Mit einer Mail sorgte der Weinbauverband der Nahe für Verstimmung bei Kommissionären und Kellereien
Mit einer Mail sorgte der Weinbauverband der Nahe für Verstimmung bei Kommissionären und Kellereien

Ärger an der Nahe

An der Nahe hat der Geschäftsführer des Weinbauverbands Nahe eine Rundmail an die Winzer versandt mit dem Betreff »Angebot von Abnahmeverträgen des Weinkommissionärs Dr. Gänz in Kooperation mit der Kellerei Trautwein«. Im Inhalt kann der Kommissionär in direkter Anrede sein Angebot zu Abnahmeverträgen im Herbst unterbreiten. 

Unter Winzern und Kommissionären sorgt die Mail für Unruhe. Die Kommissionäre sehen sich durch die Rundmail gegenüber dem Kollegen benachteiligt, während einige Winzer Angst um den Bestand eines funktionierenden Wettbewerbs haben. »Wie kommt der Verband dazu, für einen Kommissionär Werbung zu machen«, fragt Oliver Stiess, Präsident des Bundesverbands der Weinkommissionäre, gegenüber WEINWIRTSCHAFT. »Der Weinbauverband hätte doch zumindest eine Auswahl an Kommissionären nennen müssen«. Zudem sei es seltsam, dass in der Mail vom Kommissionär mit banalen Punkten geworben werde, die den üblichen Geschäftsbedingungen am Fassweinmarkt entsprechen.

Verbandspräsident Dr. Thomas Höfer erklärte gegenüber WEINWIRTSCHAFT, dass es ein Versehen gewesen sei, einen Kommissionär in der Mail zu nennen. Man sei bestrebt, dass die Winzer zwischen mehreren Kommissionären auswählen könnten. Es sei jedoch nicht unüblich, auf Angebote von Großabnehmern hinzuweisen. Auch die Angebote anderer großer Weinproduzenten seien in der Vergangenheit gegenüber den Winzern kommuniziert worden. Von Seiten der Wettbewerber der Kellerei zeigt man sich dennoch »nicht sehr begeistert, dass sich der Weinbauverband zum Vehikel macht«. cg

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