Auch Venetos Rotwein-Hochburg Valpolicella musste 2020 im Export Federn lassen (Foto: Veronika Crecelius)
Auch Venetos Rotwein-Hochburg Valpolicella musste 2020 im Export Federn lassen (Foto: Veronika Crecelius)

Veneto schwächelt

Italiens Exportlokomotive verzeichnete 2020 überraschenderweise stärkere Rückgänge als der Landesdurchschnitt. Laut einer Analyse der regionalen Agraragentur »Veneto Agricoltura« hat Venetien ein Minus von 3,3 Prozent zu verbuchen, auf nationaler Ebene beschränkten sich die Einbußen auf 2,4 Prozent. 

Italiens größter Exporteur

Venetien erwirtschaftete dennoch mit 2,24 Mrd. Euro 36 Prozent des gesamten italienischen Exportwertes (6,3 Mrd. €). Mit dieser Zahl liegt das Veneto als Einzelregion international auf dem vierten Platz, hinter den Ländern Frankreich, Italien und Spanien, aber vor Australien und Chile.

Wie die Einnahmen gingen auch die exportierten Mengen an Wein aus dem Veneto zurück. Veneto Agricoltura gibt die Mengenangaben in Kilogramm statt in Liter an. Die Studie weist eine Reduzierung der Ausfuhrmenge von 1,5 Prozent auf 737 Mill. kg aus, wobei die Preise im Schnitt um 1,8 Prozent auf 3,03 Euro/kg fielen. 

Auf Nachfrage der Weinwirtschaft erklärte der Autor der Studie, Dr. Nicola Severini, dass das Statistikinstitut ISTAT die Weinmengenangaben aus Gründen der Einheitlichkeit in Kilogramm errechne, da auch Most darunter falle und dieser aufgrund seines höheren spezifischen Gewichtes per Kilogramm gehandelt werde. Umgerechnet in Liter verändert sich das Ergebnis jedoch kaum, da ein Liter 0,99 kg wiegt.

Schaumweine leiden

Auch die Ausfuhren von Schaumweinen aus Venetien haben im vergangenen Jahr einen leichten Rückgang erlitten. Das Volumen der exportierten Schaumweine ist mit rund 2,33 Mill. Hektolitern im Vergleich zum Vorjahr um 2,4 Prozent gesunken, während der Gesamtumsatz des Sektors um 8,6 Prozent auf 841 Mill. Euro fiel. Der Durchschnittspreis erlitt mit 3,61 €/Kg eine Delle von 6,3 Prozent gegenüber 2019.

Der Export für abgefüllte Stillweine aus Venetien zeigte sich etwas stabiler mit einem Minus von 2,1 Prozent auf 1,27 Mrd. Euro. Das Volumen verkleinerte sich um 3 Prozent und erreichte insgesamt 3,9 Mill. Hektoliter, während der Durchschnittspreis dank eines zarten Plus von 0,9 Prozent auf 3,27 Euro pro Liter stieg.

USA, Deutschland und GB an der Spitze

Der jüngste Report von Veneto Agricoltura bestätigt die starke Konzentration auf drei Hauptabnehmer. USA, Deutschland und Großbritannien stellen 53 Prozent der Verkäufe, wobei die Vereinigten Staaten mit über 434 Mill. Euro vorn liegen, gefolgt von Deutschland (388 Mill. €) und Großbritannien (358 Mill. €). Innerhalb der letzten zehn Jahre weist dieses Triumvirat sehr unterschiedliche Wachstumskurven auf. Im Vergleich zu 2011 entwickelte sich der US-Markt um 95,6 Prozent, Großbritannien legte sogar um 137,5 Prozent zu, während der saturierte deutsche Markt noch um 24,9 Prozent wuchs. vc

Ausgabe 18/2021

WEINWIRTSCHAFT Ausgabe 18/2021

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