Premiere für das neue Messeformat The Wine Rendez-Vous mit spektakulärer Kulisse (Foto: itp)
Premiere für das neue Messeformat The Wine Rendez-Vous mit spektakulärer Kulisse (Foto: itp)

Rendez-vous unterm Eiffelturm

19 namhafte französische Winzergenossenschaften starteten am 27. und 28. September mit der Weinmesse The Wine Rendez-Vous in Paris ihr Debüt für ein neues Messeformat. 
Die in Partnerschaft mit Business France organisierte B2B-Veranstaltung richtete sich vor allem an internationale Einkäufer. Vor der imposanten Kulisse des Eiffelturms, im Hotel Pullmann Eiffel, versammelten sich etwa 120 Käufer aus ca. 20 europäischen Ländern, USA, Kanada und Asien. 

Bei den Genossenschaften waren namhafte Vereinigungen vieler Weinbauregionen vertreten, u.a. Plaimont, Marrenon, Cellier des Princes, Alliance Loire, Vinovalie, La Compagnie Burgondie etc. Ziel sei es, so Pierre Cohen, Direktor der Genossenschaft Cellier des Princes und Leiter des Veranstaltungs-Komitees, nach all den Einschränkungen durch die Corona-Pandemie wieder den persönlichen Kontakt zu den Kunden aufzunehmen.

Günstiger Zeitpunkt

Der Zeitpunkt sei nicht zufällig gewählt, wie Cohen unterstreicht: »Da für 2021 eine besonders schwache Ernte erwartet wird, ist es der ideale Zeitpunkt, um über die Ernte zu sprechen und sich frühzeitig über die Verfügbarkeit der Produkte zu informieren. Es ist auch oft die Zeit, in der die Käufer darüber nachdenken, ihre Bestände aufzufüllen oder Kontakte zu knüpfen.«

Die Ernteerwartungen wurden von den Genossenschaften als heterogen bezeichnet. Während bei der Alliance Loire bestimmte Parzellen Rückgänge um die 30 Prozent verzeichnen, sind andere Lagen besser davon gekommen. Gleiches Bild im Rhônetal. Bei Cave d‘Aléria aus Korsika hingegen, hat man keine Verluste zu beklagen, die man mit den Witterungseinflüssen in Verbindung bringen könnte, während man bei Plaimont und Vinovalie im Südwesten partiell um 45 Prozent weniger Volumen einfahren wird. Grundsätzlich zeigten sich die meisten optimistisch, durch die naturgemäß breite Aufstellung der Mitglieder, dennoch zufriedenstellend durch diesen Jahrgang zu kommen.

Positive Bilanz

Die Veranstalter und Einkäufer zeigten sich sehr zufrieden mit dem Debüt: »Die Messe ermöglicht es mir viele Lieferanten zu treffen, die ich lange nicht gesehen habe. Die Krise hat uns alle hinsichtlich der Kommunikation untereinander vor große Herausforderungen gestellt. Das Niveau der Weine ist sehr hochwertig und der Zeitpunkt, gerade in Bezug auf die laufende, schwierige Ernte, sehr gut gewählt«, zieht Jochen Sammüller, Einkaufsleiter bei Schenk, Bilanz.
Angesichts des großen Interesses ziehen die Veranstalter eine Wiederholung des Formats im kommenden Jahr in Betracht. itp

Ausgabe 10/2022

WEINWIRTSCHAFT 10/2022

Themen der Ausgabe

Nachhaltigkeit

Das aktuelle Kern- und Reizthema der Branchenkommunikation. Egal ob mit Bio-Siegel oder ohne – im Weinbau gibt es viele kleine und große Schritte zu mehr Nachhhaltigkeit. WEINWIRTSCHAFT hat sich bei verschiedenen Erzeugern umgehört und umgesehen – und ein paar hochinteressante Piwi-Weine verkostet.

»Auf dünnem Eis«

VDP-Präsident Steffen Christmann im Interview über die Qualitätspyramide, GGs für Jedermann und deutschen Sekt. Wie die Zukunft des deutschen Weinbaus aussehen kann und welche Rolle der VDP einnimmt und einnehmen will.

Lombardei

Vermutlich kennen Sie Franciacorta, aber haben Sie schon einmal von Oltrepò Pavese gehört oder gekostet? Über eine unterschätzte Schaumweinappellation im Schatten des bekannten Nachbarn.