Die Weininsel Sizilien (Foto: javarman/stock.adobe.com)
Die Weininsel Sizilien (Foto: javarman/stock.adobe.com)

Weininsel Sizilien: Weinempfehlungen

Ein märchenhafter Aufstieg: Der Ätna gilt als eines der großen Wunder in der Weinwelt. Schon deshalb, weil die Weine vor 20 Jahren keiner kannte. Heute werden sie in einem Atemzug mit Barolo und Brunello genannt. Weniger bekannt sind Sorten wie Frappato und Perricone. Und Nero d’Avola ist noch mal eine ganz andere Geschichte … Lesen Sie mehr über die einzigartigen Weine Siziliens ab Seite 18 in »Ausgabe 3/22 von MEININGERS WEINWELT. Spannende Weinempfehlungen, die Sie sich nicht entgehen lassen sollten, haben wir hier schon mal für Sie zusammengefasst. 

Text: Matthias Stelzig

 

Pietradolce

2019 Barbagalli Etna Rosso
Die Prä-Phylloxera-Rebstöcke in einer kleinen Enklave der Spitzenlage Rampante sind das Aushängeschild von Pietradolce. An ihnen reifen die Trauben bis in den späten Oktober. Wenn Winzer in ganz Italien längst mit der Ernte fertig sind, werden die kleinen Beeren mit der Hand geerntet, sehr vorsichtig gepresst. Nach knapp zwei Jahren haben die Weine extrem komplexe Frucht- und Gewürzaromen. Hochkonzentriert, lang und trotzdem nie schwer.
Preis: 68,98 €
Bezugsquelle: www.vino-di-martino.de

2019 Archineri Rosso
Der Archineri wächst in zwei Lagen auf 600 bis 900 Metern Höhe und hat den Ruhm von Pietradolce mitbegründet. Er reift 14 Monate in Tonneaux aus leicht getoasteter französischer Eiche. Das alles macht ihn unglaublich elegant mit Noten von Waldbeeren, Himbeermarmelade, Lakritz, Rosenblättern, Gewürzen, etwas Tabak; seidige Tannine, sehr lang und mineralisch. 
Preis: 23,70 €
Bezugsquelle: wein24direkt.de

 

Passopisciaro

2019 Contrada G
4 000 Flaschen sind nicht gerade viel, mehr gibt die kleine Lage eben nicht her. Aber dafür eine einmalige Qualität. Typisch hellrot und transparent an den Rändern duftet er im Glas ein bisschen nach Baumrinde, Himbeeren und Kieseln. Am Gaumen dichte Mineralität, etwas Teer, Mus aus roten Beeren gemischt mit Mandarinenschale, Trockenfrüchten, frischem Estragon; große Finesse.
Preis: 47,95 €
Bezugsquelle: vinoteca.online

Contrada S 2019
Die ersten Flaschen dieser Contrada wurden 2008 abgefüllt. Sie ist gerade mal einen Hektar groß, das macht 2 000 Flaschen. „S“ steht für Sciaranuova, etwa „neuer Fluss“, eine Lavaschicht von dem großen Ausbruch 1617. In der Nase etwas Holzkohle und Wiesenkräuter. Am Gaumen saftig-weiche, frische Frucht, sehr konzentriert. 
Preis: 54,90 €
Bezugsquelle: www.superiore.de

 

Tasca

2017 Contrada Sciaranuova
Giuseppe Tasca besaß schon hunderte Hektar Weingärten ist Sizilien, als er relativ früh ein paar Lagen am Ätna kaufte. Die waren so winzig, dass sie eigentlich nicht zu seinem Unternehmen passten. Heute ist Tascante eine Hausnummer am Ätna. Auf Terrassen aus vulkanischen Sedimenten zwischen Kastanienhainen wächst der Sciaranuova am Nordhang des Ätna. Die Weine werden 14 Monate in Barriques aus Alliér- und Tronçais-Eiche ausgebaut. Das gibt dem mineralischen Kern des Nerello noch Eleganz und Fülle. Der dunkel-rubinrote Wein ist intensiv und warm, mit glatt polierten Tanninen und komplexen Noten von Sandelholz, Gewürze und roten Beeren.   
Preis: 39,98 €
Bezugsquelle: weinhaus-sued.de

