Auf Genussreise in der nördlichen Rhône (Fotos: stock.adobe.com: marcello, 5ph)
Auf Genussreise in der nördlichen Rhône (Fotos: stock.adobe.com: marcello, 5ph)

Genussreise: Nördliche Rhône

Haben Sie schon mal vom Vallée de la Gastronomie gehört, dem Gastrotal? Es erstreckt sich von Dijon bis Marseille. In seiner Mitte liegt die nördliche Rhône zwischen Vienne und Valence. Früher war das eher eine ungastliche Ecke, doch heute werden Weinfreunde mit offenen Armen empfangen. Hier finden Sie unsere ausgewählten Übernachtungs-Tipps, Restaurants und spannende Weingüter, die Sie unbedingt mal besuchen sollten. Die ganze Reisegeschichte dazu lesen Sie in »Ausgabe 2/22 von MEININGERS WEINWELT.

Text: André Dominé

Diese Weingüter, Restaurants und Hotels in Ampuis, Tournon-sur-Rhône, Tain l’Hermitage und Umgebung haben Top-Weine, abwechslungsreiche oenotouristische Angebote und großartige Speisen im Programm …

 

AMPUIS

Weingut: Le Caveau du Château (Guigal)
In diesem stattlichen Herrenhaus in Ampuis gibt es mehr als 30 verschiedene Weine aus 15 Appellationen unter dem Motto "Dégustation de Bienvenue" zu probieren: Von den Häusern Guigal und Vidal-Fleury, der Domaine de Bonserine sowie dem Château de Nalys in Châteauneuf-du-Pape, der letzten Neuerwerbung der Guigals. Wer nicht auf nüchternen Magen verkosten möchte, bestellt sich am besten eine Platte mit Fisch-Rillette und Schweinepastete dazu. Bei schönem Wetter kann man sich auf die Terrasse hinter dem Haus, mit Blick auf den großen Garten und die zwei alten Weinpressen aus dem 17. und 18. Jahrhundert, setzen! Die Tastings müssen unter [email protected]caveauduchateau.com im Voraus reserviert werden. Neben Verkostungen werden auch Besichtigungen des Kellers von Guigal angeboten.

Der besondere Tipp: Während einer Weinbergstour mit dem Segway-Roller lassen sich die Lagen der Côte Rôtie samstags (15.30 Uhr bis 18.30 Uhr) mit anschließender kommentierter Verkostung erkunden.

Adresse
Le Caveau du Château
6, route de la Roche
69420 Ampuis
www.lecaveauduchateau.com

 

Restaurant: Le Bistrot de Serine
Mitten im Dorf an der Hauptstraße gegenüber der Kirche, neben der man problemlos parken kann, ist im Parterre die Bar des Bistros, wo man sich ungezwungen niederlassen kann und in die gerne auch die lokalen Winzer auf ein Glas einkehren; das Restaurant ist in der ersten Etage. Beim Menü hat man die Auswahl zwischen vier Entrées, vier Hauptgängen, vier Käsesorten oder sechs Desserts. Die Weinkarte ist förmlich eine kleine Wein-Bibel mit rund 600 Referenzen, der Schwerpunkt liegt natürlich auf der Rhône und insbesondere dem nördlichen Teil (wobei einige Lokalmatadoren wie François Villard, Yves Cuilleron und Jean-Michel Gerin besonders herausgestellt werden). Bei schönem Wetter sitzt man auf der Rückseite auf der Terrasse mit Blick auf die Steillagen der Côte Rôtie. Dazu gehört die benachbarte Vinothèque de Serine, wo man fast alle Weine von der Karte erstehen kann. Mit 60 Prozent der 70 Côte-Rôtie-Erzeuger hat man hier eine unvergleichliche Auswahl an ausgesuchten Crus.

