Das Weingut Dürnberg im Weinviertel (Foto: Georg Klein)
Das Weingut Dürnberg im Weinviertel (Foto: Georg Klein)

Weinguts-Anteile für 350 Euro erhältlich

Das Weingut Dürnberg aus dem österreichischen Weinviertel bietet Interessierten eine Beteiligung am Weingut an. Unternehmensanteile können ab 350 Euro erworben werden – Großaktionäre sind demnach nicht gesucht. Wie das Unternehmen mitteilt, haben sich bereits 4.000 Interessierte dafür registriert. Das Weingut möchte mithilfe der daraus entstehenden Kapitalerhöhung seine letzte Ausbaustufe finanzieren.  

Kopf der Idee ist Georg Klein, der lange in der Finanzbranche gearbeitet hat. 2017 hat er durch Crowdfunding den Ausbau des Weinguts vorangetrieben. Im April 2021 wurde Dürnberg schließlich eine Aktiengesellschaft. Wenn Interessierte nun Anteile kaufen möchten, werden sie demzufolge Aktionäre, also Miteigentümer, und erhalten dadurch das Recht auf Mitbestimmung und Dividendenanspruch. Um Unternehmensanteile zu erwerben, wurden laut Medienberichten aus dem Januar dieses Jahres 500 Euro als Mindesteinlage genannt. 

Das Mitbestimmungsrecht bedeutet, dass die Aktionäre über die zukünftige strategische Ausrichtung des Weinguts mitentscheiden dürfen. Das betrifft z.B. langfristige Entwicklungspläne, wohingegen etwa über die Weinbereitung weiterhin das Kellerteam entscheide, bestätigt das Unternehmen gegenüber WEINWIRTSCHAFT. Das Projekt versteht sich also nicht als solidarische Landwirtschaft. 

Interessierte können sich noch bis Oktober registrieren. Die Registrierung ist unverbindlich. Durch die Anmeldung halte das Weingut aber potenzielle Aktionäre auf dem Laufenden, erst wenn sie ein Angebot während der Zeichnungsfrist im Oktober abgeben, werden sie Anteilseigner. »Uns geht es nicht ums Geld, wir wollen den persönlichen Kontakt zwischen Winzer und Weinfreunden wiederbeleben«, sagt Georg Klein. So erhalten die Aktionäre nach dem finalen Ausbau, der im November beginnen soll, einen 24-Stunden Zugang zum »spektakulären Verkostungsraum«, der Teil des Ausbaus ist.

Im finalen Ausbau sind ein Fasskeller, ein Flaschenreifekeller sowie zusätzliche Lagerfläche geplant. »Wir möchten in die absolute Spitzenkategorie der österreichischen Weingüter vorstoßen und die ›Signature-Weine‹ des Weinviertels produzieren«, ergänzt Klein. 

Derzeit produziert der Betrieb rund 400.000 Flaschen Wein und bewirtschaftet eine Rebfläche von 60 Hektar. Rund 60 Prozent der Produktion gehen in den Export. In Deutschland sind die Weine bei Saffer erhältlich, u.a. vertreibt auch die Hawesko-Tochter Wirwinzer an Endkunden eine breite Range im Preisbereich von 8,40 Euro bis 42,50 Euro. SW

Ausgabe 19/2022

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