Foto: timkaekler/Fotolia
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Mehr Wein-Betrug im Internet

Durch Covid-19 hat es kaum mehr Präsenzveranstaltungen gegeben. Dafür stieg die Zahl der Online-Events rasant an. So auch im Wein-Business. Weingüter laden zu Online-Tastings ein, Unternehmen zu Firmen-Incentives, Händler preisen ihre Pakete an. Doch diese vermehrte Online-Aktivität ruft auch immer mehr Betrüger auf den Plan. So berichtet das US-amerikanische Unternehmen Recorded Future in einer Studie gemeinsam mit der Cyber-Sicherheits-Firma Area 1 Security, dass die Zahl der Betrugsversuche im Weinbereich stark angestiegen sei.

Dafür untersuchten die Analysten die Entwicklung der Neuregistrierungen von weinbezogenen Domains, etwa zu den Begriffen Wein, Vino, Champagner, Bordeaux oder Cabernet. 
So habe es im Zeitraum von April 2020 bis März 2021 zunächst einen signifikanten Anstieg von Domain-Anmeldungen zum Thema Wein gegeben. Bis März 2020 waren es zwischen 3.000 und 4.000 pro Monat, im Mai bereits 12.400. Leicht verzögert ist auch die Zahl von von Recorded Future als verdächtig eingestuften Wein-Domains in die Höhe geschnellt. 

»Es scheint, dass es einige Zeit gedauert hat, bis Cyber-Kriminelle auf die Idee kamen, Wein für bösartige Aktivitäten zu nutzen«, heißt es in einer Mitteilung. Insgesamt wurden von April 2020 bis Ende März 2021 4.389 bösartige Domains mit dem Thema Wein identifiziert. 

Diese neu registrierten Wein-Domains waren Absender zahlreicher E-Mail-Kampagnen. Meistens herkömmlicher Spam, also Mails, die den Empfänger etwa auf bestimmte Websites locken sollen, um zum Beispiel unseriöse Produkte zu erwerben.

Die Analysten identifizierten 13,5 Prozent der von ihnen untersuchten E-Mails als bösartig oder verdächtig. In den meisten Fällen handelte es sich um Phishing-E-Mails, die dem Empfänger vorgaukeln, dass sie von einem anerkannten Absender gesendet wurden. Hinzu kommen personalisierte Betrugsmails, die Empfänger dazu drängen, unter einem geschäftlichen Vorwand bestimmte Beträge zu überweisen. In einzelnen Fällen scheinen es die Betrüger aber auch ganz gezielt auf Firmendaten abgesehen zu haben, wodurch »beträchtliche Unternehmensverluste« entstehen können. aw