Mit knapp 44 Mill. Hektoliter läge die diesjährige Ernte im Fünf-Jahres-Durchschnitt (Foto: Archiv)
Mit knapp 44 Mill. Hektoliter läge die diesjährige Ernte im Fünf-Jahres-Durchschnitt (Foto: Archiv)

Frankreichs Prognose bestätigt

Das französische Landwirtschaftsministerium hat zum 1. September seine Ernteprognose für 2022 präzisiert. Wie sein statistischer Dienst Agreste mitteilt, erwarten sie nach jetzigem Stand ein Gesamtvolumen von knapp 44 Mill. Hektoliter (hl), was im mittleren Bereich ihrer ersten Prognose vom 1. August läge (42,6 bis 45,6 Mill. hl).

Würde die Vorhersage eintreffen, liegt das Volumen um etwa 3 Prozent über dem Mittel der letzten fünf Jahre und um 16 Prozent höher als 2021. Nachdem die Volumen-Prognosen im Juli angesichts der langen Hitze- und Dürreperiode noch sehr verhalten waren, verfestigt sich nun der Optimismus einer generell durchschnittlichen Ernte. Da die Lese fast überall etwa 14 Tage früher als üblich begonnen hatte, kann man die jetzigen Zahlen (s. Tabelle) wohl bereits als recht repräsentativ betrachten. 

Gewinner und Verlierer

Verlierer gegenüber 2021 scheinen jedoch die Gebiete in Charentes (–8%) und Südwesten (–3%) zu sein. Letztere liegen gegenüber dem Durchschnitt der letzten 5 Jahre sogar um 17 Prozent im Minus. Und auch das Elsass erwartet um 11 Prozent weniger Ertrag als im Fünf-Jahres-Schnitt. 
Andere Gebiete können sich hingegen freuen. In der Champagne liegt der prognostizierte Ertrag bei 3,1 Mill. Hektoliter, und würde sich damit gegenüber 2021 fast verdoppeln. Auch gegenüber dem Fünf-Jahres-Schnitt läge er um 33 Prozent höher. Burgund/Beaujolais erwarten etwa 2,3 Mill. hl, 46 Prozent mehr als 2021 und 5 Prozent über dem Fünf-Jahres-Schnitt. 

Große regionale Unterschiede
Große regionale Unterschiede

Das Loiretal vermeldet 2022, nach dem schlechten Vorjahr, ebenfalls wieder Zuwächse um 35 Prozent, und bleibt im Durchschnitt der Vorgängerjahre. Der Südosten erwartet gegenüber 2021 eine Steigerung von 18 Prozent und übersteigt das Mittel der letzten fünf Jahre um 14 Prozent. 

Im Languedoc-Roussillon, wo die Ernte bereits Ende Juli startete, hatte man zunächst Bedenken, da die Trauben quasi keine Niederschläge mehr mitnehmen konnten. Dennoch wird sich der Ertrag wohl um 25 Prozent gegenüber 2021 steigern, und auch der Durchschnitt wird wohl um 5 Prozent überboten. Das Jura hat nach vielen mageren Jahren wieder Grund zur Freude. Die Ernte wird vermutlich um 227 Prozent höher liegen als 2021, in dem der Frost ihre Ernte quasi eliminiert hatte. 

Im Bordelais scheint man noch einmal mit einem blauen Auge davon gekommen zu sein. Nachdem durch Frost im April und Hagel Ende Juni etwa 10.000 Hektar der Rebflächen stark betroffen waren, erwarten sie in diesem Jahr 4,6 Mill. hl, was 12 Prozent über dem letzten Jahr liegen würde, den Fünf-Jahres-Schnitt aber um 2 Prozent verfehlt. ITP
 

Schlagworte

Ausgabe 19/2022

Themen der Ausgabe

Discount

Die große Discounter-Wein-Verkostung offenbart die Probleme dieses Absatzkanals.

Jens Gardthausen

Ein Jahr nach Amtsübernahme bei Eggers & Franke fragt WEINWIRTSCHAFT im Interview nach.

Better for you

Andernorts werben Weine ungeniert damit, gesund zu sein. Hierzulande steht dem einiges im Wege.