Der geschäftsführende Vorstand André Weltz und Vorstand Christian Schätzle drehen das einst üppige Portfolio des Badischen Winzerkellers auf "links" und bereinigen es auf das nötige Maß. (Foto: Badischer Winzerkeller)
Der geschäftsführende Vorstand André Weltz und Vorstand Christian Schätzle drehen das einst üppige Portfolio des Badischen Winzerkellers auf "links" und bereinigen es auf das nötige Maß. (Foto: Badischer Winzerkeller)

Badischer Winzerkeller sortiert 1.000 Weine aus

Der Badische Winzerkeller unternimmt einen tiefgreifenden Schritt und reduziert sein Sortiment um rund zwei Drittel seiner Sortimentsbreite. Somit soll das Portfolio optimiert werden.

"Wir vertiefen unsere Markenstruktur und fokussieren uns auf die namhaften Artikel, die eindeutig auf das Traubengeld unserer Winzer einzahlen", erläutert der geschäftsführende Vorstand André Weltz die Strategie hinter dieser Maßnahme. Oberstes Gebot sei die Sicherung des heimischen Winzerhandwerks. Mit ihrer "Roadmap 2023" haben man sich hierzu klar aufgestellt und setze nun die elementaren Schritte nachhaltig um und durch.

"Seit Jahrzehnten jonglieren wir mit einem Bauchladen von rund 1.488 Artikeln und bedienen alles in allen Absatzkanälen. Das kann auf Dauer nicht gutgehen. Deshalb handeln wir jetzt und legen bis 31.Dezember dieses Jahres den Schalter um und fokussieren uns auf ein Best of der Sonnenwinzer-Weine" sagt Weltz. Man nutze die Markanz der aus der Historie gewachsenen Bestseller und schärfe kontinuierlich das Profil werthaltiger Sortimente und Marken, damit man auch in Zukunft "kraftvollen und sichtbaren Absatz" generieren könne.

Mit 20 Prozent ihrer Weine mache der Badische Winzerkeller 80 Prozent seines Umsatzes. Da liege es laut Weltz auf der Hand, in diese Richtung zu wirken und das Sortiment auf gesunde Füße zu stellen. Ziel sei es, die eigenen Weine wirtschaftlicher und kostengünstiger zu produzieren und damit das Auskommen der angeschlossenen Winzerinnen und Winzer zu sichern. "Unser Sortiment wird übersichtlicher, schneller erfassbar und relevanter für unsere Kunden. Sortimentsreduktion heißt auch, in verbleibende Produkte und eine fokussierte Markenpolitik zu investieren", ist der Vorstandssprecher überzeugt. Im Blick liege die Konsumentenrelevanz: "In diesem Jahr werden unsere überarbeiteten Markenlinien Martin Schongauer und Heinrich HansJakob auf die Bühne gehoben und präsentieren sich im aktuellen Auftritt. Unterm Strich wird unsere Vielfalt aus Baden noch eindeutiger, sichtbarer und klarer", verspricht Weltz. Trotzdem bleibe die „Qual der Wahl“ aus dem Erzeuger-Portfolio.

Auf dem Weg zu noch mehr Nachhaltigkeit und Klimaneutralität baue man zudem neue Grundfeste weiter aus. Durch Reduzierung der Brandbreite von Flaschenformen, Kapseln, Etiketten und Kartonage und damit einhergehender Vereinheitlichung und Bündelung vermeide man unnötige Warenumschließungen und Verpackungsmaterial. "Wir formulieren mit unseren Handelspartnern neue Regeln des Marktes", sagt Weltz. Dabei gebe er Verbraucher den Takt vor – umweltgerecht, authentisch und nah. //pip

GZ 24/22

Themen der Ausgabe

Gastkommentar: Peter Laux

Peter Laux, Managing Director der Messer Industriegase GmbH, erklärt, wie das Unternehmen durch alternative Verfahren unabhängiger von der Düngemittelproduktion werden will. 

Aktuelles Interview: Raymond Sahm

Raymond Sahm, geschäftsführender Gesellschafter von Rastal, sieht sein Unternehmen gestärkt aus der Krise hervorgehen. Dank einer neuen betriebswirtschaftlichen Grundlage und erheblichen Innovationen im digitalen Bereich sieht er Rastal für die Zukunft gut aufgestellt.

Titelthema: Stand CO2-Mangel

Nicht sehr prickelnd: CO2 ist weiterhin ein rares Gut. Einzig eine Erhöhung der Düngemittelproduktion scheint die Lage kitten zu können. Die EU ist dran.