Adresse
Le Bistrot de Serine
16, boulevard des Allées
69420 Ampuis
www.bistrotdeserine.com

 

TOURNON-SUR-RHÔNE

Restaurant: Assemblage – Cave & Fourneaux
Die beiden Chefs Gilles und Serge Brun folgen der Tradition der Lyoneser Bouchons, aber mit besonderem Pfiff aufgrund ihrer internationalen Erfahrungen. Sie bieten von Dienstag bis Freitag ein günstiges Mittagsmenü (21,00 €) an oder ein Tagesgericht (12,50 €). Abends geht es gastronomisch mit einfallsreichen Gerichten weiter, zu denen in dem alten Keller die passenden Tropfen lagern. Jeden Samstagmittag, unter dem Motto „Retour du Marché“, öffnen die beiden Chefs vor ihrem Restaurant Austern und bereiten Gambas und Lammkoteletts auf der Plancha zu. Jeden zweiten Donnerstag im Monat findet die immer gut besuchte Soirée Assemblage statt, wo in der Regel ein oder zwei Winzer/innen ihre Weine zu einem dazu speziell konzipierten Menü (42,00 €) präsentieren. 

Adresse
Assemblage – Cave & Fourneaux
56, avenue Maréchal Foch
07300 Tournon-sur-Rhône
www.assemblage.restaurant

 

TAIN l’HERMITAGE

Hotel & Restaurant: Fac et Spera mit Bistro Marius
Michel Chapoutier hat das frühere, etwas angestaubte Pavillon de l’Hermitage in ein modernes und komfortables Wellness-Hotel mit Spa und beheiztem Outdoor-Swimmingpool verwandelt. Zusätzlich zu den Hotelzimmern und -suiten gibt es ein Appartementhotel und andere Unterkünfte, auch direkt in den Weinbergen. Innerhalb des Hotelkomplexes profitiert man vom großen kostenlosen Parkplatz. Im Bistro Marius genießt man in angenehm entspannter Atmosphäre unter zwei enorm alten Kartenansichten oder bei schönem Wetter draußen. Dazu eine schmackhafte moderne Küche mit frischen Produkten, zu der immer passende Weine aus dem Chapoutier-Repertoire glasweise angeboten werden.

Der besondere Tipp: Vor Ort gereiftes Rindfleisch ist hier die Spezialität; der Weinkeller ist enorm und es gibt eine eigene Bar à Vin.

Adresse
Fac & Spera Hôtel et Spa
1, avenue Dr. Paul Durand
26600 Tain l’Hermitage
www.facetspera.fr

 

Weingut: Caveau M. Châpoutier
Schräg gegenüber vom Fac et Spera gibt das Caveau Einblick in die weitgestreuten Aktivitäten von Michel Chapoutier, die sich bis ins Elsass, ins Roussillon und nach Australien erstrecken. Im Zentrum bleiben die Rhône-Weine und an ihrer Spitze die biodynamisch bestellten Séclections parcellaires, insbesondere die Ermitages und Côte Rôties. Die Atmosphäre des Caveau erinnert an einen alten Delikatessenladen; an der Theke kann man aktuelle Weine verkosten: Esprit Rosé, Bio et Biodynamie und 100% Rhône Nord werden angeboten, aber auch (H)Ermitage Sélection – drei weiße und drei rote (85,00 €) sowie Verticale Sélection, jeweils drei Jahrgänge des weißen Ermitage De l’Orée und des roten Ermitage Le Pavillon (110,00 €). Gern begleiten die Sommeliers Teilnehmer zu einem kurzen Spaziergang zum Fuße des Hermitage-Bergs ins Terroir Les Greffieux und nur ein wenig höher in den unteren Teil von Le Méal mit zwei völlig unterschiedlichen Bodenstrukturen.

Der besondere Tipp: Verschiedene Ausflüge mit dem E-Bike in den Hermitage oder die Weinberge von Saint-Joseph – mit einer Dauer von einer Stunde bis zu einem halben Tag sind diese individuell buchbar. Reservierung unter: [email protected]. Die Weinschule organisiert diverse Workshops, die man online buchen kann.

