94 Punkte: 2019 Kolfok Weisser Burgunder Muschelkalk Alte Reben, Kolfok Wellanschitz, Burgenland, Österreich, 13 %vol.
94 Punkte: 2019 Kolfok Weisser Burgunder Muschelkalk Alte Reben, Kolfok Wellanschitz, Burgenland, Österreich, 13 %vol.

Wein des Monats: Dezember 2021

94 Punkte
2019 Kolfok Weisser Burgunder Muschelkalk Alte Reben, Kolfok Wellanschitz, Burgenland, Österreich,
13 %vol.

 

Aus dem Mittelburgenland stammt unser Dezember-Weintipp. Hier ist die Familie Wellanschitz zu Hause, deren Weinberge rund um Neckenmarkt an den letzten Ausläufern der Alpen liegen. Direkt an der Grenze zu Ungarn. Eine Besonderheit dieser Region sind die Böden, die teils aus Glimmerschiefer, Orthogneis, Muschelkalk und tonigem Lehm bestehen. Die Wellanschitz-Weine sind seit vielen Jahren ein Garant für Qualität. Vor allem die Blaufränkisch, die die Familie zu 80 Prozent im Anbau hat, sind geschliffen wie Diamanten und spiegeln klar ihre Herkunft wider.

Doch wer sagt, dass aus dem „Blaufränkischland“ keine geschliffenen Weißweine stammen können? Seit einiger Zeit tritt Stefan David Wellanschitz in die Fußstapfen seiner Eltern und vinifiziert seine eigenen Weine. Dafür hat er sich ein paar Spitzen-Weinlagen gesichert. Mit seiner Kolfok-Linie hat er moderne Weine geschaffen, die wie gemacht sind für die Gastronomie und zum Begleiten von hochwertigen Speisen. So auch der Kolfok Weißer Burgunder Muschelkalk Alte Reben, der sich pfeffrig-würzig mit starkem mineralischem Grip präsentiert und daneben Aromen von kandierter Ananas, Orangenzeste, Quitte, Pomelo und Mango zeigt. Ein Wein mit sagenhafter Frische und Würze und gleichermaßen feinem Schmelz, der sehr elegant und tiefgründig im Glas steht. Individuell und sehr markant.

Bei Weinpräsentationen am Weingut können nun also zwei unterschiedliche Weinlinien verkostet werden: Während sich die elterlichen Wellanschitzweine feingliedrig, tänzelnd und sehr elegant präsentieren, sind die Weine der Linie Kolfok eher fordernd und karg. Alles Weine zum Merken, die von der Leidenschaft der Winzer erzählen. Und dazu passt auch der Name: Kolfok bezeichnet nämlich in der burgenländischen Mundart einen Charaktertypen, der sich gegen Konventionen stellt und seinen eigenen Kopf hat.

Die Weißburgunderreben für den außergewöhnlichen Wein wurden in den 60er Jahren gepflanzt und wachsen auf einem Hochplateau, das auf 350 Metern liegt und von einem Fichtenwald umkranzt ist. In den Böden dominiert der Muschelkalk beinahe flächendeckend mit einer dünnen Humusschicht. Ab einem Meter Tiefe befindet sich reiner Kalkfels. Hier stehen gerade mal so viele Reben, dass daraus maximal 500 Liter pro Jahr produziert werden können. Ein rarer Wein mit starker Persönlichkeit und riesen Potenzial. 

Preis: ca. 45,00 €

Bezugsquellen:
www.kolfok.com
www.wellanschitz.at
www.weinamlimit.de

Weingut Wellanschitz
Lange Zeile 28
7311 Neckenmarkt
Österreich

Ausgabe 05/2022

Erhältlich ab 13.7.2022: Weinwelt on tour zu La Vialla // Genussziel Malta // Alte Reben Portugal //Best of Riesling und weitere Themen

Themen der Ausgabe

Kleine Kunstwerke

Die bunten Summerrolls liegen gerade voll im Trend und das ist auch kein Wunder: Mit Gemüse, Tofu, Limette und frischem Koriander gefüllt, überzeugen die kleinen Köstlichkeiten nicht nur optisch. Dazu empfiehlt Sommelière Alexandra Rehberger einen erfrischenden Low-Alcohol-Schäumer. »zu Rezept & Weintipp

Wurzelecht

Ja, es gibt sie noch, wenn auch nur vereinzelt und verteilt auf der ganzen Welt. Von der Reblaus verschont, bringen die wurzelechten, häufig mehr als 100 Jahre alten Reben, heute noch eindrucksvolle und komplexe Weine hervor. Wo man die fast schon historischen Gewächse findet und welche Vorteile sie bieten, lesen Sie bei uns.

Ein Ort zum Genießen

Endlose Olivenhaine, Zypressen, Weinberge, blühende Wiesen und grüne Wälder – willkommen in der Toskana, genauer gesagt in der Fattoria La Vialla. Beim Arbeiten im Takt mit der Natur entstehen dort spannende Weine mit Charakter und Tiefgang. Warum Bienen und ihre Pollen dabei eine wichtige Rolle spielen, hat WEINWELT-Chefredakteurin Ilka Lindemann bei einem Besuch des familiengeführten Biobetriebs erfahren ... »weiterlesen