Foto: Ben Fuchs
Foto: Ben Fuchs

Felicitas Then macht uns Gemüse im Frühjahr schmackhaft

Ich weiß noch genau, wie vor zwei Jahren meine erste Gemüsekiste im Januar geliefert wurde. Ich hatte die regionale Kiste bestellt und so war dann auch ihr Inhalt. Es gab Rote und Gelbe Beete, zwei verschiedene Kohlköpfe, Karotten, Petersilienwurzeln, zwei Handvoll Rosenkohl, Lageräpfel und Kartoffeln. Ich gebe zu, zunächst war ich enttäuscht. Doch was hatte ich erwartet? Etwa frische Erdbeeren, Avocados und grünen Spargel?

Die Enttäuschung war schnell vergangen, denn in diesen saisonalen Gemüsekisten-Wochen entstanden unheimlich viele neue Gerichte, fernab von Steckrübeneintopf und Kohlrouladen, die mir bis heute geblieben sind. Beginnen wir mit der Roten Beete: Sie schmeckt als Ofengemüse mit viel Rosmarin oder mit Butter gestampft als Püree, fein aufgeschnitten dient sie als vegetarisches Carpaccio oder roh geraspelt als Salat. Meerrettich und Walnüsse sind perfekte Partner, außerdem kann man Humus mit der farbstarken Rübe ganz wunderbar pink färben. Obendrein hat Rote Beete so viele Vitamine, die unser Immunsystem stärken und uns somit vor der Grippe schützen. Und vor der Winterdepression, denn wenn es draußen grau in grau ist, kann ein rot-rosafarbener Teller ganz viel gute Laune bereiten.

Außerdem fand ich heraus, wie köstlich Wirsing und Rosenkohl sind, wenn man sie nicht grau und matschig weich kocht, sondern zum Beispiel mit Panchetta gratiniert oder in der Pfanne gebraten mit etwas Parmesan oder Trüffelöl verfeinert. Sellerie und Pastinake hingegen sind beeindruckende Püree-Alternativen. Sie machen es leicht, Gäste mit ihrer nussigen Cremigkeit zu beeindrucken. Aus Petersilienwurzel mache ich seitdem am liebsten eine sämige Suppe, die ich mit glasierten Maronen serviere oder ich backe daraus eine Tarte mit Birne und Speck.

Auch Lust auf Rüben bekommen? Hier für Sie mein aktuelles Lieblingsrezept:

Sesam-Rüben vom Blech

3 Möhren, 3 Pastinaken, 3 kleinere Rote Beeten, 3 Petersilienwurzeln, 4 Schalotten, 1 bis 2 Knoblauchzehen, 4 Zweige Rosmarin, 2 EL Pflanzen- oder mildes Olivenöl, 1 EL geröstetes Sesamöl, Salz, schwarzer Pfeffer (frisch gemahlen), 2 EL geröstete weiße Sesamsaat, 1 Prise gemahlener Kreuzkümmel, 1 Prise Zimt, Chilipulver

Den Backofen auf 200° C Umluft vorheizen. Die Karotten, Pastinaken, Roten Beeten und Petersilienwurzeln schälen und etwa fingerdicke Spalten daraus schneiden. Die Schalotten schälen und halbieren. Den Knoblauch schälen und in feine Würfel schneiden. Die Nadeln vom Rosmarin zupfen.

Die Gemüsespalten mit dem Knoblauch, den Rosmarinnadeln, dem Öl, dem Sesamöl, reichlich Salz und Pfeffer sowie dem Sesam und den Gewürzen in einer Schüssel vermischen.

Die Mischung auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech geben und im vorgeheizten Backofen circa 15 bis 20 Minuten bissfest garen. Tipp: Dazu passt ein einfacher Dip aus Naturjoghurt, Knoblauch und Salz.

Ausgabe 01/2022

Nederburg Wine Estate im Portrait // Weine ohne Schwefel // Die besten Lagerungsmöglichkeiten
MEININGERS WEINWELT Ausgabe 1/22

Themen der Ausgabe

Das hat Pfeffer

Pfeffrig-würzig fällt dieses Mal unser Gericht für die kühle Jahreszeit aus: Zu Pfeffersteaks mit Paprikastreifen kombiniert Stéphane Gass, langjähriger Chef-Sommelier im Hotel Traube Tonbach in Baiersbronn, eine kraftvoll-harmonische Gigondas-Cuvée aus den Sorten Grenache und Syrah. Ein geschmacklicher Volltreffer. Das Rezept finden Sie »hier.

Schwefelfrei – geht das?

Kaum ein anderer Stoff ist in der Weinbereitung so allgegenwärtig wie Schwefel. Durch seine antioxidative und antiseptische Wirkung scheint SO2 für viele Winzer in Weinberg und Keller unverzichtbar. Dennoch nimmt die Zahl der Weine ohne zugesetzte Sulfite ständig zu. Was verbirgt sich hinter dem Trend und wo liegen die Vorzüge und Nachteile schwefelfreier Gewächse? Eine Auswahl an Weinen, die ohne zugefügte Sulfite oder mit insgesamt weniger als 30 mg/L auskommen, haben wir »hier für Sie zusammengestellt. 

Gut gelagert

Dunkel, gleichmäßig gekühlt, nicht zu trocken sowie frei von Erschütterungen und Gerüchen – so die wichtigsten Eckpfeiler der professionellen Weinlagerung. Mit welchen Systemen die Hersteller die perfekte Reifung Ihrer Gewächse garantieren wollen und welche Weinregale durch eine herausragende Optik punkten, können Sie im Artikel unserer neuen WEINWELT-Volontärin Sophia Langhäuser nachlesen.