Adresse
Caveau M. Châpoutier
18, avenue Dr. Paul Durand
26600 Tain l’Hermitage
www.chapoutier.com

 

Weingut: Ferraton Père et Fils
Das 1946 gegründete Haus Ferraton Père et Fils investierte in Parzellen in Hermitage, Crozes-Hermitage und Saint-Joseph. Ab 1998 regte Michel Chapoutier, Freund der Familie, an, auf Bioanbau umzustellen, bevor er dann das kleine Handelshaus übernahm und die eigenen Rebflächen zur Biodynamie konvertierte. Ferraton hat seine eigene Philosophie und erweitert sukzessive die eigenen Rebflächen. Die Qualitätsspitze stellen die Sélections parcellaires dar, die man während einer Themendegustation inklusive Kellerbesuch (30,00 €) kennenlernen kann. Eine Keller-Besichtigung mit Tasting der Basisweine, die etwa eine Stunde dauert, ist gratis. Das Caveau führt alle Rhône-Weine des Hauses. Dazu gehört die Bar à Vin mit ihrer täglich wechselnden Karte und dem täglich neuen leckeren Mittagsmenü (drei Gänge für 17,90 €). Dort werden auch immer wieder entspannte Weinabende veranstaltet.

Adresse
Ferraton Père et Fils
7 quai Arthur Rostaing
26600 Tain l’Hermitage
www.ferraton.fr

 

Weinladen & Restaurant: Vineum der Domaines Paul Jaboulet Aîné
Das Vineum ist eine Allround-Institution: Im Weinladen gibt es eine große Auswahl an den vom Handelshaus Jaboulet abgefüllten Rhôneweinen und natürlich die der eigenen Weinberge, die inzwischen biologisch bearbeitet werden. Die Weine werden zu freien oder thematischen Verkosten angeboten, die verschiedenen Herkünften folgen und jeweils drei bis vier Weine beinhalten, die ausführlich kommentiert werden. Die Preise dafür reichen von 18,00 € bis 80,00 € (für drei Jahrgänge des legendären Hermitage La Chapell). Den ganzen Tag über ist die Bar à Vin geöffnet, in der man zwischen etwa 15 offenen Weinen auswählen kann und diese im Innen- oder Außenbereich  genießen kann. Mittags gehört der mittlere Teil von Vineum dem Restaurant, das Drei-Gänge-Menüs (27,00 €) anbietet, begleitet von zwei Weinen (34,00 €), aber man kann auch glasweise von der Karte wählen. Das Gemüse und ein Großteil des Obsts stammen aus dem eigenen zwei Hektar großen Garten. Einmal im Monat findet ein Workshop statt, bei dem es sich um besondere Themen-Verkostungen handelt oder auch Wanderungen, bei denen man die Weine aus der Parzelle probiert, die man besucht. Ergänzt werden diese Veranstaltungen durch spezielle Abende in der Weinbar, an denen bestimmte Weine präsentiert und Käse- oder Charcuterie-Teller serviert werden.

Der besondere Tipp: Die Pop-up-Bar an der berühmten Chapelle öffnet im Juli und August jeweils am Freitag- und Samstagabend, insgesamt sechzehnmal, und bietet rund 70 Personen Platz. Die Termine werden in der Regel Mitte April bekanntgegeben und sind dann innerhalb von zwei Wochen ausgebucht. Wer teilnehmen möchte, muss also schnell sein: Die Reservierung ist unter [email protected] oder telefonisch unter +33 (0)4 75 09 26 20 möglich.

