Zur Lafóa-Serie gesellt sich noch im September ein Pinot Nero
Zur Lafóa-Serie gesellt sich noch im September ein Pinot Nero

Lafóas Vollendung

Mit einem Pinot Nero vollendet die Kellerei Schreckbichl Colterenzio ihre exklusive Linie Lafóa. Es ist der fünfte und es soll der letzte Wein sein, den die Winzergenossenschaft unter dem Siegel Lafóa herausbringt.

Die Lafóa-Weine stehen wie keine zweite Linie für die Qualitätsrevolution der Südtiroler in den 1980er Jahren. Sie entwuchsen zunächst dem Weinberg namens Lafóa, der dem damaligen Präsidenten Luis Raifer gehörte und unter neuen Qualitätsstandards bewirtschaftet wurde. 

Der erste Lafóa war ein Cabernet Sauvignon und er kam mit dem Jahrgang 1987 auf den Markt, der Zweitgeborene ein 1993er Sauvignon und erst mit dem Jahrgang 2015 befand Schreckbichl die Qualitätsentwicklung reif für die Emission eines Chardonnays und eines Gewürztraminers unter dem Namen Lafóa.

10 Jahre dauerte hingegen die Entwicklung des neuen Lafóa Pinot Nero Riserva 2018, beginnend mit der Analyse der Böden. »Wir haben erkannt, dass der Pino Nero auf unseren Böden länger ausreifen muss als auf den kalkreichen Böden des Burgunds, wo eher und mit mehr Frucht geerntet werden kann. Wir haben die Angst verloren, dass uns mit der längeren Reife etwas verloren geht, denn das Aromenspektrum wuchs und wir konnten dadurch spitze Tannine vermeiden«, erklärte Kellermeister  Martin Lemayr bei der Präsentation auf der Festung Rocca di Lonate am Süden des Gardasees. 

Für die Selektion der Trauben wurden sechs Weinberge auserkoren. Der Großteil der Trauben stammt von Parzellen aus der Gemeinde Girlan mit ihren Moränenschuttböden aus Porphyr- und Dolomitgestein. Ein weiterer Teil wird im klassischen Blauburgunder-Gebiet der Südtiroler gelesen, oberhalb von Auer am Kiechlberg, wo lehm- und kalkhaltige Schotterböden dominieren.

»Die Trauben werden vor der Gärung gekühlt, um die Fruchtnoten zu intensivieren. Ein Teil der Trauben wird mit Stiel vergoren, dieser schenkt den vollreifen Trauben die nötige Knackigkeit, Spannung und Frische. Die Kontaktzeit mit der Maische wurde verlängert, um die Tannine zu verstärken. Schlussendlich hat sich das Team der Kellerei der Auswahl der Holzfässer gewidmet. All diese Maßnahmen, so klein sie auch erscheinen mögen, haben dazu geführt, dass Schritt für Schritt, Jahr für Jahr, die Qualität weiter nach oben geschraubt werden konnte. Daher erschien der Schritt als logisch und konsequent diesen Blauburgunder in die höchste Linie, Lafóa, aufzunehmen«, führt Lemayr aus, der vor seiner langen Karriere in Schreckbichl beim Blauburgunder-Spezialisten Hofstätter gearbeitet hatte.

Der neue Lafóa ist ein charakterstarker, perfekt ausbalancierter Wein auf der Höhe der Zeit: Kein Extraktmonster, kein Bieberwein, keine Fruchtbombe, sondern ein kraftvoller sortentypischer Pinot Nero Südtiroler Prägung, der den Trinkfluss anregt. In der Nase lugt zwischen dunkler Frucht die Himbeere heraus, unterlegt mit dezenten Röstaromen, Würze wie Wacholder. ein wenig minzige Frische neben einer erdigen Komponente. Am Gaumen entwickelte er sich mit ansteigender Dynamik, angetrieben von einer straffen Säure und unterstützt von ziseliertem Gerbstoff auf einer Aromatik, die neben den zitierten Fruchtnoten auch moosig-grüne Anklänge hat, süße Würze, Unterholz und Lakritz. 

Die erste Auflage des neuen Lafóa kommt im Laufe des Monats September auf die Märkte und beträgt rund 10.000 Flaschen, er kostet rund 32 Euro (UVP). Die Kellerei Schreckbichl Colterenzio hat keinen Exklusivpartner auf dem deutschen Markt und wird hauptsächlich über Saffer Wein in München, die Weinagentur und Distribution Kunz in Esslingen am Neckar sowie Wein & Champagner Hinz in Krefeld vertrieben. VC

Ausgabe 18/2021

WEINWIRTSCHAFT Ausgabe 18/2021

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