2019 Perricone Guarnaccio
Perricone wächst bei Tasca auf einen alten Weinberg von 1959, heißt Guarnaccio und ist in jeder Beziehung ein typischer Perricone. Brombeeren und Cassis mit einem Touch Minze und balsamischer Kühle, gute Balance von mildem Tannin und frischer Säure, Gewürznoten und schwarze Kirsche im Abgang.
Preis: 10,90 € 
Bezugsquelle: www.vinello.de

 

Occhipinti 

2020 SP68 Rosso
SP68 ist einfach die Bezeichnung der Landstraße, an der die Weingärten aus rotem Sand und Kalkstein liegen und sozusagen der Einstiegswein. Kühl mineralisch, frisch, leicht und doch intensiv. In neutralen Betontanks ausgebaut duftet die Cuvée aus Frappato und Nero d'Avola etwas nach Schwarzpulver. Am Gaumen fein mineralisch, geschmeidig, beerenfruchtig, leicht und lang. Ein Wein, den man jeden Tag trinken möchte.
Preis: 16,90 €
Bezugsquelle: www.silkes-weinkeller.de

2019 Bombolieri Frappato
Der Wein, den Arianna Occhipinti als ihren persönlichsten bezeichnet, setzt den Maßstab für die Sorte. Trauben von 40 Jahre alten Rebstöcken werden einen Monat lang Tage auf den Schalen mazeriert, dann in großen slawonischen Fässern gelagert. Am Rand transparent mit Duftnoten von Borke, Leder und roten Beeren. Auf der Zunge saftige Frucht, Pflaumen und schwarze Kirschen, viel Tannin, aber ganz fein, ebenso wie die Säure: stark und sehr elegant.
Preis: 48,90 €
Bezugsquelle: www.silkes-weinkeller.de

2019 Siccagno Nero d'Avola
Der Nero d'Avola des Hauses glänzt mit komplexer Frucht und viel mineralischen Noten. Die konzentrierten Trauben reifen ohne chemische Intervention an Alberellos. Spontan vergoren und ungefiltert riecht er nach Steinen, erdig, dann tiefe Frucht und wieder diese Leichtigkeit, die alle Occhipintis haben, feine Säure, Sauerkirschen rosa Grapefruit.   
Preis: 28,90 €
Bezugsquelle: www.silkes-weinkeller.de

 

Caruso e Minini

2019 Naturalmente Bio Perricone
Das lilarote Aushängeschild des Perricone: handverlesen und temperaturkontrolliert vergoren im Stahltank bei 25 Grad. Das bringt viel glasklare rote Frucht, Cassis, Mineralität und etwas Zigarrenasche in der Nase. Auf der Zunge weich, mit saftigem Cassis und einer sehr feinen Säure.  
Preis: 13,00 €
Bezugsquelle: www.carusoeminini.com
 

Terre di Giumara Frappato Nerello Mascalese
Die Kombination der beiden Rebsorten hat etwas Geniales. Die Struktur des Nerello mit seinem glatten, aber starken Tannin verbindet sich mit der Frische des Frappato. Duftet zuerst nach Baumrinde und Asche. Schmeckt nach viel Kirsche und Gewürzen, eingerahmt von Tannin und warmen mineralischen Tönen.
Preis: 10,00 €
Bezugsquelle: www.carusoeminini.com

 

