Deutschland erwartet eine positive Erntebilanz (Foto: DWI)
Deutschland erwartet eine positive Erntebilanz (Foto: DWI)

Ernteschätzung für Deutschland über Durchschnitt

Das statistische Bundesamt hat die Ernteschätzungen für 2021 veröffentlicht, die für 2021 eine Menge von knapp 8,8 Mill. Hektoliter prognostizieren. Gegenüber 2020 (8,5 Mill. hl) bedeutet die Menge ein leichtes Plus von ca. 3 Prozent und liegt damit ebenfalls leicht über dem Schnitt von 2010 bis 2020 mit 8,7 Mill. Hektolitern.

56 Prozent der Ernte entfallen auf die beiden größten Anbaugebiete Rheinhessen (2,52 Mill. hl) und Pfalz (2,37 Mill. hl), deren Erntemengen sich den Schätzungen zufolge nur unwesentlich vom Vorjahr unterscheiden. Baden muss infolge von Spätfrösten Einbußen von rund 10 Prozent hinnehmen (0,99 Mill. hl), weshalb sich Württemberg (1,01 Mill. hl) hauchdünn vorbeischiebt. Die Schwaben konnten gegenüber dem Vorjahr ein Plus von 35 Prozent verbuchen, was auf die Frostereignisse in 2020 zurückzuführen ist. 

Auch in den anderen Anbaugebieten ist das Bild unterschiedlich. Größere Verluste haben die Winzer an der Mosel zu befürchten (–14,8%), etwas geringer fallen sie an der Nahe aus (–6,1%). Größte Gewinner sind die Winzer aus Franken (+63,9%) und vom kleinen Mittelrhein (+40,3%). Während die Zugewinne vor allem in Verbindung mit ausgebliebenen Frostereignissen stehen, Baden ausgenommen, reduzierte auch anhaltende Trockenheit die Ergebnisse in 2020. Verluste entstehen dieses Jahr vor allem in Zusammenhang mit der Perosnospora und der Kirschessigfliege.

Trotz unzuverlässiger Datenlage sind die von freiwilligen Berichterstattern geschätzten Werte aus dem Ahrtal mit in die Gesamt-Schätzung eingeflossen, allerdings werden diese von der Behörde nicht genannt.

Wie in Deutschland üblich, wird zu ca. zwei Dritteln weißer Most und später Wein produziert werden können. Die Riesling-Menge ist mit einem Rückgang von 1,7 Prozent in etwa stabil, zulegen konnte der Spätburgunder (+12,6 Prozent). Beim Dornfelder werden Verluste von knapp 10 Prozent prognostiziert – Stichwort Kirschessigfliege – beim Müller-Thurgau rund 9 Prozent.

Ernteverluste in Italien, Spanien und Frankreich

Im Gegensatz zu der geschätzten  deutschen Ernte erwarten Italien, Spanien und Frankreich ein geringeres Erntevolumen als in 2020. Besonders starke Verluste haben Letztere zu verzeichnen, die zum jetztigen Zeitpunkt einen Ertrag von etwa 33,3 Mill. Hektolitern erwarten. Die Verluste sind in erster Linie auf die extremen Wetterverhältnisse und deren Folgen zurückzuführen, die Frankreich während der Vegetationsperiode stark zugesetzt haben. Die Nation fällt mit dieser Prognose auf den 3. Platz der weltweit führenden Weinbauproduzenten zurück.

Spanien rückt auf den 2. Platz vor, auch wenn sich das geschätzte Volumen auf etwa 39 Mill. Hektoliter beläuft ­und sich damit gegenüber 2020 um 16 Prozent verringert.
Italien bleibt, trotz zu erwartenden Einbußen von 9 Prozent, mit geschätzten 44,5 Mill. Hektolitern noch immer der größte Weinproduzent weltweit. sw/itp
 

Ausgabe 20/2021

WEINWIRTSCHAFT Ausgabe 20/2021

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