In eigener Sache: Danke

Mehr als 25 Jahre durfte ich als Chefredakteur die Geschicke der WEINWIRTSCHAFT lenken und dafür will ich mich bedanken: Für die vielen Begegnungen, für die interessanten Gespräche, den Meinungsaustausch, für die Aufmerksamkeit und für eine lange, spannende Zeit, an der ich teilhaben durfte, an exponierter Stelle der Weinbranche. Ich habe nicht alles richtig gemacht. Fehler und Irrtümer gehören zum Handwerk, aber manches ist mir gelungen.

Zuallererst gilt mein Dank Ihnen, den Lesern. Viele halten seit Jahrzehnten der WEINWIRTSCHAFT die Treue, was mich stolz macht. Sie haben die vergangenen 25 Jahre für mich bestimmt. Im Geiste war ich immer bei Ihnen. Ich habe versucht, mich in Sie, in Ihre Probleme und Herausforderungen hineinzuversetzen, in Ihre Unternehmen in Weinbau, Kellerwirtschaft und Weinhandel im In- wie im Ausland. Stets ging es mir ums Professionelle und um die Leidenschaften, die so viele Menschen mit dem Thema Wein verbinden.

Für Wein habe ich mich schon als Jugendlicher interessiert. Ich las Bücher aus alter Zeit, als Wein noch etwas Kultisches anhaftete. Später ab dem Erwachsenwerden begann ich Wein zu trinken. Erst probeweise, später mehr, aber immer moderat. Wein brachte mir zu allen Zeiten viel Freude und Genuss. Ich tauchte ein in die Welt des Weines und richtete mein Studium der Agrarwissenschaften daran aus.

Deshalb will ich Dank an meine Lehrer an der Universität Hohenheim sagen. An den großartigen Prof. Alleweldt, der, obwohl Rebenzüchter, sich als Erster umfassend der Physiologie der Reben widmete und die wissenschaftlichen Grundlagen des heutigen Weinbaus darlegte. Dank auch an Prof. Pieper und Prof. Bruchmann, die mich in die Chemie der alkoholischen Gärung einführten. Bruchmann, ein begnadeter Forscher, der sich noch an die frühen Nobelpreisträger erinnerte, die die Grundlagen der heutigen Biochemie legten. Bahnbrechende Entdeckungen, ohne die die Welt heute anders aussähe.

Dank aber auch an meinen Doktorvater, Prof. Böckenhoff, der meinen Geist für eine freie Marktwirtschaft schärfte und Dank an meine Frau, die mich bei all diesen Vorhaben unterstützte.
 

Hermann Pilz, Chefredakteur WEINWIRTSCHAFT
Hermann Pilz, Chefredakteur WEINWIRTSCHAFT

Dank sagen darf ich der Familie Meininger und allen Mitarbeitern des Verlages. Sie setzten Vertrauen in mich und gaben mir Unterstützung, die Chefredaktion der WEINWIRTSCHAFT zu leiten. An erster Stelle steht natürlich Peter Meininger als mein erster Chef im Verlag. Als knorrige Eiche sparte er nicht mit Kritik und zollte Anerkennung, wenn ein Artikel oder Kommentar gut gelungen war. Dank sagen darf ich seinen Kindern, Andrea und Christoph Meininger, mit denen ich gemeinsam viele neuen Projekte entwickeln und umsetzen durfte. Sie ließen mich journalistisch gewähren und unterstützten meine freiheitliche Einstellung. Ich musste mich nie verbiegen und konnte frei und unabhängig den Finger in die Wunde legen, wenn es denn eine gab. Dafür sage ich ganz herzlichen Dank. Eine tolle wunderbare Zusammenarbeit. 

Mein Denken war immer davon geprägt, den rationalen Verstand einzusetzen, Recht, Ordnung und Fairness Gehör zu verschaffen. Das Leben ist weder gerecht noch für alle gleich, aber jeder muss und soll faire Chancen haben. Als investigativer Journalist durfte ich oft genug erleben, wie schnell man vom Jäger zum Gejagten mutiert, wenn man recherchiert, sichtet, unterscheiden und bewerten muss, was Wahrheit, Lüge, Behauptung oder Verdacht ist. Ich habe beides erlebt, Triumphe genauso wie Niederlagen, aus denen man aufsteht, sich schüttelt und von neuem beginnt. Erfahrungen, für die ich dankbar bin.

Die Weinbranche hat sich in den letzten 25 Jahren gewaltig verändert, und sie wird es weiter tun. Es gibt keinen Stillstand. Wandel gehört zum Leben und so darf ich meinen Nachfolgern, Alexandra Wrann und Clemens Gerke, ebenfalls Dank sagen, dass Sie die Herausforderung angenommen haben, die Redaktion der WEINWIRTSCHAFT weiterzuführen. Nichts befriedigt mehr, als zu wissen, dass ein Haus gut bestellt ist. 

In diesem Sinne wünsche Ihnen allen ein frohes Weihnachtsfest und einen guten Start ins neue Jahr.

Ausgabe 2/2022

WEINWIRTSCHAFT 02/2022

Themen der Ausgabe

WeinKöpfe

Unsere neue Rubrik. Zum Auftakt fragen wir Klaus Schneider, wie es um Deutschlands Weinbau steht

Griechenland

Assyrtiko ist Griechenlands wohl bekannteste weiße Rebsorte. Zu Recht. Die Weine werden immer beliebter

Weinhändler des Jahres

Bei Sardovino finden Italien-Fans alles, was das Herz begehrt. Unser Weinhändler des Jahres im Porträt