Adresse
Vineum Paul Jaboulet Aîné
16, place du Taurobole
26600 Tain l’Hermitage
vineum.blogspot.com

 

Weingut: Maison Delas Frères
Das Delas Frères ist ein traditionelles Handelshaus, das 1835 auf der anderen Rhône-Seite in Tournon gegründet wurde. Es wurde 1996 von der Gruppe Roederer erworben und dem Champagnerhaus Deutz zugesellt. Bis vor kurzem wurden sämtliche Weine in Saint-Jean-de-Muzols neben Tournon gemacht. Mit dem Neubau im Zentrum von Tain erhielten nun die Roten der nördlichen Rhône einen spektakulären Vinifikations- und Fasskeller. Es lohnt sich, die Kellertour mit anschließender Verkostung von fünf Weinen (40,00 €) zu buchen. Zwischen der wellenförmigen Außenmauer – ein Geniestreich von Architekt Carl Fredrik Svenstedt – und dem verglasten Weinkeller, betritt man einen langen Korridor. Zum einen erlebt man diesen außergewöhnlichen Bau damit ganz hautnah, zum anderen hört man Details über die Technik der Weinbereitung und erhält einen Überblick über die Kellerstruktur mit ihren Gärtanks. Weiter führt der Gang zum Fasskeller, wo man in den Ausbau der Weine eingeweiht wird. Ein Aufstieg zur Dachterrasse erlaubt einen Blick auf die nahen Rebhänge des Hermitage, wo Delas Besitzer der Domaine des Tourettes ist. In der langgestreckten Vinothek verkostet man gut beraten mit schönem Blick in den Garten.

Delas bietet darüber hinaus diverse Möglichkeiten, die Weinberge kennenzulernen oder ausgedehntere Verkostungen durchzuführen, einschließlich Essen und Unterkunft in dem hervorragend renovierten früheren Stadthaus der Familie Jaboulet, in dem es elf luxuriöse Doppelzimmer und Suiten gibt. Doch wendet man sich damit nicht an Einzelpersonen, sondern bevorzugt an Gruppen von sechs Personen (= drei Doppelzimmer). Dann darf man mit einem unvergesslichen Erlebnis rechnen. Ein Beispiel dafür beginnt mit dem Aperitif auf der Dachterrasse der Kellerei, gefolgt vom Dîner mit Weinbegleitung und Unterbringung im Herrenhaus. Am nächsten Morgen werden nach dem Frühstück Weingärten und Kellerei besucht. Höhepunkt ist die professionelle Verkostung von sechs Weinen. Den Abschluss bilden das Mittagessen und ein Souvenir des Hauses. Richtpreis (abhängig vom gewählten Menü und den Weinen) 550,00 € pro Person. Kontakt: Francisco Almeida, Direktor([email protected])

Adresse
Maison Delas Frères
40bis, avenue Jules Nadi
26600 Tain l’Hermitage
www.delas.com

 

Restaurant: Le Mangevins
Vincent Dollat und seine Frau Keiko begannen mit einem kleinen Bistro nahe dem Bahnhof von Tain, inzwischen haben die zwei einen großen Sprung ins alte Viertel von Tain getan, wo sie zwei Häuser erwarben und nach eigenen Vorstellungen von Grund auf erneuerten. Hier haben sie endlich ausreichend Platz, Keiko in der Küche, Vincent im hellen, freundlichen Restaurant und dem kleinen Patio an warmen Tagen. Aktuell arbeitet das Paar alleine und kann daher nur rund 12 bis 14 Gäste empfangen – am besten also, Sie reservieren rechtzeitig. Zu Keikos Gerichten aus den Zutaten, die sie auf dem Markt findet, sucht Vincent zu jedem Gericht ausgezeichnet dazu passende Weine. Der Keller ist stark auf die nördliche Rhône ausgerichtet, Vincent überrascht Gäste aber auch gern – glasweise – mit den Kreationen neuer Talente. Doch wer kommt, um große Crus zu genießen, kommt im Mangevins genauso auf seine Kosten.

