Artémis Domaines und Maisons & Domaines Henriot fusionieren (Foto: Champagne Henriot)
Artémis Domaines und Maisons & Domaines Henriot fusionieren (Foto: Champagne Henriot)

Mega-Fusion um Château Latour

Es ist wohl die Meldung des Jahres in der französischen Weinwelt: Artémis Domaines, im Besitz der Milliadärs-Familie von François Pinault (dem auch Château Latour gehört), fusioniert mit den Maisons & Domaines Henriot, wie internationale Medien berichten. 

Pinault ist mit drei Viertel der Anteile Mehrheitsaktionär der neuen Vereinigung, die fortan gemeinsam als Artémis Domaines firmiert. Am 30. September wurden die Verträge unterzeichnet, die die legendären Marken wie Château Latour aus dem Hause Artémis Domaines und Champagne Henriot nun unter einem Dach vereint.

Der Zusammenschluss solle eine Garantie dafür sein, erklärte François Pinault, dass eine französische Gruppe langfristig den Erhalt solcher Prestige-Weingüter sicherstelle, sowie deren Streben nach »Exzellenz« fortsetzen könne. 
Der Aufsichtsrat des neuen Unternehmens wird künftig von Gilles de Larouzière, dem Vorstandsvorsitzenden von Maisons & Domaines Henriot geleitet, die Leitung von Artémis Domaines bleibt Frédéric Engerer anvertraut, wie es hieß. 

Burgund zeigt sich kritisch

Zum Luxusgüter Imperium der Familie Pinault gehören u.a. die Weingüter Château Latour (Pauillac), Château Grillet (Rhône), Clos de Tart (Côte de Nuits), Domaine de l’Eugénie (Côte de Nuits), Domaine Eisele Vineyard (Napa Valley) sowie eine Minderheitsbeteiligung an Jacquesson. Famille Henriot bringt die Weingüter Bouchard Père & Fils (Beaune), William Fèvre (Chablis), Maison Henriot (Champagne) und Frères-in-law (Oregon) mit in die neue Unternehmung ein.

Unterdessen wird Kritik laut: Der Präsident des Verbandes der burgundischen Appellationen und Winzer (Confédération des Appellations et des Vignerons de Bourgogne, CAVB), Thiébault Huber, bezeichnete die Fusion gegenüber verschiedenen französischen Medien als »traurigen Schritt«. Es würden rund 200 Hektar erstklassiger burgundischer Weinberge von der Familie Henriot an wohlhabende Investoren verkauft, die zuvor von Generation zu Generation weitergegeben worden wären. Dies alles nur, um den Ruf des Luxusgüterkonzerns zu verbessern. Er warnte außerdem vor eventuell steigenden Preisen für Weine der Region, die außerhalb der Reichweite der meisten Menschen seien. ITP

Ausgabe 23/2022

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