Das Verkaufsverbot ist ein neuerlicher Rückschlag für die krisengebeutelte Weinwirtschaft am Kap
Das Verkaufsverbot ist ein neuerlicher Rückschlag für die krisengebeutelte Weinwirtschaft am Kap

Viertes Verbot

Südafrikas Weinwirtschaftet leidet erneut. Eine weitere Infektionswelle rollt über das Land. Nun hat der südafrikanische Präsident Cyril Ramaphosa zum vierten Mal seit Beginn der Pandemie ein totales Verkaufsverbot für Alkohol verhängt. Der Bann soll 14 Tage bestehen bleiben. Mit dem Verbot will die Regierung den zusätzlichen Druck auf die Krankenhäuser verringern, der durch Notfälle im Zusammenhang mit Alkoholkonsum entstehe. Der Weinexport ist – im Gegensatz zu vorherigen Maßnahmen - nicht betroffen.

Die Produzentenvereinigung Vinpro hat die Maßnahme scharf kritisiert und will dagegen vorgehen. »Ein pauschaler politischer Ansatz zur Einschränkung des Weinverkaufs ist unnötig, ungerechtfertigt und kontraproduktiv«, sagte Vinpro-Geschäftsführer Rico Basson. "Das jetzt verhängte zweiwöchige Verbot folgt auf 19 Wochen Umsatzverluste in den letzten 15 Monaten, was sich verheerend auf den Wein- und Tourismussektor auswirkt, in dem mehr als 269 000 Menschen beschäftigt sind"

Die Organisation hatte bereits angekündigt, Klage gegen die Regierung und die Maßnahmen erheben zu wollen. Nun hat Vinpro im Eilverfahren einen Antrag auf einstweilige Verfügung gestellt, um eine Aufhebung des Verkaufsverbots für Wein in der Provinz Western Cape zu erwirken, wo der Großteil der amerikanischen Weinproduktion angesiedelt ist.

"Eine große Anzahl unserer Weinproduzenten und Weingüter sind klein - mehr als 80% der 529 Weingüter sind kleine und mittlere Unternehmen und sind auf den Direktverkauf an Kunden angewiesen. Obwohl der Weinexport weiterhin möglich ist, exportiert die Branche weniger als 50% der Jahresproduktion, die andere Hälfte wird im Inland verkauft. Ohne finanzielle Unterstützung der Regierung für diese Unternehmen sind ihre Aussichten und die ihrer Angestellten extrem düster."

Vinpro berichtet, man habe sich bereits an den National Coronavirus Command Council (NCCC) gewandt und spezifische Maßnahmen vorgeschlagen, „die einen ausgewogenen Ansatz zur Eindämmung der Ausbreitung von Covid-19 gewährleisten und gleichzeitig die Wirtschaft am Laufen halten würden“. Diese Vorschläge seien jedoch nicht berücksichtigt worden, sodass der juristische Weg für die Erzeuger unausweichlich scheint. aw

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WEINWIRTSCHAFT 09/2022

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