Wie das Deutsche Weininstitut (DWI) erläutert, hat der sonnige September nach dem kühlen und regnerischen Sommer der Traubenreife extrem gutgetan. Die Mostgewichte legten in den letzten zwei Wochen etwa bei den Burgundersorten um bis zu 17 Grad Oechsle und beim Riesling je nach Region bis zu 21 Grad Oechsle zu. Bei den amtlichen Reifemessungen bewegen sich nahezu alle Sorten im Mittel bereits auf dem Qualitätsweinniveau.(Foto: Adobe Stock)
Wie das Deutsche Weininstitut (DWI) erläutert, hat der sonnige September nach dem kühlen und regnerischen Sommer der Traubenreife extrem gutgetan. Die Mostgewichte legten in den letzten zwei Wochen etwa bei den Burgundersorten um bis zu 17 Grad Oechsle und beim Riesling je nach Region bis zu 21 Grad Oechsle zu. Bei den amtlichen Reifemessungen bewegen sich nahezu alle Sorten im Mittel bereits auf dem Qualitätsweinniveau.(Foto: Adobe Stock)

Bessere Weinernte als im Vorjahr erwartet

Die Winzerinnen und Winzer in Deutschland erwarten im Jahr 2021 eine etwas bessere Weinernte als im Jahr 2020. 

Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) anhand erster Schätzungen mitteilt, rechnen die Weinbauern mit 8,76 Millionen Hektolitern Weinmost und damit 3,0 Prozent mehr als im Vorjahr. Im Jahrgang 2020 waren es 8,51 Millionen Hektoliter. Damit weiche die Erntemenge 2021 laut Destatis kaum vom Durchschnitt der Jahre 2015 bis 2020 (8,78 Millionen Hektoliter) ab. Allerdings würden die Weinbaubetriebe in einigen Anbaugebieten deutliche Zuwächse erwarten. Für das von der Flutkatastrophe betroffene Anbaugebiet Ahr sei die Datenlage indes noch unsicher, heißt es aus Wiesbaden. In den größten Weinanbaugebieten Rheinhessen (2,52 Millionen Hektoliter) und Pfalz (2,37 Millionen Hektoliter) werde wie in den Vorjahren mehr als die Hälfte (56 Prozent) der gesamten deutschen Erntemenge erwartet. Ein knappes weiteres Viertel (23 Prozent) entfalle voraussichtlich auf Württemberg (1,01 Millionen Hektoliter) und Baden (0,99 Millionen Hektoliter). Die restlichen 21 Prozent verteilen sich auf die übrigen neun Anbaugebiete.

Unterschiedliche Veränderungen in den Anbaugebieten

Die Veränderungen gegenüber 2020 fallen laut Destatis in den einzelnen Anbaugebieten sehr unterschiedlich aus: Deutliche Steigerungen der Erntemenge werden unter anderem in den Anbaugebieten Franken (+63,9 %), Mittelrhein (+40,3 %) und Württemberg (+35,1 %) erwartet, nachdem Trockenheit und Spätfröste in Franken und Württemberg im Vorjahr zu geringen Ernten geführt hätten. In etwa auf Vorjahresniveau werde sich die Erntemenge voraussichtlich in den Anbaugebieten Pfalz (+2,8 %), Hessische Bergstraße (+1,0 %) und Rheinhessen (-1,4 %) bewegen. Ernteeinbußen müssten Erzeuger unter anderem an der Mosel (-14,8 %), Baden (-9,8 %) und Nahe (-6,1 %) befürchten. Für das von der Flutkatastrophe stark betroffene Weinanbaugebiet Ahr lägen derzeit nicht genügend Daten für verlässliche Aussagen zur Entwicklung in diesem Jahr vor. Gleichwohl seien in die Berechnung der Gesamtzahlen für Deutschland vorläufig geschätzte Werte freiwilliger Berichterstatterinnen und Berichterstatter für das Weinanbaugebiet Ahr eingeflossen.

Etwas weniger Riesling als 2021

Von der gesamten Weinerntemenge 2021 entfallen nach Angaben der Statistiker zwei Drittel (67 %) auf Weißmost und ein Drittel (33 %) auf Rotmost. Insbesondere in den Anbaugebieten Mosel (91 %), Rheingau (87 %) und Mittelrhein (86 %) wird fast ausschließlich Weißmost erzeugt. 

Die Erntemenge von Riesling, der beliebtesten deutschen Rebsorte, nehme laut Destatis im Jahr 2021 gegenüber 2020 voraussichtlich um 34 120 Hektoliter auf 2,04 Millionen Hektoliter ab (-1,7 %). Für die flächenmäßig zweitwichtigste weiße Rebsorte Müller-Thurgau (1,04 Millionen Hektoliter) werde ein Rückgang von 8,7 Prozent erwartet. Unter den roten Rebsorten sollen im Jahr 2021 nach der aktuellen Schätzung die Erntemengen von Blauem Spätburgunder (829 700 Hektoliter; +12,6 %) zunehmen und von Dornfelder (756 700 Hektoliter; -10,3 %) abnehmen. //pip

Ausgabe 19/21

Titelseite Getränke Zeitung (Stockwerk-Fotodesign - stock.adobe.com)

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