An der Gesamtmenge für Deutschland ändert sich in der neuen Schätzung wenig, für die Gebiete aber viel (Foto: Deutsches Weininstitut)
An der Gesamtmenge für Deutschland ändert sich in der neuen Schätzung wenig, für die Gebiete aber viel (Foto: Deutsches Weininstitut)

Neue Ernteschätzung

In seiner am 6. Dezember veröffentlichten Ernteschätzung geht das Statistische Bundesamt von einer deutschen Weinmosternte von 8,74 Mill. Hektolitern (hl) aus. Die Daten für diese Schätzung wurden im Oktober erhoben. Mit dieser Gesamtmenge reduziert das Statistische Bundesamt seine vorherige Schätzung (8,86 Mill. hl) und landet ziemlich exakt bei dem Wert, den der Deutsche Weinbauverband (DWV) im Oktober bekanntgab (8,73 Mill. hl) – und kurioserweise auch nahe an der ersten im September veröffentlichten eigenen Prognose (8,76 Mill. hl).

Gewinner und Verlierer

Für die einzelnen Anbaugebiete gibt es jedoch deutliche Unterschiede. Rheinhessen und Pfalz gehen noch klarer als bisher angenommen als die Gewinner der Ernte hervor. Rheinhessen kommt mit einem Hektarertrag von 102 hl/ha auf 2,67 Mill. hl Weinmost, die Pfalz auf 99 hl/ha und 2,29 Mill. hl. 

Auf der anderen Seite des Rheins fallen die Ergebnisse für Württemberg, Franken und Baden schlechter als bisher prognostiziert aus. Württemberg kommt nur noch auf 917.000 hl, die letzte DWV-Prognose ging von 1 Mill. hl aus, das Statische Bundesamt ging von 0,96 Mill hl aus. Für Baden werden 938.000 hl statt bisher 977.000 hl erwartet. 

Klare Unterschiede zu bisherigen Annahmen

Gravierend ist die Differenz für Franken, wo die Ernte jetzt nur noch auf 443.000 hl (73 hl/ha) geschätzt wird. Das sind 7,7 Prozent weniger als die zuvor erwarteten 480.000 hl. Statt einer guten Erntemenge dürfen sich die Franken nur über eine leicht überdurchschnittliche freuen – wobei die letzten zwei Mini-Ernten den Durchschnitt deutlich drückten. Auch an der Mosel wird mit 722.000 hl nun deutlich weniger erwartet, als vom DWV zuletzt geschätzt (780.000 hl).

Klar besser sieht es dagegen an der Nahe aus. Die letzte DWV-Schätzung von 321.000 hl wird vom Statistischen Bundesamt auf 348.000 hl erhöht. Auch der Rheingau kommt jetzt mit 233.000 hl besser weg, als im Oktober vermutet. 

Noch größere prozentuale Unterschiede ergeben sich am Mittelrhein, wo nur noch 26.600 hl statt 36.000 hl erwartet werden. cg

Die jüngste Ernteschätzung des Statistischen Bundesamts
Die jüngste Ernteschätzung des Statistischen Bundesamts

Ausgabe 10/2022

WEINWIRTSCHAFT 10/2022

Themen der Ausgabe

Nachhaltigkeit

Das aktuelle Kern- und Reizthema der Branchenkommunikation. Egal ob mit Bio-Siegel oder ohne – im Weinbau gibt es viele kleine und große Schritte zu mehr Nachhhaltigkeit. WEINWIRTSCHAFT hat sich bei verschiedenen Erzeugern umgehört und umgesehen – und ein paar hochinteressante Piwi-Weine verkostet.

»Auf dünnem Eis«

VDP-Präsident Steffen Christmann im Interview über die Qualitätspyramide, GGs für Jedermann und deutschen Sekt. Wie die Zukunft des deutschen Weinbaus aussehen kann und welche Rolle der VDP einnimmt und einnehmen will.

Lombardei

Vermutlich kennen Sie Franciacorta, aber haben Sie schon einmal von Oltrepò Pavese gehört oder gekostet? Über eine unterschätzte Schaumweinappellation im Schatten des bekannten Nachbarn.