Überflieger Prosecco hat auf seinem Hauptmarkt Großbritannien an Menge verloren (Foto: Veronika Crecelius)
Überflieger Prosecco hat auf seinem Hauptmarkt Großbritannien an Menge verloren (Foto: Veronika Crecelius)

Schwere Verluste auf Italiens Hauptmärkten

Der Absatz italienischer Weine ist in Deutschland, den USA und Großbritannien im 1. Halbjahr 2022 gegenüber der Vorjahresperiode erheblich gesunken. Laut der Erhebungen von NielsenIQ ging die Menge im Off Trade (LEH, Discount, Cash & Carry, Liquor Shops) der drei Länder ingesamt um 10,6 Prozent zurück, der Wert um 8,1 Prozent auf 2,26 Mrd. Euro.

Der Wirtschaftsmonitor von UIV und Vinitaly analysierte die Zahlen von Nielsen und veröffentlichte den Sinkflug einiger Verkaufsschlager in den einzelnen Ländern. In Deutschland krachte der Verkauf von Pinot Grigio um 18 Prozent ein, Nero d‘Avola verlor 24 Prozent, Chianti 19 Prozent, Prosecco Spumante fiel um 12,8 Prozent, Prosecco Frizzante um 28,6 Prozent und Valpolicella stürzte über 50 Prozent ab. Sogar Deutschlands Liebling Primitivo mußte Federn lassen (–9%). Wachstum generierten Grillo (+6,5% in der Menge, +7,2% im Wert) und Roséweine (+9% Menge, +8,6% Wert).

Während der Absatz von Prosecco in den USA stabil blieb, stürzte er auf seinem Hauptmarkt Großbritannien um 18 Prozent ab. Die Briten kaufen auch erheblich weniger Sangiovese (–22%), Primitivo (–18%), Montepulciano (–15%) und Pinot Grigio (–9%). Ein markantes Plus verzeichnen auch in Großbrittanien lediglich die Roséweine (+12%).

In den USA gab der Pinot Grigio, der beinahe die Hälfte des Gesamtabsatzes italienischer Stillweine ausmacht, um knapp 3 Prozent nach. Lambrusco hat einen Rückgang von 15,7 Prozent zu verschmerzen, Chianti von 11 Prozent. Lediglich der Brunello di Montalcino prunkt mit einem Mengenwachstum von 29,4 Prozent (Wert +29%), was das Gesamtbild allerdings kaum verändert. Von insgesamt 48,3 Mill. Litern Stillwein machte der Brunello 35.817 Liter aus.

Italiens Wein schloß das 1. Halbjahr im deutschen Handel mit einem Mengenrückgang von 10,5 Prozent ab, in den USA sank er um 7,5 Prozent und in Großbritannien um 14 Prozent. Laut der Unione Italiana Vini (UIV) machen die analysierten Absatzkanäle rund 70 Prozent des Gesamtverkäufe italienischer Weines aus.

Auch in Italiens LEH sind die Verkäufe rückläufig. Im gleichen Zeitraum verloren Stillweine nach Erhebungen von IRI 8,4 Prozent an Menge und 6,9 Prozent an Wert. Die Kategorie Schaumweine und Champagner büßte 9,4 Prozent Absatz bei einer Wertminderung von 8,4 Prozent ein. VC

Ausgabe 19/2022

Themen der Ausgabe

Discount

Die große Discounter-Wein-Verkostung offenbart die Probleme dieses Absatzkanals.

Jens Gardthausen

Ein Jahr nach Amtsübernahme bei Eggers & Franke fragt WEINWIRTSCHAFT im Interview nach.

Better for you

Andernorts werben Weine ungeniert damit, gesund zu sein. Hierzulande steht dem einiges im Wege.