2021 ziehen die Mostpreise etwas an
2021 ziehen die Mostpreise etwas an

Es geht los

Drei Wochen kalkulieren viele Marktbeobachter für die Hauptlese in der Pfalz und rechnen damit zum 8. Oktober auch Riesling großteils eingefahren zu haben. Insgesamt sind die Eindrücke aus Rheinhessen und der Pfalz ähnlich. Rheingau, Nahe und Mosel folgen leicht verzögert.

Kaum jemand traut sich eine Ernteprognose abzugeben, weil in fast jeder Teilregion sowohl Mindererträge vorkommen als auch Ernten, die oberhalb des Qualitätswein-Kontingents liegen. Am wahrscheinlichsten erscheint eine Erntemenge in Nähe des Durchschnitts. »Die Winzer sind sehr nervös, ihre Stimmung hat sich aber etwas aufgehellt«, berichtet ein Kommissionär.

Die Mostpreise sind weitgehend stabil und liegen etwas über dem Vorjahresniveau. Diskussionen gibt es zu Grauburgunder und Dornfelder Rosé. Bei Grauburgunder sind sich die meisten Marktteilnehmer einig, dass der Mostpreis bei 150 Euro/hl aufwärts liegt. Eine Minderheit ist skeptisch, ob die Kellereien diesen Preis während des Herbsts halten. Dornfelder Rosé wurde anfangs mit 70 Euro gehandelt, bis die Kellereien auf 65 Euro hinunter gegangen sind. Nun stockt der Handel.

Bei allen anderen Sorten ist der Handel aktuell kein Problem. Die gute Nachfrage findet abgabebereite Winzer. Mostpreise für Müller-Thurgau und diverse weiße Sorten als Qualitätswein liegen bei 80 Euro/hl, das gleiche gilt für Portugieser Weißherbst. Sowohl als Landwein zu 70 Euro/hl als auch als Qualitätswein gesucht sind die von Sektkellereien beliebten Sorten Chardonnay (100 € als Qw) und Spätburgunder Weißherbst (90 € als Qw). Da es voraussichtlich deutlich weniger Spätlesen gibt, steigen die Preise auf 95 Euro/hl. Weiße Landweine werden zu 55 Euro/hl gehandelt.

Erste Eindrücke aus den Weinbergen zeigen, dass die Fäulnisgefahr den Ernteverlauf prägen wird. Flüchtige Säure ist 2021 ein Thema – die Kirschessigfliege noch nur am Rande. Es geht also erneut darum rechtzeitig zu ernten – das betrifft insbesondere die Rotweinsorten, die weißen Sorten zeigen sich stabiler. Neben den roten Sorten scheint auch Müller-Thurgau stärker unter Peronospora gelitten zu haben als Riesling und die weißen Burgundersorten. 

Die Mostgewichte liegen angesichts des schnellen Ernteverlaufs auf einem niedrigeren Niveau als in den Vorjahren. Anreicherung wird somit ebenso ein Thema wie Entsäuerung. CG
 

Ausgabe 21/2021

WEINWIRTSCHAFT Ausgabe 21/2021

Themen der Ausgabe

Weinabteilung des Jahres

WEINWIRTSCHAFT hat die Sieger ausgezeichnet

Sekt

Schaumweine konnten in letzter Zeit an Boden gewinnen.

Top-Trends Spanien

In Bewegung: Wir stellen die wichtigsten Wein-Trends vor