Willi Opitz mit Maske im Weinberg; Foto: Willi Opitz
Willi Opitz mit Maske im Weinberg; Foto: Willi Opitz

In Bewegung bleiben

Besondere Situationen erfordern besondere Lösungen: Das Weingut Willi Opitz in Illmitz (Österreich) bekommt nach einem Aufruf bei Weinliebhabern, Freunden und Kunden Hilfe beim Rebschnitt im Weingarten – natürlich mit Mund-Nasen-Masken, Handschuhen und dem gesetzlich vorgegebenen Sicherheitsabstand. So bietet Opitz nachhaltige Weingartenkurse für den ganzjährigen Vegetationszyklus an.

Winzer Willi Opitz will nicht in „Coronastarre“ verfallen, sondern das Beste aus der Situation zu machen. Überall werden derzeit Online-Kurse angeboten, Opitz bietet Weingartenkurse an, in denen er seine persönlichen Erfahrungen teilt. Nachdem ihm derzeit wichtige Arbeitskräfte im Weingarten fehlen, holte er sich nun Unterstützung bei Weinliebhabern, Freunden und Kunden und bildet diese, nach Voranmeldung und Einhaltung der gesetzlichen Regeln, zum „Weingartenmanager“ aus. „Auch, wenn die Welt stillsteht, macht die Natur weiter ‚Business as usual’. Bei diesen Temperaturen gehen die Reben in den Saft, da ist mit jedem Handgriff geholfen. Und den Leuten fällt so nicht die Decke auf den Kopf“, betont Opitz. Beim Weingartenkurs mit maximal drei Teilnehmern pro Weingarten, welcher zwischen zwei und drei Stunden dauert, bekommen alle freiwilligen Helfer eine selbstgeschneiderte Mund-Nasen-Maske und Handschuhe gestellt. Die notwendige Distanz zwischen den Personen wird durch die Drahtkultur eingehalten. Der Weingarten-Zeilenabstand beträgt 2,7 Meter und überschreitet damit die von der Regierung empfohlene Distanz von einem Meter deutlich. Im Mai und Juni gehen die Arbeiten dann fleißig weiter: Laubarbeit, das Ausdünnen und Entfernen der überschüssigen, jungen Triebe, das Entfernen der Nebenaugen, um die starken Triebe zu stärken. Ende des Jahres, nach der Ernte, bekommen alle Weinhelfer von Willi Opitz ein Zertifikat überreicht und treten dem Club der „Opitzologen“ bei. Sobald in Österreich wieder ein gesellschaftliches Leben stattfinden kann, soll es außerdem als Dank und Anerkennung an alle Kunden, Erntehelfer und Freunde eine großzügige Kellerparty geben.

Nebenbei plant Familie Opitz für Spätsommer und Herbst Veranstaltungsformate wie die „Weingarten-Festspiele“ und mit dem Fahrrad geführte Weingartentouren, um ein Ersatzprogramm zu den zahlreichen Festival-Absagen im Burgenland zu bieten.

Schlagworte

Ausgabe 05/2022

Erhältlich ab 13.7.2022: Weinwelt on tour zu La Vialla // Genussziel Malta // Alte Reben Portugal //Best of Riesling und weitere Themen

Themen der Ausgabe

Kleine Kunstwerke

Die bunten Summerrolls liegen gerade voll im Trend und das ist auch kein Wunder: Mit Gemüse, Tofu, Limette und frischem Koriander gefüllt, überzeugen die kleinen Köstlichkeiten nicht nur optisch. Dazu empfiehlt Sommelière Alexandra Rehberger einen erfrischenden Low-Alcohol-Schäumer. »zu Rezept & Weintipp

Wurzelecht

Ja, es gibt sie noch, wenn auch nur vereinzelt und verteilt auf der ganzen Welt. Von der Reblaus verschont, bringen die wurzelechten, häufig mehr als 100 Jahre alten Reben, heute noch eindrucksvolle und komplexe Weine hervor. Wo man die fast schon historischen Gewächse findet und welche Vorteile sie bieten, lesen Sie bei uns.

Ein Ort zum Genießen

Endlose Olivenhaine, Zypressen, Weinberge, blühende Wiesen und grüne Wälder – willkommen in der Toskana, genauer gesagt in der Fattoria La Vialla. Beim Arbeiten im Takt mit der Natur entstehen dort spannende Weine mit Charakter und Tiefgang. Warum Bienen und ihre Pollen dabei eine wichtige Rolle spielen, hat WEINWELT-Chefredakteurin Ilka Lindemann bei einem Besuch des familiengeführten Biobetriebs erfahren ... »weiterlesen