Henkell Freixenet, die Sekt, Wein und Spirituosen-Sparte der Oetker-Gruppe, kommt gut durch die Krise. (Foto: Henkell-Freixenet)
Henkell Freixenet, die Sekt, Wein und Spirituosen-Sparte der Oetker-Gruppe, kommt gut durch die Krise. (Foto: Henkell-Freixenet)

Henkell Freixenet bietet Corona die Stirn

Henkell Freixenet schloss das Geschäftsjahr 2020 mit einem Umsatz von 1,195 Milliarden Euro ab. Dies entspricht einem Minus von 6,5 Prozent zum Vorjahr. Die Fokussierung auf starke Marken sei fortgesetzt und weitere Desinvestitionen durchgeführt worden.

„Wir haben die 2018 begonnene Fokussierung auf globale und starke lokale Marken konsequent fortgesetzt und weitere Desinvestitionen vorgenommen. So legten unsere Kernmarken in Summe um + 5,2 Prozent zu. Nichtsdestotrotz zeigen sich die Auswirkungen der Corona-Pandemie deutlich“, kommentiert Dr. Andreas Brokemper, Sprecher der Geschäftsführung von Henkell Freixenet, die Veröffentlichung der Jahreskennzahlen.

„Derzeit gehen wir davon aus, dass in der zweiten Jahreshälfte auch die Nachfrage in der Gastronomie wieder anziehen wird, abhängig vom Impfgeschehen und der weiteren Entwicklung der Pandemie", sagt Henkell-Freixent-Chef Dr. Andreas Brokemper. (Foto: Henkell Frexenet)

Während der ersten Pandemiewelle von März bis Juni sei der Konsum von Sekt und Champagner vielerorts zum Erliegen gekommen, so Brokemper. „Nach einer schnellen Erholung in den Sommermonaten erreichte uns die zweite Welle in der konsumstarken Weihnachtszeit und zu Silvester. Darunter haben insbesondere die Sekt-, Cava- und Champagnerabsätze gelitten, während Prosecco leichte Zuwächse verzeichnen konnte“, führt der Unternehmenschef aus. Am Ende habe man bei Sekt und Prosecco den Marktanteil erhöht. Insbesondere die Marke Freixenet habe von der Fokussierung trotz Pandemie profitiert und ein erfreuliches Wachstum verzeichnet. Der Absatz von Wein habe vom Trend zum genussvollen Konsum zuhause profitieren können und zeige deutliche Zuwächse. Auch in der regionalen Verteilung des Umsatzes seien die Auswirkungen von Corona sichtbar gewesen, sagt Brokeper. Während die Länder in Nord- und Mitteleuropa von den Reisebeschränkungen profitiert hätten, mussten die südeuropäischen Länder mit hoher Tourismusabhängigkeit empfindliche Einbußen hinnehmen. Ebenso sei das Duty-Free- und Airline-Geschäft fast vollständig zum Erliegen gekommen.

 

Entwicklung des Unternehmens in den Kernmärkten

Henkell Freixenet schloss nach Angaben des Unternehmens in Deutschland, Österreich und der Schweiz (DACH) das Geschäftsjahr 2020 mit einem Umsatz von 304,2 Millionen. Euro ab (+1,1% zum Vorjahr). Bereinigt um Konsolidierungseffekte entspreche dies einem Wachstum von + 1,7 Prozent.

Das Westeuropa-Geschäft habe laut Henkell Freixenet im Geschäftsjahr 2020 einen Umsatz von 322,6 Millionen Euro (- 10,2 %) verbucht. Die Umsatzentwicklung der Region sei stark beeinträchtigt von Lockdowns und Reisebeschränkungen gewesen.

Auf den osteuropäischen Märkten habe Henkell Freixenet vornehmlich aufgrund der Reorganisation der Aktivitäten in der Ukraine einen Umsatzrückgang auf 164,9 Millionen Euro (- 5,4 % zum Vorjahr) verzeichnet. Bereinigt um Konsolidierungseffekte und Wechselkurseinflüsse sei der Umsatz annähernd konstant (- 1,1 % zum Vorjahr) geblieben.

In Amerika schloss Henkell Freixenet eigenen Angaben zufolge das Geschäftsjahr 2020 mit 133,3 Millionen Euro ab (- 20,2 %). Die USA und Mexiko hätten deutlich unter den Gastronomie- und Standortschließungen gelitten, heißt es unternehmensintern.