Gulfi 

2019 Cerasuolo di Vittoria Classico
Auf dem Etikett umarmen sich Amor und Psyche stellvertretend für die Rebsorten Frappato und Nero d‘Avola. Besitzer Matteo Catania ist ein Spezialist für die Sorten. Die Lage Vigna Stidda ist die einzige reine Cerasuolo-Lage in den Bergen von Iblei mit ihren Lehmkalkböden. Die Alberellos stehen sehr eng, dadurch reduziert sich der Ertrag von selbst. Nach einer Woche Mazeration reifen sie anderthalb Jahre teils in kleinen Fässern zu leicht rötlich-braunen Tropfen mit eleganter Fülle. Wie so viele Weine von Gulfi scheint Matteo hier das Mögliche aus den Trauben zu holen und vielleicht noch etwas mehr: komplexe Fruchtnoten, feine Holztöne und dichte Mineralität ergänzen sich.
Preis: 16,95 €
Bezugsquelle: vinoteca.online

2018 Nero Sanloré
Die kalkhaltigen Böden von Pachino ganz im Südosten von Sizilien gelten als die besten für Nero d‘Avola. Hier entwickelt die Sorte eine unvergleichliche Finesse und Kraft. Angebaut wird traditionell, also in kleinen Bäumchen, biologisch und ohne Bewässerung. Das muss man in einer Lage südlich von Tunis erst mal machen. 8 000 Stöcke pro Hektar stehen sehr dicht. Der Wein lagert mindestens drei Jahre und entwickelt dabei Noten von den verschiedensten Früchten, duftenden Blüten und Gewürze, die am Gaumen oszillieren. Absolutes Nero d‘Avola-Meisterstückchen.
Preis: 34,00 €
Bezugsquelle: vinigrandi.de

2017 Nero Baronj
Fast weiß ist die Erde in die Lage Baronj, wo die 40 Jahre alten Reben des Baronj stehen. Diesem Boden verdankt der Wein eine elegante Mineralschicht auf der Zunge. Dann wären da aber noch auf Hochglanz polierte Tannine und eine ganz feine Säure mit Zitrusaromen von saftiger Blutorange, dazu Brombeeren, schwarze Kirschen und Blüten. Zwei Jahre in alten Eichenfässern haben den Baronj edel reifen lassen. Alle seine komplexen Aromen verpackt er leicht in einem mittleren Körper, dem man seine 14 Prozent Alkohol nicht anmerkt.   
Preis: 23,34 €
Bezugsquelle: www.drinksco.de

 

 

Ausgabe 05/2022

Erhältlich ab 13.7.2022: Weinwelt on tour zu La Vialla // Genussziel Malta // Alte Reben Portugal //Best of Riesling und weitere Themen

Themen der Ausgabe

Kleine Kunstwerke

Die bunten Summerrolls liegen gerade voll im Trend und das ist auch kein Wunder: Mit Gemüse, Tofu, Limette und frischem Koriander gefüllt, überzeugen die kleinen Köstlichkeiten nicht nur optisch. Dazu empfiehlt Sommelière Alexandra Rehberger einen erfrischenden Low-Alcohol-Schäumer. »zu Rezept & Weintipp

Wurzelecht

Ja, es gibt sie noch, wenn auch nur vereinzelt und verteilt auf der ganzen Welt. Von der Reblaus verschont, bringen die wurzelechten, häufig mehr als 100 Jahre alten Reben, heute noch eindrucksvolle und komplexe Weine hervor. Wo man die fast schon historischen Gewächse findet und welche Vorteile sie bieten, lesen Sie bei uns.

Ein Ort zum Genießen

Endlose Olivenhaine, Zypressen, Weinberge, blühende Wiesen und grüne Wälder – willkommen in der Toskana, genauer gesagt in der Fattoria La Vialla. Beim Arbeiten im Takt mit der Natur entstehen dort spannende Weine mit Charakter und Tiefgang. Warum Bienen und ihre Pollen dabei eine wichtige Rolle spielen, hat WEINWELT-Chefredakteurin Ilka Lindemann bei einem Besuch des familiengeführten Biobetriebs erfahren ... »weiterlesen