Südafrika feiert den ertragreichsten Jahrgang seit langem (Foto: Nederburg)
Südafrika feiert den ertragreichsten Jahrgang seit langem (Foto: Nederburg)

Südafrika mit hervorragender Ernte

Südafrikas Weinernte ist 2021 um 8,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Mit 1,46 Mill. Tonnen Trauben ist die Menge wieder auf dem Niveau von vor 2018, als die Dürre sich erstmals massiv auf die Erträge auswirkte. Sie liegt gut 5 Prozent über dem Mittel der Jahre 2011–2020.

Die Weinmosternte wird nach Angaben von SAWIS auf 11,4 Mill. hl geschätzt. Je nach Größe der Ernte werden üblicherweise 13–20 Prozent des Mosts für Brandy, Destillationsprodukte und Traubensaft verwendet. 
Angesichts des Rückgangs der Rebfläche im letzten Jahrzehnt sind zur Einordnung des Herbsts die Durchschnittserträge von größerer Aussagekraft als der Vergleich absoluter Zahlen. Hier erweist sich 2021 als der ertragsreichste Jahrgang der letzten zehn Jahre.

Der Grund für die guten Erträge dürfte die gute Wasserversorgung vor und während der Ernte sein. Aufgrund niedrigerer Temperaturen während der gesamten Wachstumsphase fing die Ernte etwa zwei Wochen später als üblich an. Durch die kältere Witterung reiften die Trauben sehr langsam, weshalb die Erntezeit ungewöhnlich lang und teilweise bis in den Mai andauerte.

»Das kältere Wetter ermöglichte es den Winzern, ihre Trauben genau zum richtigen Zeitpunkt zu ernten. Winzer und Winemaker sind besonders begeistert von der guten Farbextraktion, niedrigen PH-Werten und hoher natürlicher Säure«, sagt Conrad Schutte, Berater des Branchenverbands Vinpro. 

Die vollen Keller infolge des Verkaufsbanns in Südafrika während des Covid-Lockdowns scheinen sich nicht ausgewirkt zu haben. Zunächst war spekuliert worden, dass Winzer gezwungen wären, Trauben hängen zu lassen, weil die Kellerkapazitäten nicht ausreichten.

»Wir freuen uns, dass sich die Ernte 2021 als eine Art Silberstreifen für die südafrikanische Weinindustrie erwiesen hat, was unsere internationale Positionierung zweifellos weiter stärken wird«, erklärt Siobhan Thompson, CEO von Wines of South Africa (WoSA).

Allerdings sorgt die große Ernte in Verbindung mit dem Corona-bedingten Rückgang des Absatzes 2020 dafür, dass in den Kellern in Südafrika ein hoher Verkaufsdruck herrscht. cg

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