Die Preview liefert drei Jungweine mit völlig unterschiedlichen, enorm spannenden Profilen (Foto: Sascha Speicher)
Die Preview liefert drei Jungweine mit völlig unterschiedlichen, enorm spannenden Profilen (Foto: Sascha Speicher)

Dreimal Jungstars, dreimal Preview

Ein Paket, das in der Branche für Furore sorgt: Moritz Kissinger, Carsten Saalwächter (beide Rheinhessen) und Jonas Seckinger (Pfalz) haben sich für ein spannendes Projekt zusammengetan. Jeder der drei Winzer hat ein Fass des Jahrgangs 2020 ausgesucht und daraus eine Vorschau des Jahrgangs gefüllt. „Wir wollen dieses Jahr wegen der durch Corona bedingten Situation und da uns niemand auf den Weingütern besuchen kann, unseren Freunden, Kunden und Händlern mit einem eigenen Paket den 2020er-Jahrgang im Nature-Bereich vorab quasi als Jungweinprobe vorstellen. Mit unseren gemeinsamen Händlern haben wir ausgemacht, dass jeder von uns ca. 300 Flaschen von einem Wein füllt. Die werden dann zu den bestimmten Weinhändlern versandt und diese bespielen dann damit ihre Kunden, vor allem Gastronomen“, beschreibt Jonas Seckinger das Preview-Projekt.

Tastsächlich taucht das Wein-Trio auf Instagram und Facebook immer wieder im Rampenlicht auf und zieht weite Kreise – mit durchweg positiver Resonanz. Auch uns erreichte das Paket, und der Inhalt ist erwartungsgemäß hoch interessant. Man erhält nicht nur einen Einblick in die Idee dreier Weine von Deutschlands wohl angesagtesten Jungwinzern, es ist darüber hinaus sehr aufschlussreich, sie in diesem frühen Stadium vergleichend gegenüberzustellen. 

Carsten Saalwächters Silvaner Alte Reben präsentierte sich schon im Duft sehr attraktiv, völlig reintönig und fein, mit ganz dezenten BSA-Anklängen, aber vor allem hellem, hefig-kalkigem Spice. Dazu kommen Bockshornklee, Nashi-Birne, Kamille und dezente, erdig-kräutrige Würze. Am Gaumen dann sehr straight und fokussiert, man merkt sofort die kalkige-salzige Mineralität des kargen Muschelkalkbodens. Sehr sehnig, pikant und für Silvaner erfreulich säurefrisch. Generell schmeckt man hier eher Herkunft und Boden als die Sorte – was uns sehr gut gefällt.

Ganz anders der 0 Ohm von Moritz Kissinger. Im Duft sehr expressiv und traubig, wirkte er am jüngsten und unfertigsten (aber trotzdem ansprechend), ohne die erwartete Reduktion und dafür mit offenem, hell-mostigem Duft, weißem Tee, deutlichen Yuzu-Zitrusnoten und animierender, prägnanter Säure. Ein Wein, dem mehr Zeit im Fass sicherlich sehr zugutekommen wird.

Am „fertigsten“ zeigte sich Jonas Seckingers Riesling R Pure. Sehr klar und erstaunlich duftig, mit feinen Bergamotte- und Grapefruit-Noten, minimaler und super feiner Reduktion sowie zart rauchiger Würze. Die salzig-rauchige Art schlägt dann am Gaumen voll ein, der Wein ist extrem pikant und griffig, hat innere Dichte ohne jegliche Schwere.

Alles in allem ein Paket, das hoffen lässt – nicht nur auf die weitere Entwicklung dieser Weine, sondern auch darauf, dass man die fertigen Flaschen dann irgendwann wieder in echter Gesellschaft mit anderen Weinfreaks teilen kann. Bis es so weit ist, geht das natürlich auch virtuell: Am 13. März lädt der Münchner Händler Weinfurore zu einer Live-Verkostung auf Facebook und YouTube ein. Die Gastgeber Markus Hirschler und Stefan Grabler verkosten und diskutieren gemeinsam mit den drei Winzern. cn