Die dänische Plattform Kobaj kommt nach Deutschland (Foto: Screenshot Homepage Kobaj)
Die dänische Plattform Kobaj kommt nach Deutschland (Foto: Screenshot Homepage Kobaj)

Dänischer Online-Handel expandiert nach Deutschland

Die dänische Internetplattform »Kobaj« ist nun auch in Deutschland aktiv. Das Unternehmen bietet seinen Kunden die Möglichkeit, Weine in Form einer Sammelbestellung zu günstigen Konditionen direkt bei Winzern im In- und Ausland zu bestellen, sodass der Zwischenhandel komplett entfällt.

Die Idee kam dem 33-jährigen Gründer Alexander Kidd 2019, als er feststellte, dass es günstiger ist, eine Palette Wein – oder in seinem Fall Champagner – zu bestellen und unter Freunden aufzuteilen, als nur wenige Flaschen von Frankreich nach Dänemark senden zu lassen. Um diese Sammelbestellungen bei Winzern aus der ganzen Welt zu ermöglichen, gründete er das Unternehmen. 

Hersteller müssen für den Zugang zum Marktplatz zahlen, um ihre Weine auf der Plattform anzubieten und bestimmen die Preise, die Kobaj zufolge 20–40 Prozent unter denen klassischer Weinhändler lägen. Sobald genügend Weine bestellt werden, also die Sammelbestellung zustandekommt, werden die Kartons direkt an die Käufer verschickt. 

Im Preis enthalten sind Transportkosten und eventuelle Einfuhrabgaben. Die Abwicklung läuft über Kobaj. »Da wir die Verbraucher direkt mit den Weinproduzenten zusammenführen, entstehen weder Kosten durch Zwischenhändler noch für Lagerhaltung. Auf diesem Wege bleibt vielen Winzern z.B. durch deren Kostenreduzierung mehr für ihre Weine, während die Konsumenten durch die Sammelbestellung von niedrigeren Preisen profitieren«, äußert sich Alexander Kidd in einer Pressemitteilung.

Kobaj wird laut eigenen Angaben auf einen Marktwert von 14 Mill. Euro geschätzt. Nach dem Start des Unternehmens in Dänemark folgen nun Deutschland und Schweden, bald sollen Österreich und die Benelux-Staaten dazu kommen. Zum Netzwerk gehören mehr als 500 Winzer in 16 Ländern. sw

Ausgabe 10/2022

WEINWIRTSCHAFT 10/2022

Themen der Ausgabe

Nachhaltigkeit

Das aktuelle Kern- und Reizthema der Branchenkommunikation. Egal ob mit Bio-Siegel oder ohne – im Weinbau gibt es viele kleine und große Schritte zu mehr Nachhhaltigkeit. WEINWIRTSCHAFT hat sich bei verschiedenen Erzeugern umgehört und umgesehen – und ein paar hochinteressante Piwi-Weine verkostet.

»Auf dünnem Eis«

VDP-Präsident Steffen Christmann im Interview über die Qualitätspyramide, GGs für Jedermann und deutschen Sekt. Wie die Zukunft des deutschen Weinbaus aussehen kann und welche Rolle der VDP einnimmt und einnehmen will.

Lombardei

Vermutlich kennen Sie Franciacorta, aber haben Sie schon einmal von Oltrepò Pavese gehört oder gekostet? Über eine unterschätzte Schaumweinappellation im Schatten des bekannten Nachbarn.