Hinter idyllischer Kulisse brodelt es im Languedoc (Foto: Archiv)
Hinter idyllischer Kulisse brodelt es im Languedoc (Foto: Archiv)

Aufruhr im Languedoc

Nach diversen Kontroversen innerhalb der Organisation haben die Appellationen Fitou und Corbières ihre Mitgliedschaft beim Conseil Interprofessionnel du Vin du Languedoc (CIVL) zum Ende 2023 gekündigt. 

Man sei nicht mehr mit der allgemeinen Ausrichtung der Kommunikation einverstanden, die mehr auf die Unternehmen als auf die Appellationen ausgerichtet gewesen sei, hieß es seitens Alain Gleyzes, dem Vorsitzenden des Schutzverbands des Cru Fitou gegenüber Vitisphere. Das Fass zum Überlaufen hatte für die Appellationen Fitou, Corbière sowie Malepère eine in ihren Augen nicht konforme Abstimmung bei der Präsidentschaftswahl der CIVL am 2. Juli 2021 gebracht, bei der Christophe Bousquet aus La Clape ins Amt berufen wurde. 

Die Wahl wurde jedoch unter Ausschluss der Vertreter der Direktvermarkter aus dem Handelskollegium getroffen, die »einfach nicht geladen wurden«, wie es in den Medien hieß. Im Languedoc werden laut Satzung für den Wahlverwaltungsrat aber auch stimmberechtigte Winzer als Direktvermarkter benannt. Gleyzes betont, dass in der AOP Fitou immerhin 47 Prozent der Produktion von Direktvermarktern erzeugt werde, in der Appellation Corbières seien es sogar 55 Prozent, wie der Vorsitzende des Generalverbands, Olivier Verdale, informiert. 

Malepère bleibt

Die Kündigungen müssen nach den Statuten 18 Monate vor dem Ende der Branchenvereinbarung Ende 2023 formalisiert werden. Im Gegensatz zu Corbière, die auf Verhandlungen mit dem Branchenverband hoffen, um die Kommunikation auf eine neue Grundlage zu stellen, versteht Fitou seine Kündigung nicht als eine Aufforderung zur Verhandlung, sondern als eine feste Entscheidung, das CIVL zu verlassen, selbst wenn die Direktvermarkter bei der nächsten Generalversammlung im Juni wieder in das Kollegium aufgenommen würden. 

Die Appellation Malepère, die nach der Wahl im Juli 2021 ebenfalls mit einer Kündigung gedroht hatte, stimmte bei einer außerordentlichen Generalversammlung der Gebietsvereinigung im April mit 63 Prozent der Mitglieder für den Verbleib im CIVL. Gilles Foussat, der Präsident der Organisme de Défense et de Gestion ODG teilte jedoch mit, dass die Debatte sehr gespalten gewesen sei. itp 

Ausgabe 19/2022

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