Das Rhônetal zieht eine zufriedenstellende Bilanz des Krisenjahrs 2020 (Foto: Archiv)
Das Rhônetal zieht eine zufriedenstellende Bilanz des Krisenjahrs 2020 (Foto: Archiv)

Bilanz an der Rhône

Präsident Philippe Pellaton hat auf der Pressekonferenz der Inter Rhône am 29. April 2021 in Avignon eine insgesamt positive Bilanz des Geschäftsjahres gezogen: »Das Rhônetal hat angesichts der vielen Schwierigkeiten, denen wir im vergangenen Jahr ausgesetzt waren, die Krise wirtschaftlich weitestgehend gut überstanden.« 

Dem südlichen Rhônetal bescherte 2020 die früheste Ernte der letzten zehn Jahre. Die Erntebilanz beläuft sich auf insgesamt 2,7 Mill. hl AOC-Weine von 66.572 Hektar Weinbaufläche. Das sind 3 Prozent weniger als 2019, bleibt aber im Durchschnitt der letzten fünf Jahre. Auf Rotwein entfällt 75 Prozent der Produktion mit 2,03 Mill. hl, Rosé kommt auf 420.302 hl (16 %) und Weißwein auf 256.950 hl (9 %).

Der Absatz an AOC-Weinen sei 2019/2020 mit 2,45 Mill. hl zwar geringer als in den letzten Jahren, gegenüber 2018/2019 jedoch nur um etwa 8 Prozent gesunken. Der Rückgang betreffe vorrangig den nationalen Markt, da dieser durch den Lockdown des Horeca-Kanals stark gelitten habe, »auch wenn sich ein Großteil in den Handel verlagert hat«, so der Präsident. Dadurch ließe sich auch die Zunahme der Lagerbestände zum 31. Juli 2020 um etwa 10 Prozent, auf 2,3 Mill. hl erklären. 

Der Export hingegen habe sich trotz aller Hindernisse durch Corona-Krise, US-Strafzölle und Brexit »ziemlich gut gehalten«. »Dank der europäischen Länder, wie Belgien, Deutschland, Großbritannien und Skandinavien, haben wir hier nur einen Rückgang von etwa einem Prozent zu verzeichnen«, so Pellaton. 

Einige Exportmärkte seien jedoch besorgniserregend. Nach China wurde im letzten Jahr nur etwa 45.000 hl Wein exportiert und damit 36 Prozent weniger als 2019. Im US-Export verzeichnete das Rhônetal, gemäß dem französischen Zoll, ein Minus von 16 Prozent. Damit haben 2020 Belgien, als größter Exportmarkt, und Großbritannien die bisher führende USA auf den 3. Platz verwiesen. 

Gewinner im Export ist Norwegen, mit einer Zunahme des Volumens um 55 Prozent auf etwa 33.000 hl. Deutschland bleibt für das Rhônetal weiterhin auf Platz 5 der wichtigsten Exportmärkte. Mit 56.000 hl ist diese Menge um ein Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen. 

Pellaton blickt für das Rhônetal positiv in die Zukunft, trotz der verheerenden Frostnächte Anfang April die – sektoral unterschiedlich – 30 bis 40 Prozent der Gesamternte kosten dürften. itp