Adresse
Le Mangevins
7, rue des Herbes
26600 Tain l’Hermitage
www.lemangevins.fr

 

Weingut: Cave de Tain
Die Winzergenossenschaft ist eine Institution: 1933 gegründet, liegt sie zu Füßen des Hermitage. Ihr gehört von dieser weltberühmten Lage mit 22 Hektar sogar ein Achtel der Fläche! Von den mehr als 1000 Hektar Weinbergen in allen AOPs der Rhône Nord entfällt die große Mehrheit auf Syrah, was die Cave de Tain zum größten Erzeuger von Syrah-Weinen in Europa macht. In dem Caveau findet sich die gesamte Bandbreite der Region von attraktiven IGP- über typische AOP-Weine, zum Teil biozertifiziert oder ohne Schwefel vinifiziert, bis zu Selektionen einzelner Parzellen, den Terroirs d‘Exception oder speziellen Assemblagen wie dem großartigen Hermitage rouge Gambert de Loche. Der Besuch ist auch ohne Voranmeldung möglich.

Der besondere Tipp: Die zugehörige Agentur Terres de Syrah bietet dazu ein vielseitiges Oenotourismus-Angebot: Vom Kellerbesuch, diversen Verkostungen über Workshops, Weinwanderungen bis zum Kochkurs mit Starköchin Anne-Sophie Pic.

Adresse
Cave de Tain & Terres de Syrah
Route de Larnage
26600 Tain l’Hermitage
www.cavedetain.com
www.terresdesyrah.com

 

Museum: Cité du Chocolat Valrhona
Seit 1922 stellt die Firma Valrhona mitten in Tain Schokolade her und hat sich vor allem darauf spezialisiert, Köche, Chocolatiers und Patissiers mit dem Rohstoff ihrer Kreationen zu beliefern, den sogenannten „couvertures“. Das wachsende allgemeine Interesse an Schokolade führte dann zur Idee, die Cité du Chocolat ins Leben zu rufen und Besuchern „Geschmack, Geste und Materie“ von Schokolade auf unterhaltsame, interaktive Weise nahezubringen. Das dafür eigens errichtete Gebäude wurde 2013 eingeweiht. Neben Führungen gibt es auch verschiedene Workshops (auch speziell für Kinder).

Adresse
La Cité du Chocolat
12, avenue du Président Roosevelt
26600 Tain l’Hermitage
www.citeduchocolat.com

 

BEAUMONT-MONTEUX

Weingut: Domaine Les Bruyères David Reynaud
In Beaumont-Monteux, nur ein paar Kilometer von Tain entfernt, findet man das Weingut von David und Karine Reynaud ein Stück hinter dem Sportplatz. David übernahm die Weinberge im Jahre 2000 und stellte den Anbau sofort auf Bio um, direkt gefolgt von der Biodynamie. Seit 2005 ist das Gut von Biodyvin zertifiziert. Er errichtete den Keller, in dem alles nach Schwerkraft funktioniert, wählte rohe Betontanks für die Gärung der Rotweine und Betoneier oder gebrannten Ton für die Weißen. Über die Jahre erweiterte er die Rebfläche auf 27 Hektar, wobei an die 87 Prozent auf Syrah entfallen, vorwiegend als Crozes-Hermitage. Für die weiße Version der AOP gibt es Marsanne und Roussanne, aber David hat auch IGP-Lagen erworben, wo er nicht nur diese drei Sorten, sondern auch Viognier, Merlot, Persan und Grenache angepflanzt hat. Daraus entsteht die Reihe 7 Pèchés Capitaux, ganz auf Frische, Frucht und Trinkspaß ausgerichtet. Die Reynauds haben den Keller mit einem großen Probierraum ergänzt, von dem aus man über die Weingärten schaut und in dem das breite Weinangebot vorgestellt wird. Es hängt vom rechten Moment ab, was davon noch zu haben ist. Unter den Weißen bildet Aux Bétises aus Marsanne und Roussanne und acht Monate im Betonei auf der Feinhefe ausgebaut die Spitze. Georges und Les Croix sind die beiden vielschichtigsten roten Crozes-Hermitage, aber auch der Cornas – aus eingetauschten Trauben von Mathieu Barret – ist großartig.  

