v.l.: Holger Klein (Geschäftsführer Badischer Weinbauverband), die Badische Weinkönigin Jessica Himmelsbach, Staatssekretärin Sabine Kurtz (MLR) sowie Weinbaupräsident Rainer Zeller
v.l.: Holger Klein (Geschäftsführer Badischer Weinbauverband), die Badische Weinkönigin Jessica Himmelsbach, Staatssekretärin Sabine Kurtz (MLR) sowie Weinbaupräsident Rainer Zeller

»Bilderbuchjahrgang« in Baden

Die laufende Traubenlese beschert den Winzern in Baden gute Qualitäten und marktgerechte Mengen, schätzungsweise 100–120 Mill. Liter Wein. Das geht aus der Herbstpressekonferenz des Badischen Weinbauverbandes hervor. Der Präsident des Verbandes, Rainer Zeller, spricht von einem »Bilderbuchjahrgang«.

Die anhaltend trockene Witterung hat dabei in Junganlagen oder Anlagen auf sandigen Böden für Ertragseinbußen gesorgt. Ältere Weinberge sind mit der Trockenheit hingegen besser zurechtgekommen. Der Weinbauverband schätzt deshalb die Erntemenge auf 100–120 Mill. Liter – eine für Baden normale Menge, sofern die Witterungsverhältnisse trocken bleiben. Pilzkrankheiten haben den Winzern in diesem Jahr kaum zugesetzt. Die Traubenqualität und -gesundheit seien demnach gut, im Staatsweingut Freiburg haben Rebsorten wie Sauvignon Blanc bereits Ende August die 90°-Oechsle-Marke geknackt. Bis Mitte September soll die Lese in vollem Gange sein.

Sabine Kurtz, Staatssekretärin im Ministerium für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg, warnt aber auch vor den Folgen, die das extrem trockene Weinjahr nach sich ziehen kann: »Das Jahr 2022 wird als weiteres extremes Jahr in Erinnerung bleiben, denn der Sommer war geprägt von Trockenheit und Hitze. Diese an Häufigkeit und Schadensausmaß zunehmenden Wetterextreme zeigen auf, wie unerlässlich ein betriebliches Risikomanagement ist«. Ein 2019 eingeführtes Ertragsversicherungs-Projekt soll der Staatssekretärin zufolge ausgedehnt werden. 

Zudem soll die einmalige Umstellungsprämie bei der Bio-Konvertierung von 1.275 Euro pro Hektar und Jahr auf 1.450 Euro erhöht werden und die Beibehaltungsprämie von 750 Euro pro Hektar und Jahr auf 1.000 Euro ab 2023 angehoben werden. SW

Ausgabe 19/2022

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