Die rheinhessische Schutzgemeinschaft freut sich über eine gute Ernte 2021 (Foto: Rheinhessenwein e.V./Robert Dieth)
Die rheinhessische Schutzgemeinschaft freut sich über eine gute Ernte 2021 (Foto: Rheinhessenwein e.V./Robert Dieth)

Gute Ernte in Rheinhessen

»Wir in Rheinhessen sind die Gewinner der Ernte 2021«, sagte Wolfgang Trautwein, stellvertretender Vorsitzender der Schutzgemeinschaft Rheinhessen. Deutschlandweit dürfte Rheinhessen nach seiner Einschätzung die höchsten Durchschnittserträge einfahren. »Das gute Ergebnis liegt auch an den Winzern. Dieses Jahr trennt sich die Spreu vom Weizen«, sagte Trautwein bei der Herbstvesper der Schutzgemeinschaft Rheinhessen. 

Der Vorsitzende Ingo Steitz freute sich, dass das Wetter während der Ernte mitgespielt habe und eine lange Leseperiode erlaube. Dies sei für die Qualität sehr vorteilhaft, auch weil Winzer bessere Chancen zur Vorselektion fauler Trauben haben. Die Hauptlese habe um den 20. September begonnen – im Wonnegau teilweise früher – und könne sich bis zum 20. Oktober hinziehen, bei gutem Wetter auch darüber hinaus. Die Erntemenge werde etwas größer als im Vorjahr ausfallen. Damals wurden 2,56 Mill. Hektoliter Weinmost bei einem Durchschnittsertrag von 98 hl/ha gelesen.

Die Mostgewichte fallen 2021 niedriger aus als in den Vorjahren, liegen aber dennoch in einem guten Bereich. Steitz erklärte, dass die Säurewerte teils zu hoch sein und räumte ein, dass es auch kleine Fäulnisprobleme gegeben habe, jedoch in Summe nichts Gravierendes.

Trautwein erklärte, dass für Rheinhessen das stabile Preisgefüge auf dem Fassweinmarkt sehr gut sei. Die Mostpreise notieren 10–20 Cent/Liter höher als im Vorjahr. Zudem sei die Ausbeute bei den Burgundern besser als im Vorjahr. Die kleinen Ernten in Südeuropa wirkten sich auch auf Rheinhessen aus, da Einkäufer jetzt hier nach Wein suchten. 

Im LEH war Rheinhessen im ersten Halbjahr erfolgreich, wie Thomas Schätzel, Vorsitzender des Rheinhessen e.V., ausführte. Der Marktanteil an den deutschen Weinen lag laut Nielsen Home Scan bei 31,4 Prozent, ein Zuwachs um 2,1 Prozentpunkte. Der Umsatz mit rheinhessischen Wein legte um 7,3 Prozent zu, der Durchschnittspreis fiel um 2 Prozent auf 3,06 Euro/Liter. Auch der Export legte zu. Der Absatz stieg um 2,9 Prozent, der Wert um 2,0 Prozent. cg 

Ausgabe 20/2021

WEINWIRTSCHAFT Ausgabe 20/2021

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