Kleine Ernte, große Nachfrage, hoher Preis im Beaujolais (Foto: Archiv)
Kleine Ernte, große Nachfrage, hoher Preis im Beaujolais (Foto: Archiv)

Wenig und teuer

Die diesjährige Primeur-Verkaufs-Kampagne für den Beaujolais Nouveau hat gestartet. Aufgrund der kleinen Ernte 2021 war der Handel von Preisen in Höhe von etwa 250 Euro/hl für den Beaujolais Nouveau und 270 Euro/hl für Beaujolais Villages Nouveau ausgegangen, was bereits deutlich über der Preis-Obergrenze von 190 Euro/hl des vergangenen Jahrs läge.

Das Haus Jean Loron aus dem südlichen Burgund rief jetzt jedoch einen Preis von 280 Euro/hl für Beaujolais und 300 Euro/hl für Villages auf und führte damit zu Missstimmung innerhalb der Branche.

Philippe Bardet, Geschäftsführer des Hauses, verteidigt diese Entscheidung gegenüber den französischen Medien: »Der Markt balanciert zwischen einem sehr begrenzten Angebot in diesem Jahr, aufgrund der zu geringen Ernte, und einer besonders anhaltenden Nachfrage dank der wirtschaftlichen Erholung«, begründet er, »diese Preise sind angemessen, das Gleichgewicht herzustellen, das die Region benötigt, um die finanziellen Verluste durch Ernteausfälle zu begrenzen«. 

Auch die Genossenschaften der Region riefen inzwischen ähnliche Preise auf. David Ratinger, Präsident der ODG (Organisme de Défense et de Gestion) befürwortet dieses Niveau ebenfalls, da zu den eingeschränkten Wein-Erträgen auch fehlende Lagerbestände hinzukämen. Er erwarte auch im übrigen Burgund Preissteigerungen von etwa 70 Prozent gegenüber dem Vorjahr, was die Erhöhungen von etwa 50 Prozent im Beaujolais relativiere. 

Trotz der kritischen Stimmen aus dem Handel fürchten die Négociants in diesem Jahr gänzlich leer auszugehen, da nur wenig Wein verfügbar sei. Die neusten Ernteprognosen des französischen Landwirtschaftsministeriums haben die vorherigen schlechten Erwartungen noch übertroffen. Insgesamt werden für Beaujolais/ Burgund nur etwa 1,14 Mill. Hektoliter erwartet, was Einbußen in Höhe von 51 Prozent im Vergleich zu 2020 darstellt. Die Region war im besonderen Maße durch die Frostereignisse im April dieses Jahres sowie Pilzdruck in Mitleidenschaft gezogen worden. itp

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Ausgabe 20/2021

WEINWIRTSCHAFT Ausgabe 20/2021

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