Der deutsche Wein-Export in die USA erfährt durch neue Zölle kaum Störungen (Foto: Petr Jilek/Fotolia)
Der deutsche Wein-Export in die USA erfährt durch neue Zölle kaum Störungen (Foto: Petr Jilek/Fotolia)

»Es hätte schlimmer kommen können«

Die neuen Zölle der USA auf Wein aus Deutschland und Frankreich betreffen die deutschen Erzeuger nur in geringfügigem Maße. Bei der für den Weinexport zuständigen IHK Trier erklärt Geschäftsführer Albrecht Ehses, dass in erster Linie Lücken geschlossen worden seien. 

So seien bisher Weine unterhalb 14% vol. dann vom Zoll ausgeschlossen gewesen, wenn sie in größeren Behältnissen wie BiBs oder als Fasswein exportiert wurden. Neu seien auch Zölle auf Perlwein und Weine mit mehr als 14% vol. Dies seien jedoch Kategorien, in denen deutsche Exporteure bisher kaum aktiv gewesen seien.

Überlegungen, statt Schaumwein Perlwein zu exportieren oder den bisherigen Zöllen mit anderen Kategorien auszuweichen, seien jetzt aber wenig interessant. Deutlich stärker betreffen die neuen Zölle die französische Weinbranche, zumal auch Cognac von den neuen Abgaben betroffen ist. Anders als bei den ersten Zöllen ist Spanien diesmal von den Maßnahmen nicht betroffen.

Brexit-Aufwand überschaubar

Auch bezüglich des Brexit-Vertrags lautet das Fazit der IHK, dass es schlimmer hätte kommen können. »Das Wichtigste ist, dass es keinen zusätzlichen Zoll gibt«, so Ehses. Die Preiskalkulation sollte daher stabil bleiben.

Zwar sei mit dem Brexit ein höherer Aufwand verbunden, viele Exporteure würden entsprechende Prozesse aber aus dem Export in andere Drittländer kennen. Die neuen Dokumente würden den Erzeugern immerhin eine Eigenzertifizierung gewähren. Nicht mehr möglich im Handel mit Großbritannien sei die Abwicklung über das System EMCS, ab Juni soll hier ein Ersatzsystem kommen. Erschwert werde zudem der Versand an Privatpersonen, bei denen künftig ebenfalls Zolldokumente benötigt werden. cg