmigung zuständige Nationale Institut für Herkunft und Qualität (INAO) jetzt die Einsetzung einer Untersuchungskommission bewilligt. 

David Labat, Präsident des Organisme de Défense et de Gestion (ODG) erklärte vor der französischen Fachpresse, dass es bei der Gründung der AOC im Jahr 1937 versäumt worden sei, Rotweine als AOC Entre-deux-Mers zuzulassen. Diese Klassifizierung gelte es jetzt nachzuholen. Sein Ziel sei es, diese bereits mit dem Jahrgang 2023 einzuführen. 

Das Gebiet der Entre-deux-Mers umfasst etwa 23.000 Hektar, wovon die AOC Entre-deux-Mers, gemäß der Organisation Vin de Bordeaux, derzeit auf 1.441 Hektar Rebfläche kommt. Für die neuen Rotweine AOC Entre-deux-Mers kämen laut Labat derzeit 5.800 Hektar infrage, die strengen Kriterien unterzogen werden sollen, um mit der Qualität der Weißwein-AOC gleichzuziehen. 

Rotweine machen aktuell etwa 85 Prozent in der Region Entre-deux-Mers aus, die bisher aber ausschließlich als Bordeaux bzw. Bordeaux Supérieur vermarktet werden dürfen. 
Um die Rotweine qualitativ aufzuwerten, plant die ODG in ihren Spezifikationen weinbauliche Auflagen durchzusetzen, die die Mindestdichte der Rebstöcke pro Hektar auf 4.500 vorschreiben sowie Verbote von Holzchips und Thermovinifikation bei der Weinbereitung.

Einen Rahmen für die Vermarktung solle es ebenfalls geben: »Die Erzeuger sollen verpflichtet werden, veredelte und fertige Weine zu vermarkten, damit sie sofort nach dem Verkauf trinkbar sind«, so Labat gegenüber Vitisphere. Sie sollten zugänglich sein und dennoch mit der Fähigkeit zu altern. Ziel der neuen Klassifizierung sei auch, durch die Aufwertung der Weine einen höheren Verkaufspreis zwischen 9 und 12 Euro zu erzielen, damit die Produzenten von ihrer täglichen Arbeit auch wieder leben könnten, so Labat, »für einige ist dies schon seit Jahren nicht mehr der Fall.« itp 


 

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