Junge Japaner sollten mehr trinken, findet die nationale Steuerbehörde (Foto: yamasan, stock.adobe.com)
Junge Japaner sollten mehr trinken, findet die nationale Steuerbehörde (Foto: yamasan, stock.adobe.com)

Trinken für den Staatsetat?

Der japanische Staat verzeichnet zu wenig Steuereinnahmen. Das findet zumindest die nationale Steuerbehörde und möchte die jungen Erwachsenen im Land motivieren, mehr Alkohol zu trinken. Der Plan, dadurch höhere Steuereinnahmen zu erzielen, geht derzeit durch diverse internationale Medien, unter anderem die BBC hatte darüber berichtet.

Ein Land mit der demografischen Struktur von Japan – immer mehr (teilweise sehr) alte, immer weniger junge Menschen – muss natürlich schauen, wie die Bürger am Staatshaushalt beteiligt werden können. Laut der Japan Times hatten die Steuern auf alkoholische Getränke im  Jahr 1980 noch 5 Prozent der gesamten Steuereinnahmen des Landes ausgemacht, 40 Jahre später waren es nur noch 1,7 Prozent.

Etwas befremdlich wirken die Ideen angesichts der weltweiten Bemühungen seitens der Weltgesundheitsorganisation (WHO), den Alkoholkonsum einzudämmen und auch die japanischen Gesundheitsbehörden waren laut Medienberichten nicht begeistert vom Vorschlag ihrer Kollegen von der Steuerbehörde. In der Europäischen Union (EU) gibt es vermehrt Bestrebungen, den Alkoholkonsum zu reduzieren, so prescht beispielsweise Irland mit der Entscheidung voran, alkoholische Getränke künftig mit Warnhinweisen zu versehen, wie es beispielsweise bei Tabakprodukten in der EU schon gang und gäbe ist.

Laut einer Untersuchung der WHO aus dem Jahr 2016, die sich mit dem weltweiten Alkoholkonsum befasste, lag Japan nur auf Rang 72 aller Länder, mit einem jährlichen Pro-Kopf-Konsum von etwa 8 Litern Reinalkohol (offiziell erfasster sowie inoffiziell geschätzter Konsum zusammen). Zum Vergleich: Irland lag auf Platz 7 der Liste mit einem Gesamtreinalkoholkonsum von 13 Litern pro Kopf und Jahr, direkt hinter Deutschland und Nigeria, die sich den fünften Platz mit jeweils 13,4 Litern teilten. Die Top 4 in der Liste waren Estland (16,9 Liter), Litauen (15 Liter), Tschechien (14,3 Liter) und die Seychellen (13,8 Liter).

Laut Financial Times steht das Gesundheitsministerium in Japan bereits im Austausch mit der nationalen Steuerbehörde. Man beteilige sich allerdings nicht an der Kampagne, Thema sei vielmehr ein verantwortungsbewusster Alkoholkonsum. VM

Ausgabe 2/2023

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