Entalkoholisierte Produkte werden für Schloss Wachenheim immer wichtiger
Entalkoholisierte Produkte werden für Schloss Wachenheim immer wichtiger

Schloss Wachenheim bestätigt Erwartung

Die Schloss Wachenheim AG hat in ihrem finalen Geschäftsjahresbericht für 2021/22 (Stichtag 30.6.2022) die vorläufigen Zahlen aus August bestätigt. Demnach erzielte der Konzern mit einem Absatz von 234,8 Mill. 0,75-Liter-Flaschen (+6,3%) einen Umsatz von 384 Mill. Euro (+8,3%) und erzielte ein EBITDA von 29,2 Mill. Euro. Der Vorstand will der Hauptversammlung vorschlagen, die Dividende um 10 Cent auf 60 Cent je Aktie zu erhöhen.

Gegenüber WEINWIRTSCHAFT erläuterte Vorstandssprecher Oliver Gloden, dass das über den Prognosen liegende Ergebnis aus einem besser als erwartet gelaufenen letzten Quartal resultiere, nachdem man zunächst die Planungen korrigiert hatte. 

Mit einem Umsatz von 167,8 Mill. Euro (+12,5%) und einem Absatz von 97,6 Mill. Flaschen (+8,2%) bleibt der ostmitteleuropäische Zweig AMBRA der größte Bereich des Konzerns. Der deutsche Teilkonzern folgt mit 136,2 Mill. Euro (+2,8%) und 88,9 Mill. Flaschen (+5,6%) an zweiter Stelle vor der französischen Sparte, wo mit 57,1 Mill. Flaschen (+7,7%) 89,7 Mill. Euro (+10,7%) erlöst wurden.

Innerhalb Deutschlands resultierte das Plus vor allem aus dem Kerngeschäft mit Sekt, Perl- und Schaumwein. »Dagegen konnte unsere Weinfachhandelssparte das hohe Niveau des Vorjahres, in dem die Hotellerie und Gastronomie über viele Monate von Schließungsanordnungen betroffen waren, und sich der Konsum entsprechend in den privaten Bereich verlagert hatte, nicht wieder erreicht werden«, so Gloden in einer Pressemitteilung.

Gegenüber WEINWIRTSCHAFT betonte Gloden aber die Wichtigkeit des Fachhandelssegments um Rindchen’s Weinkontor und Vino, mit denen man weniger abhängig vom LEH werde. Auch E-Commerce sei dabei ein strategischer Schwerpunkt. Zudem entwickle sich der Bereich alkoholfreier Produkte sehr dynamisch.

Auch wenn Schloss Wachenheim mit dem abgelaufenen Geschäftsjahr zufrieden ist, bleibt man im Ausblick vorsichtig. »Die Aussichten für das laufende Geschäftsjahr 2022/23 werden durch die anhaltend herausfordernde Situation auf den relevanten Beschaffungsmärkten weiterhin spürbar beeinträchtigt, die in einer für Verbraucher schwierigen Zeit weitere Preiserhöhungen unsererseits notwendig macht«, so Gloden. 

Schloss Wachenheim AG erwartet in allen Teilkonzernen leicht rückläufige Absatzmengen, und lediglich preisbedingt steigende Umsatzerlöse. Entsprechend liegen die Erwartungen für das operative Ergebnis in 2022/23 zwischen 25–27 Mill. Euro. CG

Ausgabe 19/2022

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