Foto: fotograupner/stock.adobe.com
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Angesagt: Weine von der Saar

Die Saar ist zwar ein ruhiges Flüsschen – aber in den Weinbergen an den steilen Schieferhängen schlagen die Verkäufe hohe Wellen. Viele Rebflächen und Weingüter haben in den letzten Jahren neue Besitzer gefunden. Allerdings läuft auf den steilsten Weinbergen Europas nicht immer alles nach Plan … Winzer/innen, die dort Weine produzieren, stellt Matthias Stelzig ab Seite 24 in Ausgabe 4/21 von MEININGERS WEINWELT vor. Die spannendsten Weine haben wir hier für Sie parat.

Text: Matthias Stelzig

Petershof (Konz)

2020 Riesling Saar, trocken
gelber Apfel, Pfirsich, floraler Touch, dann nasse Kiesel, etwas Schwarzpulver; auf der Zunge sehr dichte Mineralität, Tiefe und stramme Säure mit grünem Apfel. Bei der Verkostung kurz nach der Abfüllung ist der Riesling merkbar unruhig, aber auf dem besten Weg zu einem feinen Tropfen
Preis: 9,00 €

2020 Niedermennig Riesling, trocken
nicht vordergründing, nicht vorlaut, dafür hochkonzentriert, das ist der geniale Charakter der Saar. In Niedermennig zeigt er sich oft besonders klar. Der Riesling duftet nach Limone, weißer Grapefruit und Granny Smith. Am Gaumen wieder viel Grapefruit, dann eine feine, dichte Mineralschicht.
Preis: 12,50 €

Bezugsquelle: www.weinmanufakturpetershof.de

 

SaarWeinGut Peter Burens (Saarburg)

2020 Meisterstück Grauburgunder Muschelkalk
flotte Frucht, von Zuckerwatte bis Steinobst. Am Gaumen zwirbelnde Säure, Zitruskomplex, Clementine, kühl, zart kalk-mineralisch, guter Trinkfluss, schöner Abgang
Preis: 13,90 €

2018 Auf Schonfels Riesling filtriert
wie ein Trichter liegt Auf Schonfels 50 Meter über der Saar. Tagsüber reflektiert der Schieferboden die Hitze, nachts wird es ganz schön kalt. So wurde der 2019er reif und schmeckt nach Steinfrucht, Cassis und Rhabarber. Er ist dicht und trotzdem filigran. Und lang
Preis: 11,90 €

2018 Réserve Riesling unfiltriert
auf Filterung verzichten Winzer, um dem Wein mehr Geschmacksstoffe und Dichte zu lassen. Der Réserve duftet nach saftigen gelben Früchten und schmeckt füllig nach Reineclauden, Grapefruit und ist mit seiner sehr feinen Säure frisch und bestens balanciert
Preis: 12,40 €

Bezugsquelle: www.saarweingut-burens.de

 

Würtzberg (Serrig)

2019 Auxerroir
die Burgundersorte Auxerroir wächst massenhaft auf den Kalkböden der Obermosel und fließt mit ihrer strammen Säure zum größten Teil in die Sektproduktion. An der Saar sieht das ganz anders aus. Der Wein duftet nach Apfel, am Gaumen – vor allem nach einer Zeit an der Luft – nussig, Honig, feine Säure dichter Schieferton, komplex
Preis: 9,00 €

2019 Serriger Wützberg Grosses Gewächs Riesling
die Lage Serriger Würtzberg verrät es schon im Namen. Auf den Rotschieferhang hat Felix Heimes ein Monopol. Mit einem Höhenunterschied von 200 Metern ist der Hang extrem steil. Spontan vergoren liefern die alten Reben einen Wein mit tiefem Schieferton. Quitten, Aprikosen, Zitrusfrüchte und Kräuteraromen wechseln sich ab bis in den langen Abgang
Preis: 16,00 €

