Weinberge in Schweden, hier bei Flyinge Vingård (Foto: Lena Särnholm)
Weinberge in Schweden, hier bei Flyinge Vingård (Foto: Lena Särnholm)

Schweden auf dem Weg zur g.g.A.

Der Schwedische Branchenverband für Weinbau und Önologie (SBOV) möchte erreichen, dass für schwedische Weine eine geschützte geografische Angabe (g.g.A., englisch PGI, französisch/italienisch IGP) eingerichtet wird. Man habe vor, die entsprechenden Papiere noch vor dem Sommer einzureichen, sodass die Genehmigung noch dieses Jahr komme, teilt Lena Särnholm vom Verband Piwi International – dem Absender der Nachricht – gegenüber WEINWIRTSCHAFT mit.

Schweden ist seit 1999 offiziell als Weinbauland bei der EU eingetragen. Derzeit gibt es nur die Qualitätsstufe Schwedischer Wein ohne weitere Herkunftsbezeichnung. Das soll sich mit Einführung der PGI ändern, auf die längerfristig PDOs – also die geschützte Ursprungsbezeichnung bzw. Appellation im romanischen Weinvokabular – folgen sollen. »Derzeit wird daran gearbeitet, zu definieren, was die Weine aus den verschiedenen Landschaften unterscheidet. Dabei geht es um Qualität, nicht um ein bestimmtes Geschmacksprofil«, sagt Emma Serner, Geschäftsführerin von SBOV.

In Schweden beträgt die Rebfläche derzeit etwa 200 Hektar, die von rund 40 Betrieben bewirtschaftet werden. Etwa die Hälfte davon ist im SBOV organisiert. In den schwedischen Weingärten stehen zu etwa 95 Prozent Piwi-Rebsorten, vor allem Solaris. Das Gros der Flächen befindet sich in Schwedens südlichster Region Skåne, auf deutsch Schonen. Diese Region könnte ihren Namen auch für eine PGI hergeben. SW

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Ausgabe 11/2023

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