Foto: Florian Bolk
Foto: Florian Bolk

Felicitas Then über einfache Raffinesse

Gibt es bei Gemüse Trends wie in der Mode? Ich sage ja! Was vor drei Jahren die Rote Bete war, ist nun der Spitzkohl. Jedes Restaurant, das etwas auf sich hält, hat ihn zur Zeit auf der Karte. Gegrillt, gekocht, verkohlt – die elegantere Version des derben Weißkohls ist vielfältig, flexibel und vor allem köstlich.

Vorbei die Zeiten von muffiger Kohlsuppe! Denn nun taugt der hellgrüne Kegel nicht mehr nur als Eintopf-Einlage, sondern ist längst ein eigenständiges Gericht wert. Mit ein paar Tricks wird aus dem kalorienarmen Gemüse echtes Soulfood. So lassen kulinarische Avantgardist*innen den Spitzkohl erst verbrennen, um ihn dann mit Miso-Sauce, Sesampaste oder Tamarinden-Dressing zu servieren.

Ich blanchiere meinen Lieblings-Kohlkopf am liebsten kurz im Ganzen, bevor ich ihn dann in Spalten schneide. Anschließend werden diese von mir gegrillt oder knusprig gebraten. So entwickeln die feinen Blätter ein nussiges Aroma und sehen zudem noch superhübsch aus. Im Sommer kommt dazu dann eine Fischsaucen-Chili-Marinade mit Limettensaft und obendrauf ganz viel frischer Koriander.

Im Winter hingegen mag ich es eher deftig und edel. Dann mache ich den Spitzkohl am liebsten so:


Getrüffelter Spitzkohl mit Parmesan 
Zutaten für 4 Personen (als Beilage)

1 Spitzkohl, Salz, 3 EL Öl, 30 g geröstete Haselnüsse, 3 EL Butter, Trüffelöl, Fleur de Sel, frisch  gemahlener schwarzer Pfeffer, 70 g Parmesan am Stück

Den Spitzkohl in Salzwasser al dente garen, dann in Spalten schneiden. Diese in einer (Grill-)Pfanne rundherum sehr braun rösten. Währenddessen die Haselnüsse grob hacken und die Butter zusammen mit einer Knoblauchzehe in einem kleinen Topf hellbraun werden lassen, danach leicht salzen. 

Den knusprigen Kohl auf einen Anricht-Teller geben, mit der Butter sowie etwas Trüffelöl beträufeln, mit Fleur de Sel salzen, pfeffern und mit sehr fein geriebenem Parmesan bestreut servieren.



 

Felicitas Then hat die erste Staffel von „The Taste“ gewonnen und ist auch als die Foodtruckerin von N24/Welt bekannt. In ihrem Kochbuch „Taste the World“ stellt sie Rezepte ihrer kulinarischen Entdeckungstouren vor. Ihre Kolumne „Einfach raffiniert“ ist in »Ausgabe 2/22 von MEININGERS WEINWELT erschienen.

Ausgabe 04/2022

Erhältlich ab 11.5.2022: Spitzen-Winzerin Theresa Breuer im Portrait // Landwein // Grape Ale und weitere Themen
Ausgabe 04/2022

Themen der Ausgabe

Thunfisch-Cornetto

Diese knalligen Waffeltüten, gefüllt mit frischen Thunfischwürfeln und Avocado sind farblich ein absoluter Hingucker und nebenbei auch noch super lecker. Sommelière Angelika Grundler empfiehlt dazu einen gut gekühlten Junmai Sake und sorgt damit für ein echtes Genuss-Erlebnis. »zu Rezept & Weintipp

Made in Germany

Landweine galten lange Zeit als Auffangbecken für nicht verkehrsfähige Weine. Doch das Blatt hat sich gewendet: Heute findet man in dieser Qualitätsstufe zahlreiche Spitzenweine aus verschiedensten Rebsorten. Geprägt von Herkunft und Individualität haben sie sich einen festen Platz in den Reihen der besten Gewächse erobert.

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Ist Grape Ale das neue Trendgetränk? Immer häufiger entschließen sich Brauereien und Weingüter zu einer Kooperation. Die Ergebnisse, die aus der Vermählung von Wein und Bier entstehen, lassen sich sehen. Grund genug, den Bier-Wein-Hybriden einmal auf den Grund zu gehen.