2019 Pinot noir
die Spätburgunder-Reben stehen schon seit 1986 in der steilsten und wärmsten Parzelle des Serriger Würtzbergs. Die Trauben vergären offen im Holzbottich. Im Glas ist der Wein transparent karminrot, am Gaumen voller Finesse. Die Holznoten halten sich vornehm zurück zugunsten von feinen roten Früchten und seidigen Tanninen
Preis: 15,00 €

Bezugsquelle: www.weingut-wuertzberg.de

 

Cantzheim (Kanzem an der Saar)

2018 Der Fuchs Riesling
auch die Lage Fuchs war verwildert, als die Reimanns anfingen. Aber die Arbeit an dem steilen Südhang hat sich gelohnt, wurzelechte Reben wurden gerettet. Man riecht den nassen Stein, etwas Würze und Schwarzpulver, sehr fein. Am Gaumen wieder üppige Mineralität, Kernobst wie sehr reifer gelber Apfel und viel Finesse
Preis: 22,00 €

2018 Der Wiltinger Le Grand Riesling
„Le Grand“ heißt dieser Riesling, weil er von den feinsten Parzellen Schlossberg, Braunfels, Klosterberg und Schlangengraben geerntet wird. Er heißt auch „fast trocken“, was man ihm wirklich kaum anmerkt, dafür viel reife Frucht, wie Pfirsich, Aprikose, Blutorange, etwas Exotik, dann der Übergang zu Kräutern, unter anderem etwas Lorbeer und dem ganz langen schiefer-mineralischen Abgang
Preis: 22,00 €

Bezugsquelle: www.weingut-cantzheim.de

 

Rinke (Mertesdorf)

2017 Passion Saar Sekt - Extra Brut
die goldgelbe Farbe hat er wohl von den hochreifen Rieslingtrauben aus dem Oberemmeler Altenberg, die feinen Perlen von seiner langen Reifung. Duftet nach Gebäck und überreifen Äpfeln und Mandeln. Auf der Zunge schmeckt man Mandeln mit feinem Bitteraroma, zusammen mit der cremigen Textur erinnert das an Amaretto. Feine, aber tragende Säure; ein brillantes Beispiel dafür, was Riesling im Sekt so alles kann
Preis: 21,00 €

2018 Langsurer Brüderberg MUSCHELKALK patience - Obermosel
Chardonnay und die anderen Burgundersorten lieben nichts mehr als Muschelkalk. Deshalb sind sie an der Obermosel bestens aufgehoben. Der gemischte Satz reift fast zwei Jahre auf der Hefe. Das macht ihn üppig mit Noten von Birnen, weißen Blumen, Apfel und etwas Bienenwachs in der Nase. Am Gaumen sehr cremig mit feiner Säure, eine perfekte Balance. Langer Abgang mit reifen Steinfrüchten
Preis: 14,50 €

Bezugsquelle: www.weingut-rinke.de

 

 

 

 

Ausgabe 06/2021

Württemberg in Bewegung: Moritz Haidle im Portrait // Meiningers Deutscher Sektpreis 2021 // Gigondas-Highlights
MEININGERS WEINWELT Ausgabe 6/21

Themen der Ausgabe

Tolle Knolle

Unsere Kartoffel-Lauch-Suppe kommt nicht nur mit wenigen Zutaten aus, sondern ist auch von weniger ambitionierten Köchen im Handumdrehen zubereitet. Sommelière Nina Mann präsentiert den dazu passenden Grauburgunder vom Kaiserstuhl. »Hier finden Sie Rezept & Weintipp

Kraftvolles aus Gigondas

Über 1200 Hektar Rebfläche gehören zu dem Cru Gigondas im südlichen Rhône-Tal. Die Weinberge sind größtenteils mit oft uralten Grenache-noir-Reben bestockt. In dieser Ausgabe lesen Sie über die spannendsten Winzer und Entwicklungen in der unterschätzten Region. »Hier finden Sie die Ergebnisse unserer Verkostung

Moderner Traditionalist

Früher sprühte Moritz Haidle Graffiti, hörte Hip-Hop und träumte davon, als Automobildesigner zu arbeiten. Heute leitet er eines der Vorzeigeweingüter in Württemberg. Sein Herz schlägt dabei ganz besonders für den Riesling.