Foto: Ben Fuchs
Foto: Ben Fuchs

Felicitas Then über die Aperitivo-Zeit

Seit meinen letzten Italien-Urlauben habe ich eine Lieblings-Tageszeit: die Aperitivo Zeit. Gemeint sind das Essen und Trinken, bevor man richtig Essen und Trinken geht. Che bello ist das denn?! Das finden offensichtlich auch die Spanier, die dazu „Tapeo“ sagen oder die Schweizer, die vor ihrem Dinner „Apero“ machen. Was in anderen Ländern ein schöner Bestandteil der Kultur und des täglichen Lebens ist, ist bei uns in Deutschland leider noch nicht so richtig angekommen. Noch nicht mal bei mir in Berlin, wo es doch sonst fast alles gibt.

Dabei ist Aperitivo nicht nur wunderschön, sondern auch einfach. Man steht oder sitzt zusammen, isst kleine Häppchen und Oliven, in der Hand hält man einen Spritz, ein Glas Wein oder einen Negroni. Dolce Vita pur. Dabei geht es nicht ums satt werden, im Gegenteil: Der Name kommt vom Lateinischen „aperire“, was öffnen bedeutet. Der Magen soll also geöffnet und der Appetit angeregt werden. Molto bene!

Ich kenne kein gutes Konzert ohne Vorband, die die Menge schon mal in Stimmung bringt und auch keine TV-Show ohne Publikum-Einheizer. Warum also ein Dinner ohne Genuss-Ouvertüre?! Ich bin dafür, die Italo-Tradition viel öfter auszuleben. Falls Sie gerade keine Zeit haben, nach Mailand oder Rom zu fahren, zelebrieren sie Aperitivo doch einfach zu Hause mit ihren Liebsten. Dann hat man gegebenenfalls auch noch einen Grund, etwas früher Feierabend zu machen … Hier mein Häppchen-Rezept zu Ihren Drinks:

 

BRUSCHETTA MIT THUNFISCH UND KAPERN
Zutaten für 4 Personen, Zubereitungszeit circa 20 Minuten

Brotscheiben nach Wahl, z.B. mit Walnuss-Focaccia, 8 EL Olivenöl, Salz, schwarzer Pfeffer, frisch gemahlen, 2 Handvoll kleine Tomaten, 2 Knoblauchzehen, 1 Handvoll Basilikum, grob gehackt, 1 Prise Chiliflocken, 1 Spritzer Balsamico-Essig, 1 Dose Thunfisch, 2 EL Kapern, grob gehackt, 1 EL schwarze Oliven, grob gehackt

Die Brotscheiben mit reichlich Olivenöl beträufeln, salzen und pfeffern. In der heißen Pfanne von beiden Seiten goldbraun rösten. In der Zwischenzeit die Tomaten würfeln und den Knoblauch fein hacken. Zusammen mit dem Basilikum, dem restlichen Olivenöl, den Chiliflocken und etwas Balsamico-Essig vermengen, mit Salz und Pfeffer würzen. Zum Schluss Thunfisch, Kapern und Oliven unterheben. Den Tomatensalat auf den Broten verteilen und servieren.

 

Felicitas Then hat die erste Staffel von „The Taste“ gewonnen und ist auch als Foodtruckerin von N24/Welt bekannt. In ihrem neuen Kochbuch „Taste the Outdoors“ gibt es außerdem jede Menge neue Rezepte, Ideen und Tipps rund um Camping und Co. zu entdecken. Ihre Kolumne „Dolce Vita pur“ ist in »Ausgabe 5/22 von MEININGERS WEINWELT erschienen.

Ausgabe 06/2022

Erhältlich ab 14.9.2022: Die Seckinger-Brüder im Portrait // Neuseeland und Australien // Trendgetränk Whisky und weitere Themen

Themen der Ausgabe

Jeden Tag eine gute Tarte

Kunterbunt und superlecker: unsere vegetarische Spiral-Gemüsequiche. Passend zu den sich einstellenden Herbstgefühlen präsentieren wir ein Wohlfühlrezept aus Mürbeteig, Petersilienwurzel, Möhren, Zucchini und Ei. Sommelier Gerhard Retter empfiehlt dazu einen maischevergorenen Silvaner aus dem fränkischen Hause Horst Sauer. » Zu Rezept und Weintipp

Hoch hinaus

Australien und Neuseeland haben schon lange deutlich mehr zu bieten als pummelige Shiraz und primärfruchtdominierte Sauvignon Blancs. In den Höhenlagen der beiden Länder untersuchte unser Autor Christoph Raffelt die Rebsorten Chardonnay und Pinot Noir, deren Kultivierungsgeschichten und Entwicklung.

Die drei Musketiere

Undogmatisch und trotzdem traditionsbewusst, innovativ und geerdet. Jonas, Philipp und Lukas Seckinger gehen in der Pfalz kompromisslos ihren Weg und sind damit zu Repräsentanten einer zukunftsweisenden jungen Bewegung geworden. Das bedeutet: den Weinen Zeit geben, keine Zusätze, nachhaltige Weinbergsarbeit.