Die Region Asien-Pazifik umfasse die Aktivitäten der Henkell Freixenet-Gesellschaften in Japan, Australien und China sowie alle weiteren Exportaktivitäten in der Region Asien-Pazifik. Insgesamt sein ein Umsatz von 42,2 Millionen Euro erzielt (- 15,9 %) worden. Im klassischen Export sei der Bereich „Global Travel Retail“ (GTR) von krisenbedingten Geschäftsausfällen stark betroffen gewesen.

Entwicklung der globalen Kernmarken

Die Marke Freixenet nach Unternehmensangaben im Gesamtjahr 2020 einen Absatzrekord mit 99,3 Millionen 1/1-Flaschen erreicht. Dies entspreche einem Wachstum von + 5,1 Prozent. Freixenet Prosecco und Italian Rosé hätten sich überproportional im Vereinigten Königreich, den Nordics und Benelux entwickelt. Darüber hinaus haben die Marke positive Entwicklungen im Wein-Sortiment mit der neu eingeführten Freixenet Italian Range sowie Freixenet Mederaño und Mia verzeichnet.

Der weltweite Absatz von Mionetto sei leicht um - 2,5 Prozent auf 26,6 Millionen 1/1-Flaschen zurückgegangen. Die Verluste resultierten im Wesentlichen aus den Absatzausfällen im Gastronomiegeschäft in Italien, den USA und rückläufigem Duty-Free- und Airline-Geschäft, heißt es nach Angaben von Henkell Freixenet. Deutlich zulegen können, habe der Prosecco DOC Treviso, der heute in 12 Ländern die Marke von 0,5 Mio. 1/1 übersteige. Im Herbst sei mit Mionetto Prosecco Rosé einer der ersten Rosé-Proseccos international eingeführt worden. Zeitgleich sei der Relaunch des Hauptproduktes Mionetto Prosecco DOC Treviso erfolgt, dem international meistverkauften Prosecco.

Henkell Trocken habe mit 11,3 Millionen 1/1-Flaschen einen Rückgang aufgewiesen (- 12,5 %), u. a. durch die Rücknahme von Beständen des ehemaligen australischen Importeurs. In Österreich habe sich Henkell weiterhin als umsatzstärkste Marke behaupten können, ebenso in Kanada und Australien. Neu eingeführt worden seien Piccolo-Varianten als Rosé und als Blanc de Blancs in der weiß lackierten Flasche.

Die Marke i heart Wines, die 2021 ihr 10-jähriges Bestehen feiert, habe im Jahr 2020 ein beachtliches Wachstum um + 43 Prozent auf 31 Mio. Flaschen verzeichnet. Allein auf dem UK Heimatmarkt seien 25,3 Millionen. 1/1-Flaschen verkauft, ein Plus von 37,7 Prozent. Im Vereinigten Königreich sei i heart Wines mittlerweile eine der bedeutendsten Weinmarken. International habe die Marke um + 75,8 Prozent wachsen können.

Mangaroca Batida de Côco sei 2020 erneut um + 8,0 Prozent auf 2,3 Millionen verkaufte 1/1-Flaschen gewachsen. Insbesondere in Deutschland habe die Marke deutlich zulegen und den Marktanteil im Bereich der Cremeliköre ausbauen können.

Schwierige Prognose fürs neue Jahr

Eine Prognose für das Jahr 2021 sei laut Henkell Freixenet schwierig. Die Corona-Pandemie führe derzeit zu einschneidenden Veränderungen. In zahlreichen Ländern komme das öffentliche Leben immer wieder zum Erliegen, wovon insbesondere die Gastronomie und Hotellerie sowie das Duty-Free-Geschäft betroffen seien.

Dazu Unternehmenschef Dr. Andreas Brokemper: „Derzeit gehen wir davon aus, dass in der zweiten Jahreshälfte auch die Nachfrage in der Gastronomie wieder anziehen wird, abhängig vom Impfgeschehen und der weiteren Entwicklung der Pandemie. Für das Jahr 2021 erwarten wir einen stabilen bis leicht wachsenden Konsum im Wein-, Sekt- und Spirituosenbereich. Die Wiedereröffnung der Gastronomie und die Rückkehr des Tourismus werden insbesondere in den mediterranen Ländern für Wachstum sorgen. Mit der Erholung des Flugverkehrs sollte auch das Duty-Free-Geschäft langsam wieder anlaufen. Aufgrund der starken Länder- und Markendiversifikation sind wir zuversichtlich, dass wir die Krise weiterhin gut meistern werden, und hoffen, dass wir getreu unserem Motto „Celebrate Life“ mit unseren Kunden im Verlauf des Jahres wieder vermehrt anstoßen können.“ //pip

Ausgabe 19/21

Titelseite Getränke Zeitung (Stockwerk-Fotodesign - stock.adobe.com)

Themen der Ausgabe

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