Adresse
Domaine Les Bruyères
12, chemin du stade
26600 Beaumont-Monteux
www.domainelesbruyeres.fr

 

PONT DE L’ISÈRE

Weingut: Domaine Combier
Bereits die Eltern von Laurent Combier besaßen Reben, diese waren für den Betrieb damals aber noch nicht von allzu großer Bedeutung, sondern der Anbau von Aprikosen. Das änderte Laurent, als er mit seiner Frau Ghislaine 1990 das Gut übernahm und seinen eigenen Keller baute. Seine Eltern hatten 1969 schon auf Bioanbau umgestellt und über die Jahre perfektionierte Laurent in den Weingärten wie im Keller die Arbeit mit der Natur, die für ihn immer vorrangig war. Seine Weine gewannen zunehmend an Eleganz und Finesse sowohl was die Aromen als auch die Struktur angeht. Laurents Stil hat weltweit Anhänger gefunden: Clos des Grives, ob weiß oder rot, zählt zu den legendären Weinen des Rhônetals. Eingerahmt von Hecken erstreckt er sich über neun Hektar im Süden der AOP Crozes-Hermitage auf einem Terroir von Rollkieseln. Sein ältester, vier Hektar großer Teil wurde 1952 gepflanzt. Vorwiegend Roussanne für die weiße Version steht auf 2,5 Hektar. Sie wird in Fässern vergoren, darin ein Jahr ausgebaut und reift ein weiteres Jahr in der Flasche. Ob rot oder weiß, Clos des Grives altert vorzüglich. Sie sollten sie unbedingt probieren.

Der besondere Tipp: Wer sich für Weine aus dem Priorat interessiert: Laurent hat mit seinen Winzerfreunden Peter Fischer und Jean-Michel Gerin dort 2002 das Weingut Trio Infernal aufgebaut. Inzwischen wird es von zwei seiner Neffen  weitergeführt und wurde in L’Infernal umbenannt. Auch diese Weine können Sie auf Domaine Combier probieren.

Adresse
Domaine Combier
1440, route de Lyon
26600 Pont de l’Isère
www.domaine-combier.com

 

MAUVES

Weingut: Domaine Bernard Gripa
Das Weingut ist schwer zu finden, denn die oft angegebene Adresse „5, Avenue Ozier“ führt mit dem GPS ins Leere. Fahren Sie – von Tain kommend – auf der D386 bis ins Zentrum von Mauves, biegen Sie dann links in die breite Rue du Rhône ein und dann die erste rechts und nach 50 Metern können Sie links parken und rechts auf den Hof der Domaine gehen. Nach weiteren 50 Metern finden Sie den Zugang zu Keller und Büro. Sie werden zwar wohl nur selten die Chance haben, Fabrice Gripa zu treffen, der das Weingut von seinem Vater Bernard übernommen hatte – es ist einfach zu viel zu tun in den 17 Hektar Rebparzellen. Lassen Sie sich deshalb aber nicht abschrecken, der Besuch & die Probe der wirklich grandiosen Weine ist ohne Voranmeldung möglich. Ungewöhnlich für die Region: Acht Hektar entfallen auf Weißweine, davon sieben Hektar in Saint-Peray und ein Hektar in Saint-Joseph. Die übrigen neun Hektar nehmen die Roten in der AOP Saint-Joseph ein. Der Saint-Peray Les Pins zu 70 Prozent aus Marsanne und zu 30 Prozent aus Roussanne ist ein saftig-salziger Weißer, ideal zum Aperitif. Alle anderen Weine gewinnen viel durch Flaschenreife und sind als Begleitung zum Essen bestimmt. Der 2003 Saint-Joseph Le Berceau blanc zum Beispiel ist ein sortenreiner Marsanne und zeigt in der Nase kandierte weiße und gelbe Früchte, besitzt am Gaumen eine hervorragende mineralische Spannung und exquisite stimulierende Bittertöne. Das rote Pendant steht dem nichts nach. Jetzt bietet der Jahrgang 2014 ein offenes, ausdrucksvolles Bouquet, in dem sich Leder, Gewürze und Früchte mischen. Im Mund folgen große Finesse, tolle Lakritznoten und ergreifende Vitalität.

