Annalisa Botter auf der Vinitaly
Annalisa Botter auf der Vinitaly

Finanzinvestor will Botter übernehmen

Am 6. August 2020 gab das deutsche Bundeskartellamt die Eröffnung eines Fusionskontrollverfahrens zwischen der Firma Clessidra SGR SpA aus Mailand und der Casa Vinicola Botter SpA, Fossalto di Piave, bekannt. Die Private Equity Investmentgesellschaft strebt gemäß dem Aktenzeichen B2-98/20 eine Mehrheitsbeteiligung an der Casa Vinicola Botter an. Gemessen am Umsatz ist Botter mit 217 Mill. Euro der viertgrößte Weinproduzent Italiens.

Clessidra zählt zu den Tochtergesellschaften der börsenquotierten Investment Holding Italimobiliare der Familie Pesenti. Die Vereinigung AIFI (Associazione italiana del Private Equity, Venture Capital und Private Dept) schätzt den Wert der Operation auf 330 Mill. Euro, das Finanzblatt IlSole24Ore spricht von etwa 300 Mill. Euro. 

Clessidra gibt als Geschäftsmodell an, in italienische Unternehmen zu investieren, um mit diesen international zu wachsen. Dabei investiere man in italienische Familienunternehmen und lege Wert auf eine Kontinuität italienischer Führung. 

Von der Casa Vinicola Botter war bis Redaktionsschluss – auch wegen des italienischen Feiertags – keine Reaktion zu bekommen. Schon 2018 hatte die Familie Botter 22,5 Prozent der Anteile an den spezialisierten Fond IDeA Taste of Italy der Investmentgesellschaft DeA Capital Alternative Funds Sgr veräußert. 

Im Frühjahr 2020 gaben Botter und die Rotkäppchen-Mumm-Sektkellereien bekannt, ein Joint Venture für die Marke Doppio Passo zu gründen. Die von der Rotkäppchen-Tochter Eggers & Franke gemeinsam mit der Casa Vinicola Botter entwickelte Marke ist mittlerweile die erfolgreichste italienische Weinmarke auf dem deutschen Markt. Rotkäppchen wollte die Vorgänge bei Botter nicht kommentieren, erwartet aber keine Auswirkungen auf das gemeinsame Joint Venture. vc/cg