Feuer zum Schutz der Triebe in Burgund (Foto: Domaine Belleville, Bourgogne)
Feuer zum Schutz der Triebe in Burgund (Foto: Domaine Belleville, Bourgogne)

Frankreich im Kälteschock

Bereits die dritte Nacht in Folge haben die eisigen Temperaturen Frankreichs Weinbaugebieten extrem zugesetzt. 
Durch die milden Temperaturen der Vorwoche ist die Vegetation im Weinberg vielerorts bereits sehr fortgeschritten, was in manchen Regionen vermutlich einen großen Schaden hinterlassen wird, wie die französischen Medien mitteilen.

Waren in der Nacht vom 5. auf den 6. April hauptsächlich die Regionen um Burgund, mit Temperaturen von bis zu -7 °C, betroffen, sind in den Nächten von Dienstag bis Donnerstag nahezu alle Gebiete stark in Mitleidenschaft gezogen worden.

Vom Languedoc bis zur Provence war der gesamte Mittelmeerbogen stark betroffen.
Im Rhônetal, bisher durch den Mistral-Wind begünstigt, sei das Thermometer in der letzten Nacht bis auf -9 °C gefallen. Das Departement Maine-et-Loire meldet, gemäß der Association Technique Viticole (ATV), bereits erste Schäden an Knospen und jungen Trieben. In der Champagne kamen nur die später austreibenden Pinot-Meunier-Reben etwas glimpflicher davon. Einige Gebiete, wie das Jura, hoffen darauf, dass der Schneefall dort die Knospen schützen konnte. Bordeaux, in der ersten Frostnacht noch verschont geblieben, hatte in den letzten beiden Nächten ebenfalls mit Temperaturen bis zu -6 °C zu kämpfen. 


Vielerorts wurden zur Schadensbegrenzung Strohfeuer in den Weinbergen entzündet oder Berieselung der Reben betrieben. Die Winzer am Hermitage setzten Hubschrauber ein. Wie groß der Schaden ist, kann derzeit noch nicht ermittelt werden.

Auch wenn sich die Lage zum Wochenende hin entschärfen soll, sind für die kommende Woche weitere Frostnächte vorhergesagt. itp