Adresse
Domaine Bernard Gripa
4, chemin de Halage
07300 Mauves
[email protected]

 

SAINT-PERAY

Weingut: Domaine du Tunnel
Mitten in Saint-Peray liegt die Domaine du Tunnel. Die alten Ledersessel waren sicher schon gebraucht, als Sandrine und Stéphane Robert 1994 hier ihr Caveau eröffneten. Stéphane ist ein echter Selfmade-Winzer, der nach der Landwirtschaftsschule ein Jahr beim berühmten Winzer Jean-Louis Gripa (der später an Guigal verkaufte) arbeitete, was ihm den entscheidenden Anstoß für das eigene Weingut gab. Mit zweieinhalb Hektar Rebparzellen in Saint-Peray, Cornas und Saint-Joseph begann er, heute sind es vier Hektar in Cornas, je zweieinhalb Hektar in Saint-Peray und in Saint-Joseph sowie ein halber Hektar in Condrieu. Die Reben werden von Hand bearbeitet und gelesen. 2014 verwirklichte Stéphane seinen Traum, einen alten, 170 Meter langen Eisenbahntunnel aus Naturstein oberhalb von Saint-Peray im Lieu-dit Barras restaurieren zu lassen und dorthin seinen Gär- und Ausbaukeller zu verlegen. Daneben befinden sich zwei kleine Ferienhäuschen, die modern und geschmackvoll ausgestatteten Chalets Les Barras’ mit jeweils kleiner Terrasse und tollem Blick auf die Burg von Crussol und weit über das Rhônetal. Sie sind sehr begehrt, also frühzeitig reservieren.

Der besondere Tipp: Höhepunkt im Weingutsleben ist das Weinfest Barras Vin am dritten Samstag im Juli, das Weinfreunde von weither anlockt.

Adresse
Domaine du Tunnel
20, rue de la République
07130 Saint-Peray
www.domaine-du-tunnel.fr
www.lesbarrask.fr

 

Weingut: Domaine de Lorient
Zum Glück ist die Domaine de Lorient im GPS eingetragen, denn sonst hätte man auch hier etwas Mühe, das Weingut zu finden. Denn man kurvt immer höher über Saint-Peray hinauf, bis man auf eine einspurige Straße einbiegt, weiter geht es kurvenreich immer höher und dann schließlich einen Weg geradeaus bis zu dem alten, von wildem Wein bewachsenen Bauerhaus mit großer Natursteinterrasse. Dieser Ort nimmt einen sofort mit seinem Charme gefangen. Laure Colombo, die anfangs auf dem Weingut ihrer bekannten Winzereltern in Cornas arbeitete, wollte mit ihrem Lebensgefährten Dimitri etwas Eigenes gründen. Zu dem Weingut zählen zwei Gästezimmer, das eine im Haupthaus, das andere in einem nahe stehenden Häuschen; beide mit unabhängiger Küche, Bad, Schlafzimmer und viel Platz draußen. Laure, Dimitri und ihre beiden kleinen Kinder leben praktisch autark von allem, was sie biologisch selbst erzeugen. Als wegen der Corona-Epidemie die Restaurants geschlossen waren, beschlossen sie, auch ihre Gäste selbst zu versorgen, was aktuell noch immer der Fall ist. In der kleinen Hof-Boutique kann man sich zusätzlich mit Selbstgemachtem eindecken, wozu natürlich auch die spannenden Weine des Paars gehören, die inzwischen direkt daneben ausgebaut werden. Auf Lorient hat man das Gefühl, förmlich aller Hektik entflohen zu sein und man braucht nur ein paar Schritte gehen, um mitten in die Natur einzutauchen.

