Endlich Geld für's Ahrtal (Foto: VDP / Peter Bender)
Endlich Geld für's Ahrtal (Foto: VDP / Peter Bender)

Das Spenden-Geld kommt endlich im Ahrtal an

Die Solidarität innerhalb der Weinbranche nach den verheerenden Fluten vor eineinhalb Jahren im Ahrtal war groß. Auch der Verband Deutscher Prädikatsweingüter (VDP) startete rasch eine Spendeninitiative unter dem Claim »Der VDP-Adler hilft«. Nun, so meldet der Verband, soll das Gros der Spendengelder die Bedürftigen erreichen – 18 Monate später.

Die Mühlen der Bürokratie hatten den Spendenfluss gebremst. Der Grund dafür war, dass Weingüter als wirtschaftliche Betriebe etwaige erhaltene Spendengelder versteuern müssen, da nur gemeinnützige Institutionen steuerfrei Spenden erhalten dürfen, die zudem einen Freistellungsbescheid vom Finanzamt benötigen. Dennoch konnte immerhin ein Teil der Gelder verwendet werden, um erste Soforthilfen auszuzahlen und eine Helikopter-Pflanzenschutz-Kampagne zu finanzieren. Nun soll der Rest – immerhin fast 4 Mill. Euro – auf die geschädigten Betriebe verteilt werden. 

Das bisherige Problem wurde dabei nach Angaben des VDP auf zweierlei Art und Weise gelöst. Teilweise wurden Zuwendungen, die beispielsweise durch »Schatzkammer«-Verkäufe oder ähnliche Aktionen generiert wurden, als Sponsoring statt als Spende deklariert. Zudem wurde eine sogenannte »Hilfspersonen-Regelung« genutzt, die dafür sorgen soll, dass die Weingüter in den Bereich der Gemeinnützigkeit fallen, da sie sich um den Erhalt der Kulturlandschaft kümmern.

Fast die Hälfte des Geldes soll an die drei Genossenschaften Mayschoß-Altenahr, Dagernova und Ahrweiler-Winzerverein gehen, die sie einerseits nutzen wollen, um Vinotheken und Betriebsstätten wieder aufzubauen und andererseits auch an ihre Mitglieder auszahlen, wobei Vollerwerbs-Traubenerzeuger stärker berücksichtigt werden sollen. 

Die übrigen Gelder werden mittels eines Schlüssels, der zu jeweils 50 Prozent die Betriebsgröße (Hektar Rebfläche, nicht nur geschädigte Fläche) und nicht gedeckte Restschäden berücksichtigt, auf die privaten Erzeuger verteilt. Die nicht geschädigte Rebfläche wird laut VDP deswegen mit in die Rechnung einbezogen, da man davon ausgeht, je mehr Hektar ein Betrieb bewirtschaftet, desto größer ist sein Anteil an der Zukunft des Ahr-Weinbaus.

»Mit Auszahlungsbeträgen, die durchschnittlich im 5 – 6-stelligen Bereich pro Weinbaubetrieb und bis zu fast 800.000 Euro für eine der Genossenschaften liegen, wird der Umfang der Spendenaktion besonders deutlich. So war es möglich, Summen auszukehren, mit denen wirklich etwas bewegt werden kann und die nach der langen Zeit des Leidens hoffentlich Zuversicht geben können«, resümiert Steffen Christmann. RED

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Ausgabe 2/2023

Themen der Ausgabe

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