Foto: iStock.com/lenakorzh
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Glühwein: Tipps und Trends

Die Geschichte des Glühweins reicht bis in die Antike zurück, doch altbacken ist er deshalb noch lange nicht. Neue Trends sorgen immer wieder für Abwechslung und auch die Winzer geben ihren Glühwein-Kreationen das gewisse Etwas mit in die Flasche. Wer selbst kreativ werden möchte, sollte außerdem unser Glühwein-Rezept mit Birne und Ingwer ausprobieren.

Text: Sabrina Throm
 

Gerade steigt er uns wieder überall in die Nase – der Duft von Glühwein! Aromatisiert mit Zimt, Sternanis und Nelke, kann sich ihm in der Weihnachtszeit wirklich keiner mehr entziehen. Für viele ein freudiges und auch langersehntes Wiedersehen, denn das Getränk ist im Winter heiß begehrt. 

Heiße Tasse für zu Hause

Mit einem guten Wein als Basis können Sie auch zu Hause einen Glühwein ganz nach Ihren Wünschen zubereiten, indem sie ihn mit weiteren Zutaten verfeinern. Für roten Glühwein eignen sich trockene bis halb-trockene, fruchtbetonte, kräftige Weine. Immerhin müssen sie den vielen Gewürzen standhalten, die bei der Zubereitung hinzugefügt werden. Dornfelder, Merlot, Regent oder Spätburgunder sind besonders beliebt.

Für die Zubereitung von Glühwein auf Weißwein-Basis bieten sich feinherbe, fruchtige Weine, wie beispielsweise Riesling, Bacchus, Müller-Thurgau, Chardonnay, Silvaner oder Grauburgunder an. Und auch Rosés erfreuen sich in der Glühwein-Variante immer größerer Beliebtheit.

Die Klassiker bei den Gewürzen sind Zimt, Sternanis, Nelken, Kardamom und Orangen. Doch der Probierfreude sind keine Grenzen gesetzt und so wandern auch Lorbeer, Piment, Tonkabohne oder Muskatblüte in die Töpfe, und wer es ein bisschen schärfer mag, kann etwas Ingwer hinzufügen. Zum Süßen eignet sich Honig oder Kandis, aber auch Agavendicksaft als Alternative zum Zucker. Wer seinen Glühwein optisch aufpeppen will, kann aus Apfel- oder Birnenscheiben Sterne ausstechen und diese als Dekoration verwenden.

Trendsetter: Glüh-Gin, Glüh-Spritz & Co.

Neben dem klassischen Glühwein gibt es jedes Jahr neue Trends und Rezepturen unter den Wintergetränken, die das Angebot ein bisschen aufmischen. Dazu gehört auch Glüh-Gin, bei dem, wie der Name schon verrät, erwärmter Rot- oder Weißwein mit Gin aufgegossen wird, oder Glüh-Spritz, der als winterlicher Aperitif gereicht werden kann, wenn man den kalten Glühwein mit Sekt und Cointreau aufgießt.

Beim Heißen Hugo wird Weißwein erhitzt und mit Holunderblütensirup, Minze und Limettenabrieb kombiniert. Und für die Trendsetter darf es auch mal rosafarbener Einhornglühwein sein, ein Rosé mit Himbeer-Vanille-Sirup. Eine ebenfalls nicht alltägliche Kombination ist der in der Bügelflasche erhältliche Glühbo – gebrauter Glühwein, der mit Bockbierwürze versetzt wird.

Der Weihnachtsklassiker kommt eben ganz schön vielfältig daher und das alle Jahre wieder! Allein im vergangenen Jahr wurden laut Bundesverband für Wein und Spirituosen circa 48 Millionen Liter in Flaschen abgefüllter Glühwein verkauft, wovon ein beachtlicher Teil auf Weihnachtsmärkten ausgeschenkt wurde. Kein Wunder, denn dort gehört die warme Tasse winterliche Gemütlichkeit einfach dazu. Doch bei dem großen Angebot steht der Weihnachtsmarktbesucher oft vor der Qual der Wahl.

Glühwein vom Winzer

Unsere Empfehlung: Halten Sie nach den Winzerglühweinen Ausschau. Diese unterscheiden sich von den Standard-Glühweinen dadurch, dass der Wein aus den Trauben der betriebseigenen Rebflächen gekeltert und vom Weingut vinifiziert wird. Der Alkoholgehalt darf zwischen 7 und 14,5 Volumenprozent betragen und es dürfen dem Wein nur natürliche Zuckerstoffe zugefügt werden. Der Zusatz von Alkohol, Obstsäften oder Wasser ist bei der Herstellung untersagt.

Einige Winzer bieten bereits trinkfertig abgefüllten Glühwein an. Bei der Zubereitung hat jedes Weingut sein eigenes, traditionelles Rezept, dessen genaue Zutatenliste ein streng gehütetes Geheimnis bleibt. Besonders natürliche Zutaten geben dem Wein dabei sein herrlich duftendes Aroma. Auch Bio-Glühweine sind immer mehr gefragt, weshalb bereits einige Weingüter ihr Sortiment entsprechend erweitert haben.

Und wer nicht alle Glühwein-Vorräte leer getrunken hat, muss nicht erst bis zum nächsten Winter warten. Denn auch im Sommer eignet sich der bereits fertig gewürzte Glühwein perfekt für die Zubereitung von fruchtiger Bowle.

Zubereitungstipps

  • Bei der Zubereitung ist zu beachten, dass der Wein nicht kochen darf. Er soll nur erwärmt werden und eine Temperatur von maximal 70 Grad nicht überschreiten
  • Den Glühwein am besten über Nacht durchziehen lassen, damit sich alle Aromen optimal entfalten können
  • Auf Töpfe aus Kupfer, Aluminium oder Eisen verzichten, da diese den Geschmack des Glühweins beeinträchtigen können
  • Barriqueweine eignen sich nicht als Basiswein für Glühweine. Zu viele Tannine machen den Wein beim Erhitzen bitter
  • Weniger ist mehr! Gewürze und Süße sparsam einsetzen. Zu viel des Guten kann den Geschmack unangenehm verändern und die Aromen des Weins überdecken. Besonders liebliche Weine müssen weniger gesüßt werden

»» Unser heiß geliebtes Rezept für einen weißen Glühwein mit Birne und Ingwer finden Sie hier