Der besondere Tipp: Im Sommer werden diverse Events wie Konzerte, Theater und immer wieder auch Dinner mit befreundeten Köchen veranstaltet.

Adresse
Domaine de Lorient
Lorient
07130 Saint-Peray
www.domainelorient.com

 

CHARMES-SUR-RHÔNE

Hotel: Le Carré d‘Alethius
In Charmes-sur-Rhône, praktisch gegenüber von Valence und in wenigen Minuten von dort zu erreichen, hat das Carré d’Alethius den Charme eines modernen Landhotels. Benannt nach einem angesehenen römischen Bürger, der – so vermutet man – 496 starb und von Tochter und Schwiegersohn in einem Sarkophag über dem heutigen Dorf beigesetzt wurde (heute im Rathaus), lohnt es den Abstecher wegen der exzellenten Küche von Olivier Samin. Dass es außerdem über acht moderne und behagliche Zimmer und eine Junior Suite – einige mit eigener Terrasse – zu vernünftigen Preisen verfügt, macht den Abstecher nur noch angenehmer. Olivier hat sich sein Know-how bei den besten Adressen geholt; seit 2003 war er in der Maison Pic in Valence, um Anne-Sophie Pic zur Hand zu gehen, als sie ihren dritten Michelin-Stern erwarb. Er blieb dort als Chef de Cuisine, bis seine Frau Stéphanie und er 2010 beschlossen, sich gegenüber in der Ardèche selbständig zu machen und ein kleines Hotel zu neuem Leben zu erwecken. Dort lässt er nun seinem Einfallsreichtum freien Lauf, um aus besten lokalen Produkten immer neue Gerichte zu kreieren. Hinreißend!

Adresse
Le Carré d’Alethius
4, rue P.Bertois
07800 Charmes-sur-Rhône
www.lecarredalethius.com   

 

 

WEITERE INFOS

Tipps von Dijon bis Marseille finden Sie unter: www.valleedelagastronomie.com

 

 

 

 

 

 

Ausgabe 05/2022

Erhältlich ab 13.7.2022: Weinwelt on tour zu La Vialla // Genussziel Malta // Alte Reben Portugal //Best of Riesling und weitere Themen

Themen der Ausgabe

Kleine Kunstwerke

Die bunten Summerrolls liegen gerade voll im Trend und das ist auch kein Wunder: Mit Gemüse, Tofu, Limette und frischem Koriander gefüllt, überzeugen die kleinen Köstlichkeiten nicht nur optisch. Dazu empfiehlt Sommelière Alexandra Rehberger einen erfrischenden Low-Alcohol-Schäumer. »zu Rezept & Weintipp

Wurzelecht

Ja, es gibt sie noch, wenn auch nur vereinzelt und verteilt auf der ganzen Welt. Von der Reblaus verschont, bringen die wurzelechten, häufig mehr als 100 Jahre alten Reben, heute noch eindrucksvolle und komplexe Weine hervor. Wo man die fast schon historischen Gewächse findet und welche Vorteile sie bieten, lesen Sie bei uns.

Ein Ort zum Genießen

Endlose Olivenhaine, Zypressen, Weinberge, blühende Wiesen und grüne Wälder – willkommen in der Toskana, genauer gesagt in der Fattoria La Vialla. Beim Arbeiten im Takt mit der Natur entstehen dort spannende Weine mit Charakter und Tiefgang. Warum Bienen und ihre Pollen dabei eine wichtige Rolle spielen, hat WEINWELT-Chefredakteurin Ilka Lindemann bei einem Besuch des familiengeführten Biobetriebs erfahren ... »weiterlesen