Im Handelsstreit zwischen der EU und der USA ist vorerst eine Entspannung eingetreten (Foto: pavlofox)
Im Handelsstreit zwischen der EU und der USA ist vorerst eine Entspannung eingetreten (Foto: pavlofox)

US-Strafzölle vorerst für fünf Jahre ausgesetzt

Nachdem unter der Regierung von Donald Trump die USA Strafzölle unter anderem auf Wein aus mehreren europäischen Staaten einführten, sind diese nun nach einer Kompromisslösung vorerst für fünf Jahre ausgesetzt. Das haben am 15. Juni die EU-Kommission und US-Präsident Joe Biden in Brüssel beschlossen. Kommissionspräsidentin von der Leyen erklärt damit »den längsten Handelsstreit in der Geschichte der WTO« für beendet.

Auslöser war die seit 17 Jahren schwelende Uneinigkeit beider Parteien über die Subventionierung der zivilen Flugzeugbauer Airbus und Boeing, woraufhin der ehemalige US-Präsident Trump Ende 2019 Strafzölle auf europäische Produkte, darunter Wein, verhängte. Der Steuersatz in Höhe von 25 Prozent verursachte dem Branchenverband AREV (Versammlung der Weinbauregionen Europas) zufolge Verluste in Höhe von 1,6 Mrd. Euro im Jahr. 

Gerhard Brauer, Vorsitzender des Verbandes Deutscher Weinexporteure e. V. (VDW) zeigt sich in einer Pressemeldung über die Entscheidung erfreut: »Eine sehr gute Nachricht für unsere Branche! Unsere Winzerinnen und Winzer können durch diese langfristige Aussetzung der Strafzölle aufatmen und wieder besser planen. Die USA sind nicht nur für EU-Weine, sondern auch für unsere Weine aus deutschen Anbaugebieten mit Abstand der größte Exportmarkt, und die Zölle hatten verheerende Auswirkungen für uns.«

Die EU-weiten Exporte in die USA seien um 54 Prozent zurückgegangen, der Export deutscher Weißweine habe sich um 20 Prozent verringert. Die Zölle stellten für viele Winzer in Europa neben Brexit, Corona-Pandemie und regionalen Frostereignissen ein massives Hindernis dar.

Endgültig abgeschafft sind die Sanktionen noch nicht. Innerhalb der fünf Jahre der Aussetzung hofft Brauer, »einen Kompromiss zu finden, mit dem der Streit und die Verhängung dieser Strafzölle endgültig beendet wird«. 

Neben Wein waren auch andere landwirtschaftliche Güter von den Zöllen betroffen. Die politischen Entscheidungsträger wollen mit dem Beschluss ihre gemeinsame Haltung gegenüber Chinas nicht marktkonformen Praktiken auf dem Gebiet der Luftfahrt unterstreichen, betont die US-Handelsbeauftragte Katherine Tai auf der Versammlung in Brüssel. sw

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Ausgabe 18/2021

WEINWIRTSCHAFT Ausgabe 18/2021

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