Bei der Ernte in der Toskana sind die größten Ernteeinbußen zu verzeichnen (Foto: Veronika Crecelius)
Bei der Ernte in der Toskana sind die größten Ernteeinbußen zu verzeichnen (Foto: Veronika Crecelius)

Nur 44,5 Mill. Hektoliter in Italien

Die Unione Italiana Vino (UIV), Ismea (Istituto di Servizi per il Mercato Agricolo Alimentare) und die Önologen-Vereinigung Assoenologi haben am 8. September 2021 Italiens Ernteprognose online präsentiert. Zu diesem Zeitpunkt waren ca. 25 Prozent der Trauben eingefahren. 

Die Experten rechnen 2021 mit einer Weinproduktion von 44,5 Mill. Hektoliter (hl), das sind 9 Prozent weniger als 2020 (49 Mill. hl). Spätfrost im Frühling, Hagel im Juli sowie Hitzewellen und Trockenperioden haben Italiens Regionen unterschiedlich zugesetzt.

Toskana größter Verlierer

Die stärksten Einbußen muss die Toskana vor allem aufgrund der Spätfröste im April hinnehmen, ihre Produktion sinkt vermutlich um 25 Prozent auf 1,65 Mill. Hektoliter. In der Lombardei sieht es mit einem Minus von 20 Prozent kaum besser aus (1,23 Mill. hl). Die Herstellung in Umbrien und Abruzzen soll sich um je 18 Prozent dezimieren, es bleiben 312.000 hl in Umbrien und 2,88 Mill. hl in Abruzzen. 15 Prozent weniger zeichnen sich derzeit in der Emilia-Romagna (6,71 Mill. hl), in Molise

(200.000 hl) und auf Sardinien (404.000 hl) ab. In den Marken schrumpft die Menge um 13 Prozent auf 778.000 hl. Mit Verlusten von 10 Prozent müssen das Piemont (2,43 Mill. hl), Ligurien (36.000 hl), Trentino-Südtirol (1,168 Mill. hl) und die Basilikata (65.000 hl) rechnen.

Wenige Gewinner alle aus Süditalien

Das kleine Aostatal wird wahrscheinlich nur 18.000 hl herstellen (–7%), auch das Veneto (10,8 Mill. hl) und Friaul (1,72 Mill. hl) verlieren 7 Prozent. In Apulien ist der Rückgang mit 5 Prozent auf 8,55 Mill. Hektoliter am geringsten. Lediglich drei Regionen werden Steigerungen erreichen: Sizilien 9 Prozent (3,99 Mill. hl), Kampanien 5 Prozent (751.000 hl) und Kalabrien könnte mit einem Plus von 10 Prozent in diesem Jahr 106.000 Hektoliter Wein herstellen.

Die Qualität wird im Schnitt als gut bis exzellent bezeichnet. Die ersten Analysen zeigen mittelhohe Alkoholgrade mit einigen Problemen beim Verhältnis zwischen Zucker und Säure. Im der Pressekonferenz wurde auch die Preisentwicklung angesprochen. Steigende Nachfrage sowohl auf den Exportmärkten als auch auf nationaler Ebene sowie die Erhöhung der Produktionskosten machen Preissteigerungen unumgänglich. 

In der Kampagne 2020/2021 hatten die Preise laut der Erhebungen von Ismea durchschnittlich um 3 Prozent nachgegeben. Aufgrund der extrem schwachen Ernte in Frankreich und Spaniens Ernteprognose von voraussichtlich unter 40 Mill. hl bleibt Italien der mengenstärkste Weinproduzent weltweit. vc

Ausgabe 18/2021

WEINWIRTSCHAFT Ausgabe 18/2021

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