Iiro Lutter kennt als Chefsommelier im Restaurant Es:senz die aktuellen Weintrends (Foto: Resort Das Achental, Christopher Busch)
Iiro Lutter kennt als Chefsommelier im Restaurant Es:senz die aktuellen Weintrends (Foto: Resort Das Achental, Christopher Busch)

10 Weintrends für morgen

Wenn man wissen will, welche Weine im Jahr 2023 und in den folgenden Jahren in den Restaurants Deutschlands bestellt werden, muss man in die Glaskugel schauen – oder sich an den Erfahrungen der Profis orientieren. Weinhändler, Sommeliers und Gastronomen wissen zwar auch nicht alles, haben aus ihrer Verkaufs- und Beratungspraxis aber so manche Erkenntnis herausfiltern können. 

Bei einigen Entwicklungen der letzten Jahre scheint es allerdings fraglich, ob sie noch als Trends gelten oder sich still und leise verflüchtigen, bevor der Durchbruch erreicht ist. 

Der Sherry etwa, von manchen Liebhabern schon vor Jahren als Getränk der Zukunft gesehen, hat es nach wie vor schwer in der deutschen Gastronomie – anders als in spanischen Spitzenrestaurants; Madeira bleibt einstweilen ein Nischenprodukt. Ob sich das schon vor zwei, drei Jahren zum Trend erklärte System Coravin tatsächlich im Jahre 2023 durchsetzen und aus der Nische herauskommen wird, ist ebenfalls noch unklar; man kann mit seiner Hilfe zwar Spitzenweine glasweise verkaufen, doch bei älteren Flaschen ist nach Ansicht vieler Experten bei der Anwendung Vorsicht geboten.

Bei anderen Trendthemen dagegen herrscht vielfach Einigkeit unter den Profis – vom Champagner kleiner Erzeuger bis zum Sake, von alkoholarmen Drinks bis zum Cidre. Und auch die bewährten Herkünfte, von Bordeaux bis zum Piemont, sind noch lange nicht weg vom Fenster. 

Trend #1: Die Klassik kommt wieder

Nichts gegen Neues, aber auch das Bewährte ist wichtig – und wird womöglich in nächster Zeit nochmals bedeutsamer. Vielleicht vermittelt in unsicheren Zeiten das Altbekannte Sicherheiten? 

Shahzad Talukder, Sommelier im Restaurant Atelier des Bayerischen Hofes in München, hat beobachtet, dass »die klassischen Weine und Gebiete wieder mehr Aufmerksamkeit bekommen«, was er sehr begrüße. Er nennt Bordeaux, Piemont, Loire und Burgund – letztere Region »natürlich immer mit dem Beigeschmack, dass es exorbitant teuer geworden ist«. Jeder hoffe, so Talukder, dass Burgund nicht nur zum Sammlerobjekt verkomme. »Dennoch gibt es gerade unter den Sommeliers auch großes Verständnis dafür, dass die Winzer einen Teil der Gewinne vom Sekundärmarkt abschöpfen möchten.«

Wenn es nicht Burgund sein soll (oder kann), dann vielleicht Chardonnays oder Spätburgunder aus anderen Teilen der Welt. »Pinot Noir aus Baden und dem Elsass sind sehr gefragt«, sagt Jürgen Franke, Chef von Vinaturel. »Auf Meininger’s Finest 100 sind die Sommeliers Schlange gestanden bei Albert Mann.« Und ehrlich gesagt: Wer hätte noch vor ein paar Jahren geglaubt, dass sich jemand in Deutschland neu für diesen Top-Produzenten im Besonderen und für Elsässer Wein im Allgemeinen interessiert? 

Trend #2: Kleine Produzenten, neue Rebsorten, immer mehr Nachhaltigkeit

Nicht nur große Namen, nicht immer bloß Riesling. Maria Rehermann, Sommelière und zum Zeitpunkt der Befragung im Berliner Trendweinladen Viniculture tätig, sowie mit ihrer eigenen Beratungsfirma aktiv, sieht Trends in der Weinszene mit einer gesunden Skepsis. 

Diese seien halt immer so eine Sache, schränkt sie ein, wird aber doch erfreulich konkret. »Ich glaube, im Generellen geht es in die Richtung kleinerer, nachhaltiger, individueller(er) Produzenten.« Die können bisweilen auch dort gefunden werden, wo man sich oft nicht traut, nach Bezahlbarem zu suchen. »Gerade in höherpreisigen Gegenden (Burgund) kann man noch mal etwas finden.« 

Innovative Winzer gibt es schließlich nicht nur im Mâconnais und im Beaujolais. Zu den Rebsorten, die man öfter sehen wird, gehören wohl auch Newcomer wie Sauvignac & Co. In Richtung Piwis werde sich noch mal was tun, glaubt Maria Rehermann. »Auch wenn wir da erst in den Kinderschuhen sind.« Dass die Nachhaltigkeit abfärbt auf die Nachfrage, ist anzunehmen. 

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Ausgabe 2/2023

Themen der Ausgabe

Weinabteilung des Jahres 2023

Innovative Konzepte und herausragende Weinberatung: Der Kaufland-Markt in Karlsruhe-Grünwinkel hat die Weinabteilung des Jahres 2023, Otmane Khairat aus dem akzenta-Markt in Wuppertal-Barmen ist unser Weinfachberater des Jahres.

Griechenlands Inselwelten

Vielseitige Terroirs und faszinierende Weine zeichnen die Inseln vor Griechenlands Küste aus. Neben bekannten Flaggschiffen wie dem Assyrtiko von Santorin gibt es auch noch viele Geheimtipps.

Weinmessen in Paris

Die Vinexpo & Wine Paris eröffnet das Jahr der großen Weinmessen. Die Messe wird dabei immer internationaler.