Ein Austrieb kurz nach Lese-Ende. Oktober 2022 in Rüdesheim (Bilder: Prof. Dr. Schultz, Hochschule Geisenheim)
Ein Austrieb kurz nach Lese-Ende. Oktober 2022 in Rüdesheim (Bilder: Prof. Dr. Schultz, Hochschule Geisenheim)

Milder Winter erhöht Gefahren

Der bislang extrem milde Winter kann zu einem Abbruch der vegetativen Ruhephase – genannt Dormanz – bei Reben und einem stark verfrühten Austrieb führen. Das erhöht die Gefahr von gravierenden Spätfrösten.

Der Agrarklimaforscher Serge Zaka spricht gegenüber dem französischen Branchenmedium Vitisphere von einem »falschen Frühling«, den die Pflanzen gerade erleben würden. Sie würden aber sicherlich nicht im Januar austreiben. Laut mehreren französischen Experten werde der Februar der entscheidende Monat sein. Bleibt es bis dahin so mild, könne der Austrieb bei den ersten Rebsorten in manchen Gebieten bereits Mitte Februar beginnen. Kommt es zu Spätfrösten im April, kann es aufgrund der dann schon weiten Entwicklung der Triebe zu drastischen Schäden kommen.

Auch Prof. Dr. Schultz von der Hochschule Geisenheim sieht die Gefahr in Frankreich, vor allem im Süden, als real an, wenn sich in den nächsten Wochen weiter Temperaturen über 10 (Luft) bzw. 6 (Boden) Grad aufsummieren. Zumindest hierzulande und in den nördlichen Anbaugebieten Frankreichs ist das noch nicht allzu wahrscheinlich. In Frankreich beschäftigt man sich laut Schultz intensiv mit dem Thema, da dort – im Gegensatz zu anderen Regionen mit milden Wintern – die Spätfrostgefahr deutlich höher sei. 

Die Dormanz der Rebe kann aber auch durch extreme Trockenheit frühzeitig gebrochen werden. So hat Schultz im Oktober 2022 in Rüdesheim Weinberge beobachtet, die ob der Trockenheit bereits ihr Laub komplett abgeworfen hatten und aufgrund der dann wieder milden Temperaturen austrieben. Die entsprechenden Triebe seien dann Anfang Dezember erfroren. Ähnliche Beobachtungen hat er auch in Weinbergen in Mexiko gemacht, wo allerdings die Winterfrostgefahr gering sei. VM

Ausgabe 2/2023

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