Die Tenuta San Guido (Sassicaia) ist auf Platz 1 der rentabelsten Kellereien Italiens (Foto: Veronika Crecelius)
Die Tenuta San Guido (Sassicaia) ist auf Platz 1 der rentabelsten Kellereien Italiens (Foto: Veronika Crecelius)

Die rentabelsten Kellereien Italiens

Die Mailänder Tageszeitung Corriere della Sera hat in ihrem jüngsten Finanzbeileger »Economia« die 2021er Bilanzen der 115 umsatzstärksten Weinunternehmen Italiens analysiert. Besonders interessant ist der Blick auf die zehn Privatkellereien, die zwischen Ebitda und Umsatz eine Quote von über 25 Prozent erwirtschaften konnten. Ausgehend vom Umsatz würden auch einige große Genossenschaft ins Ranking gehören – sie sind bei der Rentabilitätsbewertung jedoch ausgeschlossen, da ihr Zweck per Satzung die beste Auszahlung an die Mitglieder ist.

Die Tenuta San Guido (Sassicaia) war wie in den vergangenen Jahren am profitabelsten, mit einer Rentabilität von astronomischen 62,65 Prozent. Die Gruppe Marchesi Antinori blieb die Nummer 2 und kam auf 45,56 Prozent. Vom 6. auf den 3. Platz verbesserte sich die sizilianische Familienkellerei Planeta (37,95%), wodurch Marchesi Frescobaldi (36,42%) auf die 4. Position rutscht. Die Gruppe Santa Margherita (35,89%) aus dem Veneto überholte den toskanischen Betrieb Castellani (33,04%). Als Neuzugang bei den Top 10 springt die sardische Kellerei Argiolas gleich auf Platz 7, weil sie ihre Rentabilität mit 32,6 Prozent gegenüber 2020 fast verdreifacht hat (Umsatz 18,9 Mill. Euro).

Sizilien ist mit zwei weiteren Familienunternehmen im Ranking vertreten. Die 8. Stelle belegt die Famile Rallo mit ihrer Kellerei Donnafugata (27,05%) und die Brüder Cusumano schließen die Liste mit exakt 25 Prozent ab. Die Kellerei der berühmten Önologenfamilie Famiglia Cotarella aus Umbrien zählt seit der 2017er Bilanz zum Zehnerclub und landet mit 25,71 Prozent auf dem vorletzten Platz.
 

Top Ten Export

Die Reihenfolge der Unternehmen mit dem höchsten Exportanteil ist bis zum 7. Platz exakt die gleiche wie im Vorjahr. Numero Uno bleibt der Abfüllbetrieb Cantine Sgarzi Luigi aus der Emilia Romagna, der 99,2 Prozent seines Umsatzes von 40,8 Mill. Euro im Ausland generierte. Es folgt die Fantini Group Vini mit Firmensitz in Abruzzen (96,88%), die Gruppe Ruffino (94,54%), und Botter-Mondodelvino (92,44%). Botter hatte im Vorjahr – also vor dem Zusammenschluss mit Mondodelvino – eine Exportquote von 93,48 Prozent. 

Dann kommen die toskanischen Kellereien Carpineto (92,17%) und Castellani (92%) sowie Pasqua Vigneti e Cantine aus Verona (88,43%). Umberto Cesari aus der Romagna gewann zwar nur knapp zwei Prozentpunkte im Vergleich zur 2021er Bilanz, besserte seine Position jedoch vom 12. auf den 8. Platz. Einsteiger ist die Cantina Pizzolato (86,69%) aus dem Veneto, die im vergangenen Jahr nicht einmal unter den Top 20 gesichtet wurde. 

Die große Genossenschaftskellerei La Marca Vini e Spumanti aus der Prosecco-Provinz Treviso behält mit 86,59 Prozent die 10. Position. Durch den Neuzugang Pizzolato fallen die Tommasi Family Estates mit 86 Prozent knapp aus dem Ranking auf Platz elf.  VC

Ausgabe 19/2022

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