In Südafrika wird mit einer kleineren Erntemenge gerechnet (Foto: WOSA/Alain Proust))
In Südafrika wird mit einer kleineren Erntemenge gerechnet (Foto: WOSA/Alain Proust))

Südafrika wächst im Export

2021 ist für die südafrikanische Weinbranche zumindest im Export erfolgreich verlaufen. 3,88 Mill. hl Wein wurden ausgeführt, 22 Prozent mehr als 2020. Der Exportwert stieg um 12,1 Prozent auf 10,2 Mrd. Rand (ca. 592 Mill. €).

Dennoch sieht Wines of South Africa (WOSA) eine positive strukturelle Entwicklung. 2018 seien mit 4,2 Mill. hl Wein 9,1 Mrd. Rand erzielt worden. Der Durchschnittswert in Rand ist seitdem also signifikant gestiegen. Zudem sei der für das Image Südafrikas wichtige Flaschenweinexport um 6,7 Prozent auf 1,46 Mill. hl gestiegen, sein Umsatz stieg um 9,2 Prozent auf 7,8 Mrd. Rand. Damit stehen Flaschenweine für 37,5 Prozent der Menge und für 76,5 Prozent des Exportwerts.

Bestandssituation entspannt sich

Allerdings ist das Wachstum des Fassweinexports mit einem Zuwachs von 33,6 Prozent in der Menge und 23,1 Prozent im Wert noch stärker. Auch hier gibt es jedoch eine positive Sichtweise. Da der heimische Konsum aufgrund des wiederholten Verkaufsverbots als Covid-19-Schutzmaßnahme zurückging, kompensierte der Fassweinexport Verluste. 

Die Branchenorganisation Vinpro ergänzt, dass die offenen Bestände am Ende von 2021 mit 60 Mill. Litern deutlich niedriger lagen als 2020 (200 Mill. l) und führt dies darauf zurück, dass mehr Traubensaftkonzentrate erzeugt werden. Vor der anstehenden Ernte sei der Bestandsdruck auf die Branche damit deutlich geringer. Zudem erwartet Vinpro zum jetzigen frühen Zeitpunkt aufgrund von Hitzewellen und Krankheitsschäden eine kleinere Ernte als 2021.

Unter den Exportmärkten behauptet Großbritannien mit starkem Wachstum seine Rolle als wichtigster Partner. Hier erzielt Südafrika mit 2,5 Mrd Rand (+20%) und 92,5 Mill. Litern (+12%) rund ein Viertel seines Exports. Deutschland bleibt mit 1,2 Mrd. Rand (–1%) und unverändert 65,2 Mill. Litern zweitgrößte Exportdestination.

Extremes Wachstum in Nordamerika

Die USA legten in der Menge um 134 Prozent auf 42,3 Mill. Liter zu, Kanada wuchs mit plus 129 Prozent auf 28,3 Mill. Liter ebenso stark. Im Wert ist das Wachstum deutlich kleiner. Die USA sind auch hier mit 887 Mill. Rand (+39%) drittgrößter Abnehmer. Kanada kommt mit 657 Mill. Rand (+31%) nur auf Platz 6. 

Unter den weiteren Nationen stechen China und die Niederlande heraus. China legte mit 458 Mill. Rand (+59%) und 13,8 Mill. Litern (+139%) enorm zu. Der Export in die Niederlande ging dagegen um 14 Prozent auf 17,6 Mill. Liter zurück. Ein Minus im Exportwert von 10 Prozent auf 803 Mill. Rand sorgte dafür, dass die Niederlande auf Rang 4 zurückfielen.

Der Export in andere afrikanische Staaten legte um 50 Prozent auf 762 Mill. Rand, bzw. um 51 Prozent auf 23,4 Mill. Liter zu. Damit stehen die gesammelten afrikanischen Staaten auf Platz 5 der Exportranglisten. cg

Ausgabe 9/2022

WEINWIRTSCHAFT 09/2022

Themen der Ausgabe

ProWein

Messeführer, Produktneuheiten, Ausgeh-Tipps und mehr. Alles Wichtige zur ProWein 2022.

Ahr

Ein Jahr nach der Flutkatastrophe war WEINWIRTSCHAFT wieder im Ahrtal unterwegs. Die örtlichen Weinerzeuger sehen noch viele Probleme, mit denen sie konfrontiert sind, aber auch die »Chancen für Visionen«. 

Württemberg

Die Heimat von Trollinger und Lemberger schaut optimistisch in die Zukunft - und entdeckt die Weißweine für sich.